So spielt sich das neue Kampfsystem von Silent Hill f - Gibt es noch das Silent-Hill-Feeling?
Kolumne
Das neue Kampfsystem sorgt für deutlich mehr Action, aber auch für weniger Atmosphäre. Wie fühlt sich Silent Hill f wirklich an?
Und wer keine Lust hat, sich den Kopf über schwierige Rätsel zu zerbrechen, kann zu Beginn des Spiels den Schwierigkeitsgrad separat dafür entsprechend einstellen. Es gibt explizit für die Rätsel eine Auswahl zwischen leicht, normal und schwer, sodass jeder selbst entscheiden kann, wie viel man wirklich knobeln will.
Überarbeitetes Kampfsystem mit deutlich mehr Action
Die Veränderung, die für mich am deutlichsten spürbar war, ist eindeutig das völlig überarbeitete Kampfsystem. Es wird nicht nur vollständig auf Fernkampfoptionen verzichtet, die Kämpfe nehmen auch deutlich mehr Zeit ein und sind anspruchsvoller gestaltet.
Durch das neue Ausdauersystem ist es umso wichtiger, meine Gegner und ihre Bewegungen gründlich zu beobachten und Aktionen wie Ausweichen, leichte oder schwere Angriffe genau abzuwägen. Dass meine Waffen weiterhin bei jedem Schlag mehr und mehr kaputtgehen, bis sie schließlich zerbrechen, ist zwar auch in den vorherigen Teilen integriert gewesen, fällt aber deutlich mehr ins Gewicht durch die gehäuften Kämpfe.
Die neu eingeführte Verstand-Mechanik rundet das Kampfsystem gut ab. Durch die Nutzung von Fokus kann ich besonders starke Angriffe ausführen und habe etwas mehr Zeit, um angreifende Gegner zu blocken. Allerdings hätte ein langsamer Übergang in den Wahnsinn die Verstand-Mechanik für mich deutlich interessanter gemacht. Geht mir jetzt der Verstand aus, kann ich lediglich keinen Fokus mehr einsetzen. Das macht die Kämpfe zwar etwas schwieriger, hat aber ansonsten keine großen Auswirkungen.
Quelle: PC Games
Eines dieser Puppen-Monster wartet, so scheint es, fast hinter jeder Ecke.
Trotz vieler guter Ansätze gibt es auch mehrere Punkte, die mich an dem Kampfsystem stören. Unter anderem ist es oft unpräzise, sodass trotz anvisiertem Gegner, der sich nicht bewegt, der Schlag ins Leere geht.
Generell bin ich kein großer Fan von dem Weg hin zu mehr Action. Auch für mich ist ein großer Teil des Charmes von Silent Hill der atmosphärische Horror, die Angst durch die Unterlegenheit und Bedrohung durch das Ungewisse. Was Kämpfe in Horror-Spielen angeht, gilt für mich: weniger ist mehr. Je höher der Action-Anteil wird, desto kleiner wird für mich die Horror-Wirkung.
Ist das noch Silent Hill?
Ohne Zweifel gibt es noch eine Menge weiterer Punkte, die Silent Hill für jeden Spieler genau zu dem machen, was es ist. Eine Vielzahl an unterschiedlichen Enden zum Beispiel, die sich auch in Silent Hill f wiederfindet. Doch auf die am häufigsten genannten Punkte bin ich inzwischen eingegangen. Also bleibt zum Schluss nur noch die Frage: Ist das noch Silent Hill?
Quelle: PC Games
Nach einer Reihe von qualvollen Torturen bricht Hinako auf dem Boden zusammen.
Der neueste Ableger der Reihe greift viele Stärken seiner Vorgänger auf, möchte aber bewusst keine weitere "Kopie" vorheriger Teile sein. Für mich ist allerdings, besonders durch die vielen actionreichen Kämpfe, das Silent-Hill-Feeling nicht mehr vorhanden. Zumindest nicht mehr in dem Maße, wie ich es mir gewünscht hätte.
Auch wenn es einige der typischen Silent-Hill-Elemente, wie den Nebel und anspruchsvolle Rätsel, auch in diesen Teil geschafft haben, ist es für mich kein Silent Hill mehr. Das bedeutet aber nicht, dass es kein gutes Spiel ist, im Gegenteil. Ich habe meinen Besuch in Ebisugaoka sehr genossen, sehr viel Gefallen an den Rätseln gefunden und auch das neue Setting ist gut gelungen.
Wer also auf der Suche nach einem Horrorspiel mit einer dichten Atmosphäre, einer tiefgründigen Geschichte und actionreichen Kämpfen ist, sollte hier unbedingt zuschlagen. Allerdings solltet ihr nicht auf das fast schon nostalgische Silent-Hill-Feeling hoffen, das sich beispielsweise beim Spielen des Silent Hill 2 Remake eingestellt hat.
