Saints Row endlich gespielt: Das fühlt sich an wie GTA San Andreas! - Vorschau
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Endlich durften wir im Rahmen einer Hands-on-Vorschau Saints Row spielen - und fühlten uns beim Gameplay stark an einen GTA-Klassiker erinnert!
Wir verstehen ja den Gedanken, eine Spielereihe neu erfinden zu wollen. Kann ganz wunderbar klappen, siehe den Soft-Reboot von God of War, der 2018 weltweit zahlreiche Game-of-the-Year-Awards abstauben konnte. Saints Row machte sich Ende 2021 aber keine Freunde, als der Serien-Neustart im zur Ankündigung ersten Trailer vor allem aufgrund der pseudo-coolen Hipster-Protagonisten-Gang von sich reden machte. Das sei nicht mehr Saints Row, das würde sich an einen vermeintlichen Zeitgeist anbiedern und so weiter und so fort.
Nun, die überstilisierte Freundesgruppe gibt es noch, aber ihre Bedeutung wurde, sehr frei nach Mark Twain, stark übertrieben. Nachdem wir den Titel mehrere Stunden ausführlich ausprobiert haben, können wir bestätigen: Ja, das neue Saints Row (jetzt kaufen 9,99 € ) fühlt sich nach wie vor an wie Saints Row. Sogar im wahrsten Sinne des Wortes, denn dem bizarren Wahnsinn von Saints Row 3 und Saints Row 4 folgt nun eine im direkten Vergleich etwas geerdetere Herangehensweise à la Saints Row 1 und 2. Und noch ein anderer Klassiker kam uns beim Spielen regelmäßig in den Sinn: GTA San Andreas!
In diesem Artikel
Irgendwas mit Story
Quelle: PC Games
Der Figureneditor erlaubt richtig viele Freiheiten. Wer sich das jetzt fragt: Nein, ganz entfernen lässt sich die Zensur untenrum nicht.
Jedoch nicht mit Blick auf die Geschichte: Da erzählt San Andreas ja trotz allen Blödsinns, der dort auch passiert, eine überraschend tiefgründige Story rund um Rassismus und den vermeintlichen "American Dream". Saints Row, nach allem, was wir bisher gesehen haben ... hat auch eine Geschichte.
Wir bauen uns einen sogenannten Boss, dann sehen wir in der Anfangssequenz, wie er am Höhepunkt seiner Karriere lebendig begraben wird, Zeitsprung zurück zu ein paar Monaten zuvor und das Spiel geht los.
Quelle: PC Games
Der Story gelingt zumindest zu Beginn des Spiels der Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Blödsinn noch nicht allzu gut.
Wir wohnen zusammen mit den Hipster-Nasen in einer heruntergekommenen Bude, auf unserem Konto sind jede Menge Schulden, und wir versuchen, über die Runden zu kommen. Anstatt das mit Aushilfsjobs zu erledigen, werden wir Teil einer schwer bewaffneten Miliz, und auch sonst werden Probleme in den Haupt- und Nebenaufgaben vorwiegend dadurch gelöst, dass wir feste draufballern.
Das gilt übrigens auch für unsere Mitbewohner, die mit Hornbrille und zu enger Hose gerade noch über Waffeln und Kuchen philosophieren, und kurz darauf mit Wumme im Anschlag Raubüberfälle begehen.
Nein, wir erwarten uns keine tolle Story ausgerechnet von Saints Row. Die Mischung wirkt bisher aber nicht Tarantino-esque bewusst widersprüchlich, sondern nicht zu Ende gedacht. Einerseits wollen die Schreiber so eine Art Tiefgründigkeit in ihre Figuren bringen, andererseits wird dieses Vorgehen durch den Brutalo-Faktor sofort konterkariert. Na ja.
Mal schauen, ob das im weiteren Spielverlauf stimmiger wird. Ein zu großer Hipster-Faktor muss jedenfalls nicht befürchtet werden, dieses Bild vom Spiel beruht eben auf dem nicht idealen ersten Trailer.
Chefsache
Jetzt aber zum Gameplay, und fangen wir doch beim Boss-Basteln an. Das erlaubt nicht nur eine schöne Alliteration, sondern ist auch ein wirklich sehr potentes Tool. Geschlecht, Größe, Hautton, allerlei Eigenschaften, darunter Arm- und Beinprothesen, satte acht verschiedene Sprecher zur Auswahl: Hier kann man sich lange austoben und recht gut sich selbst oder beliebige Promis nachbasteln, wenn man denn will. Dadurch, dass der Editor vor einiger Zeit ausgelagert veröffentlicht wurde, kann man übrigens auch jetzt schon ran und seine Kreation zum Release ins fertige Spiel übernehmen.
