Rage 2 exklusiv: Derber Spaß, PC-Version, Technik, DLCs und Fazit
Special 35,99 €
Als einzige deutschsprachige Redaktion haben wir uns in die Open World von Rage 2 gestürzt und dabei massenhaft neue Erkenntnisse gewonnnen: Wie ist das Spiel aufgebaut? Wie steuern sich die Fahrzeuge? Und was zum Henker hat Donald Trump damit zu tun!? In unserer exklusiven Titelstory lest ihr, wie sich Rage 2 derzeit spielt, was schon richtig Spaß macht, wo wir noch Probleme sehen - und warum wir den irren Shooter auch als Frau erleben dürfen.
Nach dem harten Kampf an der Tankstelle schwingen wir uns wieder hinters Lenkrad. Allerdings haben wir nun so viel rumgetrödelt, dass wir in unserer knappen Spielzeit nur noch eine der beiden Hauptquests lösen können: Natürlich entscheiden wir uns gegen das Wettrennen und für Mutant Bash TV, schließlich war die derbe Spielshow schon ein Highlight im ersten Rage! Bei der Sendestation angekommen, empfängt uns die Moderatorin Desdemonya, eine ebenso schrille wie diabolische Frau, die sich bevorzugt mit halbnackten Tänzern umgibt, von denen sie sich zwischendurch auch gerne mal ein Gläschen frisch gezapftes Blut genehmigt. Loke Wallmo (Narrative Designer) grinst zufrieden: "Starke, ikonische Charaktere haben Rage schon immer ausgezeichnet. Und im zweiten Teil versuchen wir sie noch verrückter und schrulliger zu machen!"
In diesem Artikel
Quelle: Bethesda
Dicke Wummen und sattes Trefferfeedback: Für die Shooter-Kämpfe stand id Software beratend zur Seite.
Beim Ablauf von Mutant Bash ist dafür alles beim Alten geblieben: Wir müssen mehrere Arenen überstehen, in denen wir Wellen von Mutantengegnern abwehren. Und dabei scheitern wir zunächst kläglich: Schon im dritten Raum kesseln uns die Gegner ein, schließlich machen uns einige Fernkämpfer mit Brandbomben platt. Also beschließen wir, zurück nach Wellspring zu gehen - dank der Schnellreise ein Klacks, wir wählen das Ziel einfach per Karte aus und sind kurz darauf zurück in der Stadt. Dort decken wir uns großzügig bei den Händlern mit Munition, Heilspritzen und ein paar automatischen Mini-Geschütztürmen ein. So gerüstet kehren wir in die Mutantenarena zurück und kämpfen uns bis zu einem Miniboss durch, ein Riesenmutant mit schwerer Kanone, der uns die Hölle heißmacht, während wir versuchen, die übrigen anstürmenden Gegner abzuwehren. Spätestens hier wird das Kombinieren der Nanotrite-Fähigkeiten unverzichtbar! Nachdem wir die Show gemeistert haben, machen wir uns auf den Weg zu Klegg Clayton. Es wird Zeit für das Finale!
Make the Wasteland great again
Walkers Ruf eilt ihm voraus, denn in Claytons Club werden wir herzlich begrüßt. Inmitten von Tänzern und wummernden Bässen hockt ein fetter Typ mit schriller Frisur und kleinem Ventilator auf der Schulter: Klegg Clayton. Wir begleiten ihn hinauf in sein Büro, wo uns der schmierige Typ unentwegt zuquatscht, mit seinen angeblichen Erfolgen prahlt, von seinem Einfluss und seinem Anrecht auf ein politisches Amt. Je länger er redet, desto mehr wird uns klar: Dieser Typ ist nicht irgendeine Kunstfigur, sondern eine zynische Anspielung auf den heutigen US-Präsidenten und lebenden Beweis dafür, dass die Menschheit zum Scheitern verurteilt ist: Donald Trump. Als wir die Entwickler auf die Parallelen zwischen Clayton und Trump ansprechen, macht Willits ein erstauntes Gesicht: "Echt? Wäre mir jetzt gar nicht aufgefallen." Magnus schaut derweil auf seine Füße und verkneift sich ein Lächeln: "Mir auch nicht." Tim betont aber schnell, dass id Software keinesfalls ein politisches Statement abgeben will: "Wir wollen nur spaßige Spiele machen. Aus der Politik halten wir unsere Nase raus!" Odd Ahlgren (Narrative Director) sucht nach diplomatischen Worten: "Lass es mich so sagen: Hätten wir diese Figur von Clayton vor fünf Jahren gezeigt, hätten die Leute nur gesagt, dass der Typ völlig verrückt sei. Heute dagegen glauben die Leute, sein Charakter sei an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika angelehnt. Und mehr will ich dazu eigentlich gar nicht sagen."
Quelle: Bethesda
Klegg Clayton ist ein schmieriger Widerling und erinnert – wohl nicht rein zufällig – an den heutigen US-Präsidenten.
Muss er auch nicht! Die Botschaft kommt nämlich auch so deutlich rüber. Während wir noch über die Szene grinsen, verlässt Clayton für einen Moment sein Büro. Wir nutzen darum die Gelegenheit und installieren die Wanze an seinem Computer. Nun müssen wir nur noch den Aufzug nach unten nehmen und verduften - doch Clayton meldet sich über Funk und gibt selbstherrlich zu, dass er uns in eine Falle gelockt hat: Der Aufzug rauscht hinab in den Keller, in eine alte Kanalisation, wo uns Ruckus the Crusher erwartet - ein riesiger Mutantenboss. Auch hier sind wieder kombinierte Fähigkeiten gefragt, einfach nur draufhalten und Magazin leer ballern ist keine Option: Sobald der Fleischberg auf uns zustürmt, müssen wir beispielsweise per Dash und Doppelsprung blitzschnell ausweichen, außerdem ist es ratsam, hier Geschütze einzusetzen, die das Vieh für einen Augenblick ablenken.Mit der Schlacht gegen Ruckus endet unsere Demo, nun ergreift noch einmal Magnus das Gamepad. Der Game Director möchte uns zum Abschluss ein paar neue Gebiete zeigen, darunter einen Schrottplatz inmitten eines Sumpfgebietes. Hier wartet ein optionaler Bossgegner: Ein gewaltiger Mech türmt sich vor uns auf, der normalem Beschuss locker standhält. Walker muss den Gegner zuerst auf Schwachstellen scannen und dabei explodierenden Minen ausweichen. Hat man die verwundbaren Teile mit dem Raketenwerfer bearbeitet, öffnet sich die Pilotenkanzel - nun noch ein paar präzise Treffer und der Boss ist Geschichte. Es wird spannend, zu sehen, wie viele solcher Überraschungen in der Spielwelt auf uns warten! Schließlich muss Rage 2 auch abseits der Story für Abwechslung sorgen und die Spieler motivieren.
Apex statt id Tech
Während Magnus mit dem Ikarus über weitläufige Bambuswälder und Graslandschaften hinwegdüst, lässt die hauseigene Apex-Engine von Avalanche ihre Muskeln spielen: Flüssige Tag-und-Nacht-Wechsel, riesige Weitsicht, hübsche Landschaften, tolle Explosionen und das alles ohne Nachladepausen - damit zieht Rage 2 meilenweit an seinem Vorgänger vorbei. Technisch ist allerdings nicht alles perfekt, beim Anspielen fallen hier und da noch kleinere Grafikfehler auf, außerdem entdecken wir immer wieder mal detailarme NPCs und verwaschene Texturen - es sind Momente wie diese, in denen man merkt, dass wir eine unfertige Version spielen, schließlich ist Rage 2 noch ein gutes halbes Jahr von seinem Release entfernt. Doch die restliche Entwicklungszeit kann Avalanche beruhigt in die Grafikpolitur, das Balancing und Bugfixing stecken, denn inhaltlich ist der Open-World-Shooter nahezu fertig und komplett spielbar. Sogar ein Foto-Modus ist bereits eingebaut.
Große Zukunftspläne
Nach dem Abspann ist noch nicht Schluss: Ihr könnt nach dem Ende der Hauptquest einfach weiterspielen, darum gibt es auch keinen New Game Plus-Modus. Die Entwickler bestätigen außerdem, dass der Open-World-Shooter nach Release noch für längere Zeit sowohl mit Gratis-Updates wie auch mit kostenpflichtigen DLCs gepflegt und erweitert werden soll. Zu diesem Zweck kann man sich im Hauptmenü in Bethesdas Netzwerk "Bethesda.net" einloggen, dann wird man über neue Updates direkt im Spiel informiert. Nötig ist das allerdings nicht, wie Tim Willits erklärt: "Du musst nicht mit dem Internet verbunden sein! Wenn du willst, zieh' einfach den Stecker und hab Spaß mit Rage 2." Nach aktuellem Stand (21. Dezember) ist immer noch unklar, ob Rage 2 auf dem PC zwingend an den Bethesda-Launcher gebunden ist: Die digitale PC-Version lässt sich derzeit nämlich nur über den Bethesda Store vorbestellen, auf Steam oder GOG ist das Spiel dagegen gar nicht zu finden.
Quelle: Bethesda
Euer Fahrzeug verbessert ihr im Spielverlauf mit vielfältigen Upgrades.
Spannend bleibt außerdem die Frage, ob Rage 2 in Zukunft noch einen Mehrspielermodus bekommen könnte, vielleicht in Form eines DLCs. Bislang ist der Shooter nämlich als reiner Singleplayer-Titel angekündigt. Es gibt zwar Online-Ranglisten, in denen Spieler ihre Erfolge vergleichen können, etwa bei Mutant Bash TV oder bei diversen Rennveranstaltungen, doch richtige Mehrspieler- oder Koop-Features sind nicht enthalten.
PC-Version mit FOV-Slider und 21:9
Quelle: Bethesda
Satte Explosionen, viele Partikel und hübsche Physik sorgen für effektgeladene Schießereien.
Als wir die Entwickler nach der PC-Version fragen, beugt sich Tim Willits extra tief über unser Diktiergerät: "Wir wissen, dass ihr in Deutschland viele PC-Fans habt, also stell bitte sicher, dass sie wissen: Ja, wir werden jede Menge Video-Settings und Einstellungen haben. Die PC-Spieler wollen heutzutage beispielsweise einen FOV-Slider, der ist natürlich drin. Eine unbegrenzte Framerate kann ich ebenfalls bestätigen. Genauso wie Breitbild-Auflösungen. Ich spiele privat auch an einem Curved-Monitor, also kann ich dir garantieren, dass Rage 2 definitiv eine 21:9-Auflösung anbieten wird. Und dann kommt da noch eine ganze Reihe weiterer Optionen hinzu."
Fazit: Könnte ein Highlight werden!
Die Entwickler versprechen außerdem ein befriedigendes Finale für die Hauptgeschichte - ganz im Gegensatz zum Vorgänger, bei dem man das Gefühl hatte, die letzten Spielstunden seien aus Zeitgründen kurzerhand rausgestrichen und durch ein knappes Outro-Video ersetzt worden. Nach den technischen Problemen von Just Cause 4, das auf der gleichen Engine wie Rage 2 basiert, bleibt allerdings zu hoffen, dass Avalanche die letzten Entwicklungsmonate intensiv nutzt, um Rage 2 auf Hochglanz zu polieren! Denn auch wenn sich die Open-World-Gaudi erst noch im Langzeittest behaupten muss, ist nach dem Anspielen zumindest klar: Bei Avalanche entsteht derzeit einer der vielversprechendsten Ego-Shooter des nächsten Jahres.
