Sonic Superstars im Test: Chaotische Nostalgiebombe!
Test 35,99 €
Mit Sonic Superstars kehrt der blaue Igel wieder zu seinen 2D-Wurzeln zurück. Der nostalgische Sprung zurück in die Vergangenheit ist endlich mal wieder kein Totalausfall!
Die Last, die Sonic Superstars auf seinen Schultern trägt, ist massiv: Während die jüngsten Ableger der Sonic-Reihe hauptsächlich eingefleischte Fans ansprachen, brachte Sonic Frontiers frischen Wind in das Franchise. Obwohl das Open-World-Sonic noch Raum für Verbesserungen bot, ebnete es den Weg für eine vielversprechende Zukunft. Dennoch folgt mit Sonic Superstars wieder ein neues 2D-Sonic, das zumindest auf den ersten Blick mit erhobener Faust "back to the roots!" ruft. Sonic Team entwickelte diesen Titel gemeinsam mit Arzest, dem Studio hinter Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen 2016. Ob das brandneue Sonic von dieser Zusammenarbeit profitiert hat, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.
In Sonic Superstars (jetzt kaufen 26,90 € / 35,99 € ), das am 17. Oktober für PC, PS4 & 5, Xbox One, Xbox Series und Nintendo Switch veröffentlicht wurde, begibt sich unser blauer Jump&Run-Star auf ein weiteres Abenteuer. Der böse Wissenschaftler Dr. Robotnik hat (wieder einmal) seine Finger im Spiel und fängt die heimischen Tiere der Inseln ein, um sie als Energiespeicher für seine Roboter zu nutzen. Diese vielfältigen Roboter, als "Badniks" bekannt, stellen sich Sonic und seinen spielbaren Freunden in den Weg.
Quelle: PC Games
Ja, ihr habt richtig gelesen: Sonics spielbare Freunde! Sonic Superstars bietet nicht nur die Möglichkeit, die Kampagne mit verschiedenen Figuren zu erleben, sondern auch das Abenteuer im Coop-Modus mit bis zu vier Spielern zu absolvieren. Sonics Freunde sind also stets auf die ein oder andere Weise mit von der Partie. Das sorgt für Abwechslung im Gameplay, was meiner persönlichen Meinung nach definitiv den Spielspaß steigert. Doch dazu später mehr.
Plattformer in 2D-Format: Back to the roots!?
Leider bleibt eine fesselnde Handlung wie so oft aus: Weder der Bösewicht Dr. Robotnik noch sein Komplize, der Kopfgeldjäger Fang, überzeugen mit ihren schurkischen Motiven. Auch auf eine packende Story, die den blauen Flitzer und seine Freunde umgibt, hofft man vergebens. Aber braucht Sonic das überhaupt, um Spaß zu machen? Nun, nicht wirklich.
Immerhin bringt gerade Superstars das zurück, was sich viele erhofft haben: Die Dynamik und das Gefühl der früheren Sonic-Teile, allerdings in Polygon-Grafik und mit einigen neuen Elementen. Das Spiel beinhaltet insgesamt 12 verschiedene Zonen, die jeweils in mehrere Akte unterteilt sind: Von immergrünen Dschungeln über versunkene Ruinen bis hin zu sonnenverwöhnten Wüsten erwarten uns verschiedene Spielwelten.
Die entsprechen der typischen Plattformer-Rezeptur und schmücken sich darüber hinaus mit Bonus-Levels und (teils überflüssigen) Minigames. Die schöngestalteten, unterschiedlichen Spielumgebungen fallen hierbei aber stets positiv auf. Obwohl die Spielwelt in 3D gehalten ist, spielen wir zumeist auf zweidimensionaler Ebene - in gewisser Weise könnte hierbei von einem "2,5D-Sonic" die Rede sein. Die bewährte Steuerung bleibt einfach und vertraut, ohne unnötige, überkomplizierte Steuermechanismen, die das Spielerlebnis künstlich überladen.
Kage Bunshin no Jutsu!
Hervorzuheben sind die optionalen Power-Ups, die den Chaos-Smaragden eine bedeutungsvollere Rolle als bisher zuweisen. Sobald die Power-Ups eingesamelt werden, verleihen sie der jeweiligen Spielfigur spezielle Fähigkeiten, die das Spielerlebnis (fast schon zu sehr) erleichtern. Auf diese Weise kann man beispielsweise plötzlich Wasserfälle hinaufschwimmen, die Zeit einfrieren, erklimmbare Pflanzen säen, blitzschnelle Ausweichmanöver durchführen und fast wie in Naruto dutzende Klone beschwören, die die Feinde überwältigen.
Apropos Feinde: Die Bosse entpuppen sich als wahrlich ernstzunehmende Gegner. Nicht selten bin ich an einem Boss verzweifelt, und musste diesen mehrere Male am Stück wiederholen, bis mein Timing endlich gut genug saß oder ich die mangelhafte Kollisionsabfrage durchschaut habe. Obwohl herausfordernde Bossgegner grundsätzlich eine Bereicherung sein können, sorgten sie in diesem Sonic-Ableger für ein merkwürdiges, fast schon störendes Pacing.
