Ja, Silent Hill sollte zurückkehren, aber doch bitte nicht so! - Meinung
Kolumne 55,99 €
Chefredakteur Lukas Schmid ist großer Silent-Hill-Fan. Dem Schwall an nun enthüllten Silent-Hill-Projekten steht er aber kritisch gegenüber.
Ich weiß noch, wie ich das erste Mal mit Silent Hill in Kontakt gekommen bin: Mein Vater spielte den allerersten Teil auf der Playstation 1. Da durfte ich mit knapp elf oder zwölf Jahren zwar noch nicht zugucken, ganz ließ es sich aber freilich trotzdem nicht verhindern, dass meine neugierigen Kinderaugen es abschnittsweise zu sehen bekamen. Schon da spürte ich, dass das etwas Besonderes war, auch wenn ich vor Angst wahrscheinlich zwei Monate lang nachts wach im Bett gelegen und gewimmert hätte, hätte ich den Horror der ikonischen Stadt und ihrer Monster vollumfänglich mitbekommen Dann, endlich alt genug und nur noch halb so ängstlich, stieg ich mit Silent Hill 3 auch selbst in die Reihe ein. Ja, das Ding ist von der USK ab 16 freigegeben, warum, verstehe ich bis heute nicht. Ist ja nur eines der gruseligsten Spiele aller Zeiten und gehörig brutal.
Jedenfalls, ab dann verliebte ich mich in die Welt, die gruselige Lore, die absolut fantastische Musik, tatsächlich auch in das bockige, aber zur Atmosphäre einfach passende Spielsystem bestehend aus simplen Rätseln und ungelenken Kämpfen. Ich holte Teil 1 nach, fand in Silent Hill 2 (jetzt kaufen / 55,99 € ) sogar eines meiner absoluten Lieblingsspiele und wusste: Ja, hier habe ich eine meiner neuen Lieblings-Spieleserien gefunden.
In diesem Artikel
Nun, Liebe ist vergänglich, und obwohl ich, anders als manch andere Serienfans, Silent Hill 4: The Room durchaus noch gut fand, fehlte da doch irgendwie schon was von dem, was die Vorgänger ausgemacht hatte. Obwohl der Titel echt eine verdammt gute Story hat! Lest sie mal nach. Harter, aber sehr durchdachter, emotionaler Tobak. Oh, und hört euch Room of Angel aus dem Spiel an, ein brillantes Lied!
Quelle: Konami
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Silent Hill: Downfall
Aber dann, aber dann begann der Absturz der Serie, und der hatte vor allem mit einem Faktor zu tun: Es fehlte eine klare, kreative Linie. Team Silent, das bis zu Teil 4 alle Spiele entwickelt hatte, setzte sich bei The Room schon ganz anders zusammen als bei den Projekten davor.
Und ab dem nächsten Spiel, Origins, war Team Silent ganz weg vom Fenster, wurde also von Konami aufgelöst, und es gab nicht mehr das EINE Studio, das für Silent Hill zuständig war. Warum? Konami wollte, dass sich Silent Hill westlicher anfühlt. Warum, wissen nur die blutigen, von unschuldigen Mädchen ausgetragenen Sektengötter.
Offenbar dachte man sich, dass Silent Hill unbedingt zum deutlich erfolgreicheren Resident Evil aufschließen musste, das mit Resident Evil 4 zuvor alle Rekorde gebrochen hatte. Das ist doppelt ironisch, schließlich entstehen die Resident-Evil-Hauptteile seit Beginn der Serie und bis heute exklusiv bei Capcom in Japan.
Quelle: Konami
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Silent Hill: Relocation
Man merkte auf jeden Fall die Inspiration, denn während Origins als Nebenprojekt noch eher klassisch funktionierte - aber auch nicht wirklich gut war -, ging das nächste "große" Silent Hill, Homecoming, auf einmal deutlich mehr in eine Action-Richtung. Das ist halt blöd, wenn der Kern einer Serie alles Mögliche ist, aber ganz definitiv nicht Action.
Die Neuinterpretation des ersten Teils, Silent Hill: Shattered Memories, war dann tatsächlich wieder ein ziemlich gutes Spiel, vor allem mit Blick auf die Geschichte. Bloß: Nach Silent Hill fühlte es sich so gar nicht an. Hätte man ein paar Namen von Figuren und Orten ausgetauscht, hätte das auch eine völlig neue Marke sein können.
Quelle: Konami
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Silent Hill Downpour danach war dann so ein bisschen Open World, so ein bisschen Action, so ein bisschen Grusel und so ein bisschen viel Mist. Und über das furchtbare Silent Hill: Book of Memories für die PS Vita hülle ich an dieser Stelle lieber den Mantel des Schweigens. Und auch über die HD-Umsetzungen von Silent Hill 2 und 3 für die PS3, die mal schnell den ikonischen Nebel in Silent Hill killten, weil die Entwickler offenbar nicht verstanden, dass der ein extrem wichtiges Atmosphäre-Element war.
