Skull and Bones in der Vorschau - Seite 3: Missionen und vorläufiges Fazit
Special
Seit seiner Ankündigung vor etwa fünf Jahren hätte man von Ubisofts Skull and Bones zwischenzeitlich vermuten können, es wäre direkt ins Bermudadreieck geschippert. Nun ist das Spiel aber tatsächlich zurück und peilt gleich ein ambitioniertes Release-Datum noch in diesem Jahr an. Wir konnten uns vorab eine Gameplay-Präsentation zur Piraten-Action ansehen und verraten euch, ob Skull and Bones bereit für die Jungfernfahrt ist.
Dynamische Events auf der Weltkarte dürften, wie etwa bei Destiny 2 oder Fallout 76, die Spieler in der näheren Umgebung zu einer nahtlosen Koop-Session zusammentrommeln, wenn etwa ein besonders vollgestopftes Handelsschiff samt Eskorte vorbeizieht und geplündert werden will. Diese Events sollen, neben dem Plündern großer Siedlungen und Forts, die Hauptaktivitäten im späteren Spielverlauf darstellen - das klingt prinzipiell spaßig, falls das Gameplay genügend Tiefe mitbringt, allerdings könnte es wegen der angesprochenen Probleme des Kampfsystems auch schnell monoton werden.
Wie der Gameplay-Loop im Spiel aussehen wird, zeigten die Entwickler dann exemplarisch an einer Mission, in der ihr Ölfässer aus einer Siedlung stehlen sollt. Im Piratenhafen holt ihr euch den Auftrag von einem Augenklappenträger namens Steve Longarm ab - im gezeigten Material leider ohne ausschmückende Geschichte oder Dialoge, was das Ganze stark nach abarbeiten aussehen lässt. Wie auch bei den offenbar fehlenden Sea Shanties büßt das Spiel hier ordentlich Immersion ein.
In diesem Artikel
Quelle: Ubisoft
Piraten-Flex: Eine klassische Story-Kampagne gibt es nicht, Ruhm und Reichtum sind eure einzigen Ziele.
Die Missionen: Plattschießen, Plündern, Profitieren
Quelle: Ubisoft
Neben dem offenen Ozean wird es auch Flüsse geben. Hier lauern dann Nilpferde und Krokodile, deren Haut ihr zu Geld oder Crafting-Material macht.
Danach wählt ihr das gewünschte Schiff aus eurer Flotte und beladet es mit passenden Waffen, Panzerung, Munition und Verpflegung, um eure Crew bei Laune zu halten. Letzteres wird offenbar mit einem simplen Zeitlimit geregelt, nach dessen Ablauf die Mannschaft sogar eine Meuterei anzetteln kann - was dabei passiert, wurde aber noch nicht gezeigt. Im Hafen wählt ihr außerdem, ob ihr Unterstützung von anderen Spielern wollt.
Für die Mission selbst schippert ihr dann in die Bucht vor der Siedlung und startet mit einer kleinen Cutscene die Plünderung. Nun gilt es, so lange wie möglich im markierten Bereich zu bleiben und dabei die Befestigungsanlagen sowie angreifende Schiffe und Piratenjäger zu zerstören. Je länger ihr durchhaltet, desto mehr Beute gibt es einzusacken und anschließend zu verkaufen.
Das vorläufige Fazit: Kein Fall für die Planke, aber noch lange keine Piratenlegende
Skull and Bones sticht mit einer coolen Prämisse in See, sieht aber aktuell noch nach einem Live-Service-Titel aus, der mit wenig Fleisch auf den Rippen und einem recht monotonen Spielverlauf startet. Wenn die ereignisarme und spielerisch simple Plünderung einer Siedlung das Beste ist, was Ubisoft Singapur aktuell vorzuzeigen hat, dann sollte das Kern-Gameplay wirklich überzeugen - wir sind diesbezüglich aber noch skeptisch.
Dem Gelegenheitsspieler, der einfach nur seine Piraten-Fantasie ausleben will, dürfte im Vergleich zu Black Flag und Sea of Thieves das Gameplay zu Fuß fehlen. Richtige Schiffsenthusiasten wünschen sich dagegen vermutlich einen komplexeren Baukasten, richtiges Crewmanagement und vor allem Gefechte mit deutlich mehr Realismus und nachvollziehbaren Physikeffekten. Für beide Seiten enttäuschend sind der Verzicht auf eine Story-Kampagne und die eher unspektakuläre Technik.
Quelle: Ubisoft
Euren Kapitän dürft ihr mit verschiedenen freischalt- und kaufbaren Kleidungsstücken gestalten. Eine Gameplay-Auswirkung haben die allerdings nicht.
Das freiwillige PvP-System ist schließlich ein zweischneidiges Schwert: Wer nur seine Missionsziele abarbeiten und seinen Ruf steigern will, freut sich darüber, dass er das ungestört tun kann. Richtiges Free-for-all-Piratenfeeling und der einhergehende Nervenkitzel sind damit aber optional. Ubisoft muss sich also genügend Anreize überlegen, damit sich auch Gelegenheitsspieler auf die PvP-Server verirren. Ob wir dem Release insgesamt optimistisch entgegenblicken, klären wir nach dem Meinungskasten!
Meinung
Die Entwickler haben noch ein paar Monate Zeit, um den Kämpfen mit technischem Feinschliff etwas mehr Wucht zu verleihen und sich den einen oder anderen neuen Missionstyp zu überlegen. Zudem sollen nach Release, wie für Spiele dieser Art üblich, jahrelang kostenlose Content-Updates folgen. Angesichts der Geld- und Zeitmengen, die Ubisoft bereits in das Projekt geblasen hat, kann man die Entwickler diesbezüglich auch erst einmal beim Wort nehmen. Trotzdem: Nach dem bisher gezeigten könnte man das Spiel mit "das Schiffs-Gameplay aus Assassin's Creed: Black Flag ohne den ganzen Rest, aber mit Fortschrittsmechaniken und Online-Fokus" zusammenfassen. Und ob das nach fünf Jahren Entwicklungszeit für ein großes Live-Multiplayer-Spiel ausreicht, ist zweifelhaft.
