Magic: The Gathering - Hasbro wegen 30th-Anniversary-Set angeklagt

News David Fabricius
Magic: The Gathering - Hasbro wegen 30th-Anniversary-Set angeklagt
Quelle: Eriette of the Charmed Apple | Illustration by Magali Villeneuve

Eine neue Aktionärsklage richtet sich gegen Hasbro. Im Mittelpunkt steht das umstrittene Magic-Jubiläumsset für 999 Dollar. Kläger werfen dem Konzern vor, Investoren über Nachfrage und tatsächliche Verkäufe getäuscht zu haben.

Aktionäre verklagen Hasbro und Teile des Vorstands wegen angeblich irreführender Aussagen rund um Magic: The Gathering. Neu aufgetauchte interne Berichte sollen belegen, dass extrem teure Jubiläumssets nicht verkauft, sondern entsorgt wurden. Auch andernorts spitzten sich juristische Auseinandersetzungen zu: Der Rechtsstreit gegen Rockstar ging in eine weitere Runde.

Überproduktion und der Vorwurf gezielter Täuschung

Die Klage wurde im US-Bundesstaat Rhode Island eingereicht und richtet sich neben Hasbro selbst auch gegen CEO Christian Cocks sowie weitere Führungskräfte. Hasbro habe auf Kosten des langfristigen Markenwerts Magic jahrelang bewusst überproduziert, um kurzfristig Umsätze zu steigern.

Konkret geht es um die Geschäftspraktiken von Wizards of the Coast, der Hasbro-Tochter, die Magic verantwortet. Laut Klageschrift sei die Anzahl der veröffentlichten Sets in den letzten Jahren stark gestiegen und habe die tatsächliche Nachfrage deutlich übertroffen. Dadurch sei der Wert bestehender Karten gesunken, was sowohl Sammler als auch Investoren geschädigt habe.

Richtig schwer wiegt der Vorwurf einer sogenannten "Parachute Strategy". Demnach habe das Management gezielt dann neue, margenstarke Magic-Produkte veröffentlicht, wenn andere Geschäftsbereiche schwächelten. Anfangs seien das vor allem kostengünstige Reprint-Sets gewesen, später auch Formate wie Secret Lair oder umfangreiche Sondereditionen. Man wollte damit offenbar kurzfristige Finanzlöcher stopfen.

Das 30th-Anniversary-Set und Müllkippen in Texas

Der heikelste Teil der Klage betrifft jedoch das Magic: The Gathering - 30th Anniversary Set. Die 999-Dollar-Box mit vier Boostern nicht turnierlegaler Karten wurde 2022 stark kritisiert und war nur kurzzeitig im Verkauf. Offiziell hieß es damals, das Produkt sei extrem limitiert gewesen und daher schnell ausverkauft.

Laut der Klage soll das nicht stimmen. Stattdessen wird behauptet, Hasbro habe künstliche Knappheit vorgetäuscht, um Nachfrage zu erzeugen. Interne Mitarbeiter von Wizards of the Coast hätten später Fotos gesehen, die angeblich zeigen, wie große Mengen dieser Jubiläumssets auf einer Mülldeponie in Texas entsorgt wurden. So wurde anscheinend bewusst ein falsches Bild vermittelt.

Die Kläger werfen dem Unternehmen unter anderem Verletzung der Treuhandpflicht, grobes Missmanagement und Verstöße gegen das US-Börsenrecht vor. Sollte sich bestätigen, dass Verkaufszahlen oder Nachfrage wissentlich falsch dargestellt wurden, könnte das für Hasbro nicht nur finanziell, sondern auch reputationsseitig erhebliche Folgen haben. Habt ihr den Fall bereits verfolgt? Was sagt ihr dazu?

Quelle: IGN

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