Sonic Frontiers im Test: Rettung der Reihe oder endgültiger Absturz?
Test 35,99 €
Sonic Frontiers hat die Aufgabe, als den Ruf der Reihe wieder geradezurücken. Wie gut das funktioniert, lest ihr im Test.
Um aber überhaupt Zutritt zu diesen Levels zu bekommen, müsst ihr zuerst Zahnräder finden und einsetzen, um die Portale zu öffnen. Ihr erhaltet sie hauptsächlich von besiegten Minibossen. Zu guter Letzt gibt es noch die lila Münzen. Mit ihnen könnt ihr bei einem Angelminispiel mitmachen, welches ihr in jeder Welt durch ein bestimmtes Portal erreicht. Bei diesem gewinntihr dann Marken, die ihr gegen andere Sammelobjekte eintauschen könnt. Dieser Überfluss an Collectables scheint auf den ersten Blick sehr vielversprechend und spaßig zu sein. Der Fakt, dass jedoch fast alle von ihnen unendlich oft zu erhalten sind, verpasst dem Sammelfieber einen ziemlichen Dämpfer. Zum einen respawnen die Gegner nach einer gewissen Zeit bei einem Event namens Sternenfall. Er ist mit dem Blutmond aus Zelda: Breath of the Wild zu vergleichen. Alle zuvor besiegten Roboter und Bosse erscheinen wieder und geben euch auch erneut Beute, die ihr sammeln könnt.
Dazu kommt noch, dass ihr während des Sternenfalls Sternsplitter sammeln und damit eine Slotmaschine betreiben könnt, die euch theoretisch unendlich lila Münzen einbringt. Mit diesen könnt ihr dann wieder unendlich viele andere Sammelgegenstände kaufen, je nachdem, was ihr gerade benötigt.
Quelle: PC Games
Sonic Frontiers im Test: Rettung oder endgültiger Absturz? (7)
Ferner könnt ihr auch mit dem Cyberloop jederzeit an Ringe, Erinnerungsmarken und Stärkesamen gelangen, wenn ihr nur oft genug im Kreis lauft. Das alles macht die Motivation, wirklich Dinge auf der Overworld zu sammeln, schon arg zunichte. Ein anschauliches Beispiel dafür, dass es bei Sonic Frontiers oft wirklich alles andere als glattläuft.
Technikfrust, Gameplayfrust, und wieso ist da eigentlich Knuckles?
Die wirklich guten Ansätze werden häufig durch unglückliche Entscheidungen bei Gameplay, Story und Entwicklung nach unten gezogen. Das fängt schon bei der Technik an. Zwar läuft das Spiel zumindest am PC und auf den Next-Gen-Konsolen mit flüssigen 60 fpsund sieht dort auch grafisch ziemlich gut aus.
Die Switch-Version bringt es immerhin auf stabile 30 fps, allerdings mit deutlich geringerer Auflösung und matschigeren Texturen. Die offene Welt scheint aber leider auf allen Plattformen noch nicht so ganz mit Sonics Geschwindigkeit klarzukommen.
Quasi ständig gibt es irgendwelche Pop-Ins, Gegenstände tauchen direkt vor und neben einem auf und Objekte laden erst ab einer gewissen Nähe. Stellenweise müssen auch Texturen nachladen. Das erschwert die Orientierung beim Herumflitzen sehr, da man meistens nicht sieht, wo jetzt etwa die Schiene ist, die einen über den Abgrund bringt.
Wir hatten oft die Situation, dass wir einfach auf gut Glück irgendwo hingerannt sind, um zu schauen, ob dort vielleicht etwas aufploppt, mit dem man interagieren kann. Das ist einfach nervig und fördert nicht gerade die Immersion.
An der Präzision und Umsetzung der Steuerung gibt es nicht wirklich etwas zu beanstanden, allerdings kann sie durch die Kameraführung für einige Frustmomente sorgen. Wie in den meisten Open-World-Spielen habt ihr auch in Sonic Frontiers eine frei bewegliche Kamera. Diese macht aber nicht immer das, was der Spieler will.
Gelegentlich ist es passiert, dass sich der Kamerawinkel und infolgedessen die Steuerungsrichtungen einfach mitten im Sprung oder während eines Wandlaufs geändert haben, was dann häufig in einem Tod oder in ärgerlichem Herunterfallen geendet ist.
Dazu kommen noch einige wirklich schlechte Gameplay-Entscheidungen. Zum Beispiel kann man aus Miniboss-Kämpfen nicht flüchten. Das wäre an sich kein Problem, wenn sie wenigstens richtig gekennzeichnet wären. Wenn ihr durch die Welt lauft, kann es gut passieren, dass ihr in einen Kampf geratet, ohne überhaupt bemerkt zu haben, dass da einer ist, obwohl ihr gerade eigentlich was ganz anderes machen wolltet.
