Soulstice im Test: Die unspektakuläre Rückkehr der Spectacle Fighter - Jetzt mit Video
Test
Früher mit God of War, Ninja Gaiden, Devil May Cry und etlichen Nachahmern reich besetzt, muss man richtige Hack & Slays bzw. Spectacle Fighter aktuell mit der Lupe suchen. Das Indie-Studio Reply Games schickt sich mit Soulstice an, das zu ändern. Warum es bei weitem nicht für die SSS-Wertung reicht, erfahrt ihr im Test.
Was ist eigentlich ein Spectacle Fighter? Neben "Character Action Game", "Stylish Action", "Devil-May-Cry-Klon" und dem schwammigen "Hack & Slay" ist es die Genre-Bezeichnung für eine bestimmte Art von Actionspielen, die heutzutage eigentlich nur noch von Capcom und Platinum Games im großen Stil gemacht werden. Der Fokus liegt auf schnellem, übertriebenem Gemetzel, unzähligen Combos und komplexen Kampfsystemen, die weit über Button-Mashing hinausgehen. Elemente dieses einst großen Subgenres finden sich zwar auch in JRPGs wie Tales of Arise und Scarlet Nexus oder auch bei den enorm beliebten Souls-likes. Einen richtigen, eigenständigen Vertreter gab's aber seit Jahren nicht mehr.
Zumindest bis jetzt, denn mit Soulstice haben die italienische Reply Game Studios einen DMC-Nachahmer veröffentlicht, wie er im Buche steht. Im Rahmen einer umfangreichen Story metzelt ihr euch als Badass-Kriegerin durch Horden von Dämonen und treibt mit verschiedenen Mordwerkzeugen den Combo-Zähler in die Höhe. Obwohl das Spiel auf dem Papier alles beinhaltet, was Genre-Fans haben wollen, gelingt das Revival nur teilweise. Im Test erfahrt ihr, ob Soulstice seinen Vorbildern gerecht wird, oder ob ihr vielleicht doch lieber auf Bayonetta 3 warten solltet.
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Berserklaymore
In den ersten paar Spielstunden macht Soulstice (jetzt kaufen 24,95 € ) noch wenig verkehrt und hinterlässt einen positiven Eindruck: Der Dark-Fantasy-Stil mit seinem dezenten Anime-Einschlag erinnert an Klassiker wie Berserk und Claymore und trotz ihrer hölzernen Gesichter können sich auch die Charakterdesigns sehen lassen. Die zerfallene Stadt Ilden, in der ihr das gesamte Spiel verbringen werdet, ist ansprechend düster und monumental gestaltet, die Grafik für einen Indie-Titel ansehnlich und die Story-Prämisse macht Lust auf mehr.
Quelle: PC Games
Optisch kann sich die Stadt Ilden sehen lassen, die Umgebungen werden aber sehr schnell extrem monoton.
Ihr spielt die hitzköpfige Ritterin Briar, die zusammen mit ihrer Schwester Lute in die riesige Festungsstadt geschickt wird, um einen Dimensionsriss zu untersuchen, aus dem dämonische Kreaturen strömen. Dabei deckt ihr nicht nur die tragische Hintergrundgeschichte der Protagonistinnen auf, sondern auch die Pläne eurer zwielichtigen, religiösen Befehlshaber.
Briar und Lute bilden zusammen ein Wesen namens Chimäre, also die Einheit zweier Seelen, wobei aber auch noch eine dritte, dämonische Macht in Briars Körper schlummert. Und obwohl die Geschichte nun nicht gerade unbekanntes Terrain betritt und die englische Vertonung teils holprig daherkommt, überzeugt Soulstice erzählerisch dank einiger Twists, Mysterien und nett präsentierter Szenen. Zumindest für ein Hack and Slay, bei dem es primär ums Kämpfen geht.
Ans Eingemachte
Quelle: PC Games
In immer wieder eingestreuten Erinnerungs-Abschnitten lernt ihr die nett präsentierte Geschichte der beiden Schwestern kennen.
Dank schicker Effekte und blutigem Trefferfeedback erstreckt sich der positive Ersteindruck auch auf die Gefechte, in denen ihr den Großteil eurer Spielzeit verbringt. Neben eurer Primär-Waffe, einem Zweihandschwert, dürft ihr eine von sechs Zweitwaffen ausrüsten, die ihr im Spielverlauf erhaltet. Viele dieser Waffen sind dabei einem bestimmten Zweck zugeordnet: Der Panzerhandschuh zerbricht etwa die Rüstungen dicker Gegner und der Bogen verursacht Bonusschaden bei fliegenden Monstern. Wie bei Devil May Cry liegt der Fokus darauf, die Monster mit Uppercuts in die Luft zu befördern und sie dort so lange wie möglich mit Angriffen einzudecken.
Die größte spielerische Besonderheit von Soulstice habt ihr dabei auf der Schulter sitzen: Eure Geisterschwester Lute verschießt automatisch magische Pfeile und kann gegnerische Angriffe über alle Distanzen abblocken, indem ihr rechtzeitig einen Knopf drückt. Dadurch werden eure Combos seltener durch Defensivaktionen unterbrochen und die Kampfgeschwindigkeit ist durchweg angenehm hoch. Zusätzlich kann Lute rote und blaue Kraftfelder erzeugen, die es euch ermöglichen, gleichfarbige Gegner und Kristalle zu zerstören.
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