Project Blackbird: Entwickler-Traum beendet - Matt Firor spricht über seinen Abschied

News David Fabricius
Project Blackbird: Entwickler-Traum beendet - Matt Firor spricht über seinen Abschied
Quelle: Zenimax Online

Ein geheimes Prestige-Projekt, ein begeisterter Phil Spencer und trotzdem die Abrissbirne. Jetzt erklärte der frühere Chef von Elder Scrolls Online, warum er nach der Streichung von Project Blackbird ging.

Als Microsoft im Sommer eine neue Entlassungswelle bei Xbox durchführte, traf es auch ZeniMax Online Studios. Neben Dutzenden Entwicklern wurde dort auch das ambitionierte Multiplayer-Projekt Project Blackbird eingestellt. Kurz darauf verließ Studio-Gründer Matt Firor, einer der wichtigsten Köpfe hinter The Elder Scrolls Online, das Unternehmen. Kürzlich hat Firor selbst Stellung bezogen.

Project Blackbird war ein Lebenswerk

In einem LinkedIn-Post, den Firor am Neujahrstag veröffentlichte und später auf Bluesky teilte, erklärte er erstmals offen den Grund für seinen Abschied. Project Blackbird sei der Kern seiner Entscheidung gewesen: "Project Blackbird war das Spiel, auf das ich meine gesamte Karriere hingearbeitet habe, und seine Einstellung führte zu meinem Rücktritt", schrieb Firor. Seine Gedanken seien bei den vielen Entwicklern, die dabei ihren Job verloren hätten. Viele davon kenne er seit über 20 Jahren.

Firor nennt Microsoft oder Xbox zwar nicht direkt, doch der Zusammenhang ist eindeutig. ZeniMax Online gehört seit 2021 zu Microsoft, und die Entscheidung, Blackbird einzustellen, fiel im Rahmen der konzernweiten Sparmaßnahmen. Für einen Studio-Gründer, der sein Team über Jahrzehnte aufgebaut hatte, war das offenbar der Punkt, an dem er nicht mehr weitermachen konnte. Mehrere ehemalige ZeniMax-Mitarbeiter haben inzwischen Sackbird Studios gegründet. Es ist ein unabhängiges Studio, das laut eigener Aussage an einem Multiplayer-Spiel mit voller kreativer Kontrolle arbeitet.

Phil Spencer mochte den Shooter

Warum die Streichung von Project Blackbird so schwer wiegt, liegt auch an dem, was das Spiel sein sollte. Bloomberg berichtete bereits zuvor, dass es sich um einen Loot-Shooter mit MMORPG-Struktur handelte. Es war eine Mischung aus Destiny-ähnlicher Action, Blade-Runner-Stimmung und klassischen Questlines. Xbox-Chef Phil Spencer soll im März persönlich einen Build des Spiels gespielt und sehr positiv darauf reagiert haben, was einen seltsamen Nachgeschmack hinterlässt. Intern galt Blackbird lange als eines der Prestige-Projekte von ZeniMax Online.

Dass ein solches Spiel trotz interner Unterstützung und jahrelanger Entwicklung einfach gestrichen wurde, erklärt, warum Firor von einem persönlichen Wendepunkt sprach. Project Blackbird war für ihn nicht nur ein weiteres Projekt, es war der Kulminationspunkt seiner gesamten Karriere. Und mit seiner Einstellung verlor ZeniMax Online nicht nur ein Spiel, sondern auch den Mann, der das Studio überhaupt erst zu dem gemacht hatte, was es war. Wie denkt ihr darüber?

Quelle: kotaku

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