Praxistest SSDs: Testergebnisse mit Ladezeiten von 12 Games
Special
Wir vergleichen die Ladezeiten bei 12 Spielen zwischen Festplatte und M.2-PCIe 3.0, M.2-PCIe 4.0- und SATA-SSDs. Außerdem: eine Marktübersicht mit 50 SSDs.
Testergebnisse mit Übersichts-Grafiken
Wir haben zu unserem Praxistest mehrere Grafiken erstellt. Die Erkenntnisse fassen wir nach jeder Grafik und am Ende des Specials zusammen. Wir bieten euch dabei Infos zu den Ladezeiten, aber auch zu der Zeitersparnis in Sekunden sowie in Prozent. Der Kern der Betrachtung ist die Summe aus der Ladezeit bis zum Hauptmenü und der Ladezeit eines Spielstandes. Die Zeit, die wir nach dem Laden im Hauptmenü verbringen, um einen Spielstand zu laden, rechnen wir bei der Summe nicht mit ein.
Da manchmal ein Eingriff von unserer Seite nötig ist - zum Beispiel das Unterbrechen eines Intros - können die handgestoppten Ergebnisse auch mal um eine Sekunde abweichen, was vor allem bei ohnehin kleinen Ladezeit-Werten bei der Prozentberechnung relativ viel ausmachen kann. Umso wichtiger ist es, dass wir den Durchschnitt über alle 12 Games verwenden. Die folgende Tabelle zeigt euch zum Einstieg, welche Gesamtladezeit wir in Sekunden von allen 12 Games für die vier Laufwerktypen gemessen haben - wir haben die Games nach der Ladezeit von Festplatte aufsteigend geordnet, in der letzten Zeile sind die Durchschnittswerte:
| Spieletitel | Festplatte | SATA-SSD | M.2 PCIe 3.0 | M.2 PCIe 4.0 |
|---|---|---|---|---|
| The Witcher 3 | 48 | 30 | 26 | 23 |
| Uncharted 4 | 58 | 39 | 42 | 39 |
| God of War | 76 | 55 | 54 | 53 |
| Kingdom Come: Deliverance | 94 | 50 | 49 | 48 |
| Cyberpunk 2077 | 111 | 56 | 55 | 53 |
| Days Gone | 117 | 64 | 62 | 60 |
| Anno 1800 | 119 | 67 | 66 | 65 |
| Civilization VI | 125 | 47 | 44 | 43 |
| Dying Light 2 | 147 | 76 | 69 | 65 |
| Total War: Three Kingdoms | 171 | 63 | 57 | 53 |
| Assassin's Creed: Valhalla | 201 | 117 | 112 | 110 |
| Iron Harvest | 212 | 70 | 64 | 60 |
| Durchschnitt | 123 | 61 | 58 | 56 |
Kommen wir zu einer grafischen Betrachtung - die erste Grafik zeigt euch die durchschnittliche Ladezeit (gruppiert: bis Hauptmenü, Spielstand und Gesamt) der 12 Spiele in Sekunden - die direkt darunter platzierte zweite Grafik zeigt euch die durchschnittliche Restladezeit in Prozent, die im Vergleich zur Festplatte noch übrigbleibt. In beiden Fällen sind kleinere Werte, also kürzere Balken natürlich besser:
Quelle: Antonio Funes
Durchschnittsladezeit 12 Spiele HDD vs. SSDs
Quelle: Antonio Funes
Restladezeit in Prozent 12 Spiele HDD vs. SSDs
Wie ihr seht, gibt es schon mit der SATA-SSD riesige Zeiteinsparungen. Im Schnitt laden unsere Testgames von der Festplatte aus knapp 57 Sekunden (Spielstand) respektive 67 Sekunden (Hauptmenü), in der Summe 124 Sekunden, also über zwei Minuten. Mit der SATA-SSD sind es nur noch 39 respektive 22 Sekunden für die beiden einzelnen Ladezeiten und 61 Sekunden insgesamt.
Wir reden also von einer Halbierung der Ladezeiten, wobei es je nach Spieletitel auch 60 bis 70 Prozent Zeiteinsparung, aber auch mal unter 30 Prozent sein können. Unsere prozentuale Berechnung verdeutlicht aber den Trend: Es bleiben bei der durchschnittlichen SATA-SSD-Gesamtladezeit nur noch 53 Prozent der Wartezeit übrig im Vergleich zur Festplatte.
Bis ins Hauptmenü gewinnt man fast 40 Prozent Zeit, man wartet also um mehr als ein Drittel kürzer. Dass der positive Effekt beim Laden bis zum Hauptmenü kleiner ist, schreiben wir Spielstand-Synchronisationen und Einblendungen zu, die nicht abbrechbar sind. Bei den Spielständen dauert das Laden per Festplatte im Schnitt mehr als doppelt so lang wie per SATA-SSD.
Relative Zeitgewinne - die Art des Spiels ist wichtig
Besonders aussagekräftig sind die prozentualen Unterschiede und nicht die Sekunden. Denn wie viele Sekunden man am Ende gewinnt, hängt natürlich auch sehr vom Spiel ab. Lädt ein Spielstand mit Festplatte in 20 Sekunden, kann man natürlich keine 25 Sekunden einsparen. Lädt es aber über eine Minute, sind per SSD sehr wohl 25 Sekunden und mehr drin.
Je länger die Ausgangsladezeit, desto mehr Zeit kann man also gewinnen. Bei Total War: Three Kingdoms lud eine Beispielschlacht per SSD je nach Schnittstelle in 22 bis 26 Sekunden anstatt per Festplatte in 150 Sekunden. Man spart sich also gut zwei Minuten Warterei - bei solchen Games, bei dem man im laufenden Spiel immer wieder mal einen Kampf lädt, wieder zur Kampagne zurückkehrt und erneut einen Kampf lädt und so weiter, ist der Effekt viel wichtiger als eine Ersparnis, die nur einmalig zum Spielstart zur Geltung kommt.
Doch was ist mit den anderen SSD-Arten? Wie ihr in den Grafiken seht, schneiden sie zwar noch besser ab als die SATA-SSD, sind aber nicht weit weg - bei der Gesamtladezeit sind es wenige Sekunden, die man im Vergleich zur SATA-SSD gewinnt. Prozentual gesehen sind es nur 2 beziehungsweise 4 Prozentpunkte. Auf der nächsten Seite werden wir gezielter auf die Unterschiede zwischen den drei SSD-Arten eingehen.
