31 ehemalige Entwickler ziehen gegen Rockstar vor Gericht und erheben schwere Vorwürfe. Sie glauben, gezielt wegen ihrer Nähe zur Gewerkschaftsarbeit entlassen worden zu sein.
Der Streit um die Entlassung mehrerer britischer "GTA 6"-Entwickler eskaliert. Die Gewerkschaft IWGB fordert vor Gericht ihre vorläufige Wiedereinstellung. Rockstar widerspricht und spricht von schweren Verstößen gegen die Geheimhaltung. Sie sprachen bereits im letzten Jahr von Kündigungen wegen "groben Fehlverhaltens".
Angebliche Entlassung wegen Gewerkschaftsarbeit
Bei einer Vorverhandlung in Glasgow beantragte die Independent Workers' Union of Great Britain (IWGB) einstweiligen Rechtsschutz für 31 entlassene Rockstar-Mitarbeiter. Ziel ist, dass die Betroffenen bis zur endgültigen Entscheidung wieder eingestellt werden.
Die Gewerkschaft wirft Rockstar vor, die Kündigungen seien eine Form von Gewerkschaftszerschlagung. Laut IWGB hätten sich die betroffenen Entwickler ausschließlich über "private und rechtlich geschützte Gewerkschaftskanäle" organisiert. In ihrer Stellungnahme spricht die Gewerkschaft von massiven Folgen für die Betroffenen, bis hin zu existenziellen Problemen und gefährdeten Aufenthaltsrechten. Neben den 31 Fällen in Großbritannien sollen auch drei Entwickler in Kanada betroffen sein. Es kam bereits zu Protesten vor den Büros von Rockstar North in Edinburgh und der Konzernzentrale von Take-Two in London.
Rockstars Gegendarstellung und politische Brisanz
Rockstar weist die Vorwürfe entschieden zurück. Gegenüber IGN erklärte das Unternehmen, der eigentliche Grund für die Entlassungen sei die Weitergabe vertraulicher Informationen auf einem nicht geschützten Discord-Server gewesen, an dem auch externe Personen teilgenommen hätten, darunter Medienvertreter und Entwickler anderer Studios. Nach der Darstellung des Publishers habe es sich um sensible Inhalte zum Entwicklungsstand und zu Spielfunktionen von GTA 6 gehandelt. Rockstar betont, dass Vertraulichkeit zentral sei und selbst kleine Leaks großen wirtschaftlichen und kreativen Schaden anrichten könnten. Mitarbeiter, die lediglich gewerkschaftlich aktiv gewesen seien, ohne Informationen weiterzugeben, seien nicht betroffen gewesen.
Der Fall hat inzwischen politische Aufmerksamkeit erreicht. Der britische Premierminister Keir Starmer nannte die Vorwürfe im Parlament "zutiefst besorgniserregend" und verwies auf das Recht auf gewerkschaftliche Organisation. Das Gericht will demnächst über den Antrag entscheiden. Sollte der einstweilige Rechtsschutz gewährt werden, könnten die entlassenen Entwickler vorläufig wieder bei Rockstar arbeiten. Zumindest gilt das, bis ein Hauptverfahren klärt, ob die Kündigungen rechtmäßig waren. Was sagt ihr zu diesem Rechtsstreit? Mal abgesehen vom Urteil, würde ich nicht in einem Unternehmen wieder arbeiten wollen, das mich nicht mehr haben möchte.
Quelle: IGN
