Silent Hill f möchte die Kultreihe neu erfinden und dennoch seinen Wurzeln treu bleiben. Hier erfahrt ihr, wie sich der Horror-Trip wirklich anfühlt und ob trotz vieler Änderungen noch immer ein echtes Silent-Hill-Feeling geboten wird.
Mit dem Release von Silent Hill f erhält die ikonische Horror-Reihe nach über 13 Jahren endlich einen brandneuen Ableger. Nach dem großen Erfolg, den das Remake von Silent Hill 2 2024 einfahren konnte, stellt sich natürlich die Frage, ob es der neue Teil schafft, mit dieser Begeisterung mitzuhalten.
Immerhin werfen die Entwickler in Silent Hill f (jetzt kaufen 52,71 € / 63,99 € ) viele der bekannten Konzepte über Bord und setzen eine neue Version des Horrors um. Das beginnt bereits beim Setting, das nun nicht mehr in der namensgebenden Stadt Silent Hill angesiedelt ist, und zieht sich über das Artdesign bis hin zu einer vollständigen Überarbeitung des Kampfsystems.
Dadurch soll zum einen frischer Wind in die inzwischen 26 Jahre alte Spielreihe gebracht werden. Und zum anderen soll der neue Teil nicht nur die alten Silent-Hill-Fans abholen, sondern auch eine neue (und vermutlich jüngere) Zielgruppe erreichen.
Bei so vielen Änderungen stellen sich natürlich viele Fans die Frage: Ist das dann noch Silent Hill? Und genau mit dieser Frage habe ich mich ausführlich beschäftigt. Um mir ein Bild davon zu verschaffen, was Silent Hill für die Spieler so besonders macht, habe ich mich durch diverse Foren gearbeitet und euch nach euren Erfahrungen gefragt. Nachdem ich mich nun selbst durch den Horror von Silent Hill f gekämpft habe, folgt hier meine Einschätzung, ob das Silent-Hill-Feeling trotz der vielen Änderungen erhalten bleibt oder verschwunden ist.
Was macht Silent Hill so besonders?
Auch wenn jedes Spielerlebnis und auch Gaming an sich stets sehr subjektive Erfahrungen sind, lassen sich doch einige Gemeinsamkeiten feststellen, warum ausgerechnet Silent Hill zu einer so ikonischen Horror-Reihe wurde und welche typischen Elemente für die Mehrheit der Fans nicht fehlen dürfen, um ein echtes Silent-Hill-Feeling zu erzeugen. Allem voran steht, wenig überraschend, der ikonische Nebel.
Doch ist Silent Hill noch viel mehr als das. Es sind die geballte Atmosphäre, die musikalisch stets gut untermalt wird, und der atmosphärische, oft subtile Horror, der allgegenwärtig zu spüren ist und nicht nur dann, wenn gerade eines der Monster vor einem steht. Und auch die sehr ernsten psychologischen Themen, die in jedem der Teile aufgegriffen werden, die Auseinandersetzung mit der Psyche und den Problemen des Hauptcharakters sind charakteristische Merkmale, die Silent Hill ausmachen.
Quelle: Konami
Wer dieses Bild sieht, weiß sofort: Das kann nur aus Silent Hill sein.
Auch die herausfordernden und kniffligen Rätsel sind ein großer Aspekt, der für viele Spieler zu den Kernelementen von Silent Hill gehört und den sie auf keinen Fall missen möchten. Wie oft knobelt man schon in einem Horrorspiel minutenlang an einem Rätsel, das nicht nur daraus besteht, einen Gegenstand zu finden und ihn an die richtige Stelle zu setzen?
Zudem mögen viele Silent-Hill-Liebhaber, dass die Reihe nie ein Kampfspiel war oder sein wollte und eher auf die psychischen Aspekte und die bewusste Unterlegenheit gegenüber der lauernden Gefahr fokussiert war. Genau das mache diese Art von Horror so furchterregend.
Eine Stadt im Nebel
Wie bereits erwähnt, spielt Silent Hill f nicht mehr in der namensgebenden Kleinstadt Silent Hill, sondern entführt mich in das japanische Dorf Ebisugaoka in den 60er-Jahren. Doch das neue Setting nimmt für mich keinen Einfluss auf das Feeling, das Silent Hill stets bei mir ausgelöst hat. Wer hier unbedingt auf die typische amerikanische Kleinstadt besteht, sollte Silent Hill f wohl überspringen und auf den nächsten Teil warten.
Quelle: PC Games
Trotz des Nebels, der das ganze Dorf eingenommen hat, kann ich noch vergleichsweise weit sehen.
Ob nun in der Stadt Silent Hill oder nicht, der ikonische Nebel darf aber auch für mich nicht fehlen. Und so wird auch Ebisugaoka von einem mysteriösen Nebel überwabert, der unvorstellbares Grauen mit sich bringt. So weit, so gut. Allerdings verhält sich der Nebel in Silent Hill f anders, als ich es noch aus den vorherigen Teilen gewohnt war.
Zum einen ist der Nebel weniger dicht. In den offenen Gebieten im Dorf und um das Dorf herum habe ich trotz Nebelwand eine vergleichsweise gute Sicht auf alles, was sich um mich herum befindet. Gegner, die sich eventuell im Schutz des Nebels verstecken, kann ich schon früh erkennen, was die typische Atmosphäre, die die Nebelwand sonst mit sich brachte, für mich doch etwas geschmälert hat.
