Ubisoft, Activision und Co.:Hört doch mehr auf eure Community! - Seite 2
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Die Reaktionen auf Skull and Bones fallen eher negativ aus. Schuld daran ist laut Redakteur Michi die Tatsache, dass Entwickler zu selten auf Fans hören.
Außer der Entwicklung eines mittlerweile eingestellten VR-Spiels und eines Remakes von 2002, das noch in diesem Jahr herauskommen soll, hat Ubisoft jedoch nichts in petto. Und das ist wirklich äußerst schade! Stattdessen arbeiteten die Damen und Herren in den letzten Monaten unter anderem an einem weiteren Teil der Ghost-Recon-Reihe. Dieses Mal sollte der Open-World-Shooter ein Battle-Royale-Spiel namens Frontline werden, auf das wirklich niemand gewartet hat. Und naja, was soll ich sagen: Mittlerweile stellte Ubisoft die Entwicklung daran ein.
Nach Titeln wie den Shooter XDefiant und Skull and Bones sehnen sich vermutlich deutlich weniger Leute als nach einem neuen Splinter Cell. Der Release des letzten Teils liegt beinahe neun Jahre zurück. Ich könnte bei Ubisoft ewig so weitermachen. Die Entwicklungsgeschichten des Remakes von Prince of Persia: Sands of Time und die Siedler verdienen definitiv ebenfalls eine Erwähnung. Gerade bei Letztgenanntem bewiesen die Entwickler einmal mehr, dass sie keinen Wert auf die Wünsche ihrer Community legen.
In diesem Artikel
Bis zum Verderben
Quelle: Activision
Ubisoft, Activision und Co.: Hört doch einfach mehr auf eure Community! (4)
Wie es laufen kann, wenn man die Erwartungen der Fans nicht berücksichtigt, wissen auch Activision und die Entwicklerstudios der Marke Call of Duty. Lange Zeit hielten Spielerinnen und Spieler ihrem geliebten Shooter die Stange, mittlerweile geht es mit den Verkaufszahlen stetig bergab.
Das Problem fing Mitte der 2010er an, als die Community von Weltkriegs-Schießbuden und Zukunfts-Szenarien übersättigt war. Dennoch brachte Activision die Titel Advanced Warfare, Black Ops 3, Infinite Warfare, World War 2 und Black Ops 4 innerhalb von fünf Jahren auf den Markt.
Völlig egal, wie gut oder schlecht diese Spiele waren und welche Gameplay-Entscheidungen getroffen wurden - die Zeitspanne, in der Fans nicht ansatzweise das bekommen haben, was sie wollten, dürfte meiner Meinung nach bis heute Auswirkungen auf die Verkäufe haben.
Natürlich spielt beim Rückgang der Spielerzahlen bei Call of Duty auch das von vielen gehasste Skillbased Matchmaking eine Rolle. Eine weitere Entscheidung der Entwickler, die bei einer Mehrheit der Community nicht gut ankommt. Schließlich wird die skillbasierte Spielersuche so intransparent gehandhabt, dass niemand weiß, wie Lobbys in CoD zusammengestellt werden. Community-freundlich sieht anders aus!
Hauptsache, der Geldbeutel wächst
Quelle: EA
Ubisoft, Activision und Co.: Hört doch einfach mehr auf eure Community! (5)
Auffällig ist, dass es häufig die großen Entwickler und Publisher sind, die strikt ihr Ding durchziehen. Neben Ubisoft und Activision fällt mir da direkt Electronic Arts ein. Mit der riesigen Enttäuschung Battlefield 2042 wurden sie im letzten Jahr zusammen mit Entwickler DICE ordentlich abgestraft.
Viele Entwicklungsentscheidungen sind nach wie vor nicht nachvollziehbar. Dass beispielsweise die Klassen den Spezialisten weichen mussten, geht mit Sicherheit nicht auf das Feedback langjähriger Fans zurück. Natürlich beleben Abwechslung und neue Features alteingesessene Reihen, doch Neuerungen in anderen Abschnitten wären sinnvoller gewesen.
Stattdessen, und das behaupte ich jetzt einfach mal, ging es für EA in vielen Bereichen einmal mehr um den Profit mit dem Ingame-Shop, Charakter-Anpassungen und mehr. Ähnlich sieht das derzeit beim offiziellen Formel-1-Spiel von Codemasters F1 22 aus.
Hauptaugenmerk liegt auf dem neueingeführten F1-Life-Modus und den Supercars. Kein Fan der Reihe, und auch kein Fan der Formel 1 hat nach diesen Features gefragt, dennoch lässt sich das eigene Zuhause nun nach Belieben einrichten - Mikrotransaktionen inklusive. Dass sich die Community seit etlichen Jahren die volle Kontrolle über das Fahrzeug in der Boxengasse und häufiger aktualisierte Streckenführungen wünscht, scheint für EA dagegen egal zu sein.
Natürlich kommen aus der Community auch immer wieder schlechte oder nicht ganz ernst gemeinte Ideen. Aber ich denke, dass sich viele Fans gut genug auskennen, um ein Spiel mit ihrer Meinung verbessern zu können. Und für diese Vorschläge sollten Entwickler ein offenes Ohr haben.
Ausnahmen in der Spielebranche, bei denen die Community direkt in die Entwicklung miteingebunden ist, gibt's aber auch. Gerade bei Crowdfunding-Projekten haben die Finanzierer beispielsweise Mitspracherecht. Auch The Binding of Isaac ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit ablaufen kann. Bis heute gibt die Community des Spiels immer wieder positives oder negatives Feedback an das Entwicklerteam weiter und diese setzen viele Ideen zur Freude der Fans um.
