Praxistest SSDs: Testsystem und Vorgehensweise

Special Antonio Funes
Praxistest SSDs: Testsystem und Vorgehensweise
Quelle: Kingston

Wir vergleichen die Ladezeiten bei 12 Spielen zwischen Festplatte und M.2-PCIe 3.0, M.2-PCIe 4.0- und SATA-SSDs. Außerdem: eine Marktübersicht mit 50 SSDs.

Unser Testsystem

Zwei der SSDs für unseren Test-PC seht ihr gleich noch in einer eingebetteten Tabelle, nämlich die Western Digital SN770 (M.2 PCIe 4.0) und die Crucial BX500 (SATA). Für die M.2-PCIe-3.0-Schnittstelle verwenden wir eine SanDisk Ultra 3D NVMe mit 1000GB Kapazität, die bis zu 2400 MB/s beim Lesen und 1950 MB/s beim Schreiben liefert. Unsere Test-Festplatte ist eine WD Blue (SATA) mit 3000GB Speicherplatz. Die CPU ist ein Ryzen 7 5700X, der PC arbeitet mit 32GB-DDR4-3200-RAM (2x16GB) und hat zudem eine Nvidia GeForce RTX 3060 Ti von Zotac eingebaut. Als Betriebssystem verwenden wir Windows 11 auf aktuellem Stand. Letzteres trifft auch auf alle Treiber zu.

Wie ihr gleich in einer Tabelle seht, sind die Preisunterschiede zu PCIe-4.0-Modellen nicht mehr exorbitant hoch, wobei es auch viele deutlich teurere M.2-4.0-Modelle gibt, die noch höhere Datenraten als unsere Beispiel-SSDs bieten. Auf Seiten der SATA-SSDs können wiederum bei Angeboten auch durchaus 20-30 Euro Ersparnis pro Terabyte drin sein. Die folgende Tabelle zeigt euch, dass die verschiedenen Schnittstellen-Typen preislich nicht mehr so weit auseinanderliegen:

SSD-Modell Schnittstelle Lesespeed Schreibspeed Preis 1TB Preis 2TB
Western Digital WD Black SN770 M.2-PCIe 4.0 5150 MB/s 4850-4900 MB/s 80 Euro 140 Euro
Solidigm 670p M.2-PCIe 3.0 3500 MB/s 2500-2700 MB/s 65 Euro 115 Euro
Crucial BX500 SATA 540 MB/s 500 MB/s 60 Euro 120 Euro

Praxistest: Unsere Vorgehensweise

Wir haben jedes der 12 Games für den Test nacheinander auf jedem der vier Laufwerktypen (HDD, SATA-SSD, M.2-PCIe 3.0 und 4.0) installiert. Wir haben pro Laufwerk-Typ jeweils die Ladezeiten handgestoppt erfasst, und zwar zuerst die bis zum Erreichen des Hauptmenüs, danach noch die Ladezeiten eines Beispiel-Spielstandes.

Bei Total War: Three Kingdoms haben wir als Zusatzinfo noch die Ladezeit einer Echtzeit-Schlacht gemessen, da man innerhalb des rundenbasierten Welt-Modus hin und wieder eine solche Schlacht zu schlagen hat und die Ladezeit dafür nicht unerheblich ist.

WD Black SN750 Quelle: Western Digital Western Digital WD BLACK SN750 NVMe SSD M.2 Um einen Einfluss auf die Ladezeiten durch zufällige Ereignisse auszuschließen, haben wir alle nicht notwendigen Programme geschlossen und die Ladezeiten je zweimal separat getestet. Wichtig war dabei, dass wir vor einem neuen Mess-Durchlauf den PC komplett neu starten.

Denn manche Games laden bis zum Hauptmenü schneller, wenn sie während der laufenden Windows-Session bereits einmal liefen. Gleiches gilt, wenn man im laufenden Spiel einen Spielstand neu lädt. In beiden Fällen können temporäre Daten im RAM oder auf der System-SSD ausgelagert und dort noch vorhanden sein, was die Ladezeiten verkürzt.

Beim Laden gibt es bei vielen Spielen auch kurze Sequenzen, zum Beispiel mit Infos zum Studio und Publisher oder auch einleitende Videos zum Spiel, die man überspringen kann - diese Möglichkeit haben wir dann auch wahrgenommen. Manche Sequenzen lassen sich allerdings nicht überspringen, das heißt, sie kommen, genau wie das Synchronisieren von Spielständen, zur Ladezeit dazu, obwohl eventuell im Hintergrund gerade gar keine Inhalte geladen werden.

Diesen Eindruck hatten wir bei manchen Games, in denen sich wirklich nichts zu tun schien, außer dass die Einblendung einer Partnerfirma oder der Hinweis auf regelmäßige Spielpausen zu sehen war. Am Ende wissen wir freilich nicht, ob währenddessen nicht doch Lade- und Rechenarbeiten im Hintergrund durchgeführt wurden.

Der Startpunkt der Messung ist wiederum jeweils der Klick auf den Spielstart-Button beziehungsweise bei Spielständen auf den Lade-Button. Der Endpunkt der Messung ist erreicht, wenn wir im Hauptmenü einen Menüpunkt anklicken können beziehungsweise beim Laden von Spielständen dann, wenn wir eine Ingame-Aktion ausführen können oder aber - was zum Beispiel bei Civilization VI oder Total War: Three Kingdoms der Fall ist - wenn der Button anklickbar ist, der am Ende der Ladephase erscheint und über den man sofort ins Spielgeschehen kommt.

Insgesamt ist unser Test zwar sehr ausführlich und geeignet, einen klaren Trend aufzuzeigen. Allerdings dürfte klar sein, dass ein Test mit beispielweise 40 Spielen auf 3-4 verschiedenen SSD-Modellen pro Schnittstelle natürlich noch genauer wäre. Auf den nächsten zwei Seiten seht ihr die Ergebnisse unserer Tests.

  1. Seite 1 Praxistest SSDs: Einleitung; Unterschiede von SSDs und Festplatte
  2. Seite 2 Praxistest SSDs: Testsystem und Vorgehensweise
  3. Seite 3 Praxistest SSDs: Testergebnisse mit Ladezeiten von 12 Games
  4. Seite 4 Praxistest SSDs: Ladezeiten SATA vs. M.2 und Marktübersicht
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