In unserem Special sprechen wir mit den Entwicklern von Spielen mit historischem Hintergrund und erfahren von den Tücken der Historie. Wir sprachen unter anderem mit Maxime Durand (Assassin's Creed), Peter Gornstein (Ryse), Daniel Vávra (Kingdom Come) und Al Bickham (Total War).
Interview mit Peter Gornstein (Ryse)
PC Games: Wie wichtig war es euch vor der Entwicklung, dass ihr die historischen Hintergründe eures Settings auch versteht?
Peter Gornstein: "Ich sag es mal so, es war mit Sicherheit ein großes Anliegen von uns, die geschichtliche Epoche richtig zu verstehen und die Atmosphäre einzufangen. Allerdings war es uns nicht so wichtig – wie man auch sehen kann –, dass unser Spiel auch historisch akkurat ist. Es lag uns mehr daran, dass es vor dem geschichtlichen Hintergrund glaubwürdig wirkt. Alles im Spiel steht in Bezug zur tatsächlichen Historie, wir haben aber alles bunt durcheinander gemixt und uns auf unsere eigene Geschichte über Marius konzentriert."
Quelle: PC Games
Peter Gornstein im Interview.
PC Games: Inwiefern habt ihr euch auf die Erkenntnisse von Experten gestützt?
Peter Gornstein: "Wir hatten im Entwicklungsprozess die Hilfe von einigen Experten und Beratern, mit denen wir sehr eng zusammengearbeitet haben. Wir haben beispielsweise mehrere Schwertkampf- und Gladiatoren-Experten in beratender Funktion an Bord gehabt. Diese Jungs verdienen tatsächlich ihren Lebensunterhalt damit, anderen Menschen den Lebensstil von Gladiatoren beizubringen. Sie zeigten uns verschiedene Kampfstile mit Schwert und Schild sowie Kampfformationen. Außerdem waren wir öfters in Rom. Die italienische Regierung erlaubte uns sogar, an Orten zu recherchieren, wo die Öffentlichkeit normalerweise nicht hin darf. Dort erfuhren wir einige verstörende Fakten über die Kämpfer der damaligen Zeit." [lacht]
PC Games: Was ist deiner Meinung nach wichtiger bei der Entwicklung eines Historien-Spiels: eine akkurate Darstellung oder Kreativität?
Peter Gornstein: "Ich denke, Kreativität ist das absolut Wichtigste. Wir wollen gar nicht erst so tun, als ob Ryse eine Geschichtsstunde wäre. Wir hätten die historische Genauigkeit gerne noch weiter gepusht, aber wir wollten auch nicht unsere eigenen Ideen aufgeben, die Ryse einzigartig machen und von anderen Spielen mit diesem Setting abheben sollten. Die akkurate Umsetzung des historischen Hintergrunds war für uns immer nur so lange wichtig, wie sie auch dem Spaß diente.
Sobald sie unseren Ideen in die Quere kam, haben wir uns von ihr entfernt. Das Wichtigste war für uns immer nur, dass der Spieler eine gute Spielerfahrung geboten bekommt, die sich von anderen Games mit diesem Setting unterscheidet. Realismus ist natürlich ein Weg, den man einschlagen kann, aber wir waren der Meinung, dass der Markt mit diesen Spielen schon überflutet war. Wir wollten Ryse als einzigartige, neue Marke etablieren, die sich von der Konkurrenz abhebt."
In diesem Artikel
Die PC-Umsetzung von Ryse: Son of Rome erscheint am 10. Oktober.
