Pixel, Taktik, Datenwahnsinn: Eine Zeitreise durch die Geschichte der Fußballmanager
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Der Aufstieg und Fall der Fußballmanager: Wie Football Manager, Bundesliga Manager, Anstoss und Co. Spielegeschichte schrieben - und wieso das Genre beinahe ausstarb.
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Wie heißt es doch so schön: In Deutschland gibt es 80 Millionen Bundestrainer! Ganz egal, ob man allein vor dem Smart-TV zu Hause, gemeinsam in der Sportsbar oder gar im Stadion ist - als Fan hat man immer Ahnung und weiß alles besser als die millionenschweren Profis auf und neben dem Platz.
Kein Wunder also, dass die Lust, die Geschicke des eigenen Clubs zu lenken, bereits sehr früh in der Geschichte der Computer- und Videospiele aufkeimte. Und es ist ebenso wenig überraschend, dass das Genre der Fußballmanager vor allem in zwei Nationen besonders populär war: Großbritannien und Deutschland. So war es auch ein Engländer, der Anfang der 1980er-Jahre das Genre des Fußballmanagers aus der Taufe hob.
Aller Anfang ist ... pixelig!
Dass Kevin Toms mit der Entwicklung des ersten Football Manager zum Vater eines erfolgreichen Genres werden würde, war ihm damals natürlich noch nicht klar. Seine Inspiration fand der begeisterte Fußballfan in dem Sport selbst: "Ich liebe Fußball. Ich kann stundenlang zuschauen, einfach entspannen und die Strategie genießen. So war ich schon immer. Fußball hat mich stets fasziniert, und genau deshalb wollte ich daraus ein Brettspiel machen - eines, bei dem die Spieler Matches gewinnen und in der Liga aufsteigen können."
Quelle: Moby Games
Die grafisch karge Geburt des Genres: Football Manager aus dem Jahr 1982 vom Engländer Kevin Toms.
Doch die Brettspielidee scheiterte, da die Berechnung der Tabellen und des Spielplans zu kompliziert war. Als Toms jedoch begann, mit Computern zu arbeiten, wurde ihm klar, dass diese Geräte genau diese Aufgaben für ihn übernehmen könnten. Der Brite war damals als Programmierer für die Open University tätig und schrieb Football Manager in seiner Freizeit. Die Entwicklungszeit betrug etwa ein Jahr.
Das Spiel erschien in seiner Urfassung 1982 für den TRS-80 und den Sinclair ZX81. Im Vergleich zu heute gab es weder Läden, in denen man Videospiele kaufen konnte, noch Download-Portale wie Steam. Bestellungen wurden damals per Post abgewickelt. Als Speichermedium diente eine Kassette. Toms produzierte die Kopien in Eigenregie: "Ich hatte eine richtige Produktionskette am Laufen. Ich wohnte in einer Einzimmerwohnung, und der Kassettenrekorder stand im Schlafzimmer." Allerdings war das Beschreiben der Kassette kein lautloser Prozess. Vielmehr erzeugte dieser Vorgang eine mechanische Kakophonie aus Piepsen und Krächzen, als würden ein Faxgerät und ein Modem zu Chiptune-Musik abrocken.
Doch allen Schwierigkeiten zum Trotz wurde das Spiel ein Mega-Erfolg und entfachte einen Hype um das neue Genre der Fußballmanager-Simulationen. Aus technischer Sicht ist der in der Programmiersprache Basic geschriebene Football Manager ein Text-Adventure. Die Aufgabe bestand darin, mit einem zuvor ausgewählten Team den FA Cup zu gewinnen. Auf dem Weg dorthin stellte man die Mannschaft mit einfachen Tastenbefehlen auf oder kaufte neue Kicker ein. Weitere, bis heute bekannte Elemente des Genres fanden sich in diesem Spiel bereits wieder: Neben Leistungswerten spielten auch Parameter wie Energie und Moral eine Rolle. Kraftlose Profis verletzten sich und fielen damit aus. Darüber hinaus mussten Spieler sich auch um die Finanzen kümmern und darauf achten, dass der Verein nicht ins Minus gerät.
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Ein visuelles Highlight waren damals die aus der isometrischen Perspektive präsentierten Torszenen, in denen Pixel-Strichmännchen einen viereckigen Ball ins Tor schoben. In einem Let's Play auf seinem YouTube-Kanal betonte Kevin Toms jedoch, dass die Spielszenen nicht vorberechnet waren. Vielmehr wurden die Ausschnitte in diesem Moment spontan vom System berechnet. Dadurch wollte Toms die Unwägbarkeit und Spannung eines echten Fußballspiels nachbilden.
