Rage 2: Fette Knarren, schnelle Karren - wir haben den Open-World-Shooter exklusiv gespielt! - Update: Mit Video-Preview!

Special Felix Schütz 35,99 €
Rage 2: Fette Knarren, schnelle Karren - wir haben den Open-World-Shooter exklusiv gespielt! - Update: Mit Video-Preview!
Quelle: Bethesda

Als einzige deutschsprachige Redaktion haben wir uns in die Open World von Rage 2 gestürzt und dabei massenhaft neue Erkenntnisse gewonnnen: Wie ist das Spiel aufgebaut? Wie steuern sich die Fahrzeuge? Und was hat Donald Trump damit zu tun!? In unserer exklusiven Titelstory lest ihr, wie sich Rage 2 derzeit spielt, was schon richtig Spaß macht, wo wir noch Probleme sehen - und warum wir den irren Shooter auch als Frau erleben dürfen. Update: Der Artikel umfasst jetzt auch eine große Video-Vorschau!

In Rage 2 egiert der Wahnsinn: Mit irrem Gekicher stürmt ein Ödlandbandit heran, wir klatschen ihn mit einer Handbewegung gegen die Wand. Seine Kumpels werden von einem explodierenden Benzintank verschlungen, ihr Anführer findet im gleichen Augenblick durch einen messerscharfen Wingstick sein Ende. Blitzschnell feuern wir eine letzte Salve in Richtung der Gegner, bevor wir Anlauf nehmen, per Doppelsprung in die Luft wirbeln, dann steil nach unten sausen und beim Aufprall die Faust in den Boden rammen - eine Druckwelle wird freigesetzt, die auch den letzten Schurken ... nun, sagen wir von den Füßen fegt. "Das war großartig!", jubelt Tim Willits. Tim ist der Studio Director von id Software und er hat recht: Die Kämpfe von Rage 2 fühlen sich klasse an! Wild, überdreht und blutig, aber gepaart mit bitterbösem Humor, der die überzeichnete Gewalt spürbar entschärft. Das wussten wir schon seit unserer letzten Preview zu Rage 2. Unklar dagegen: Wie kombinieren die Entwickler ihre Ballereien im id-Software-Stil mit einer riesigen Open World? Machen die Fahrzeuge Spaß? Gibt's eine vernünftige Story? Und vor allem: Ist Rage 2 überhaupt noch ein "richtiges" Rage?

Felix Schütz trifft Magnus Nedfors (Game Director Avalanche Studios), Tim Willits (Studio Director id Software). Quelle: PC Games Von links nach rechts: Magnus Nedfors (Game Director Avalanche Studios), Tim Willits (Studio Director id Software) und PC Games-Redakteur Felix Schütz. Auf all diese Fragen haben wir nun Antworten: Als einzige deutschsprachige Redaktion und als nur eines von vier Teams weltweit statteten wir den Avalanche Studios in Stockholm einen weiteren Besuch ab. Dort hatten wir zwei Stunden lang die Gelegenheit, eine brandneue Fassung von Rage 2 (jetzt kaufen / 35,99 € ) am PC auszuprobieren. Außerdem zeigten uns die Entwickler jede Menge neue Inhalte und standen uns in Interviews Rede und Antwort. Für unsere Titelstory plauderten wir über eine Stunde lang mit Tim Willits (Studio Director id Software), Magnus Nedfors (Game Director Avalanche Studios), Odd Ahlgren (Narrative Director Avalanche Studios) sowie mit Loke Wallmo (Narrative Designer Avalanche Studios). Neben fetzigen Ballereien und jeder Menge schwarzem Humor erlebten wir dabei auch ein paar nette Überraschungen!

Update: Wir haben der Artikel, der schon am 21.12.2018 veröffentlicht wurde, um zwei Videos ergänzt. Im ersten Video gibt's 20 Minuten Gameplay mit vielen neuen Spielszenen, im zweiten Video berichtet Redakteur Schütz aus erster Hand von seinen Eindrücken.

Eine echte Fortsetzung

Rage 2 kombiniert eine offene Welt à la Avalanche mit deftigen Ballereien im Stil von id Software. Quelle: Bethesda Rage 2 kombiniert eine offene Welt à la Avalanche mit deftigen Ballereien im Stil von id Software. Zu Beginn ergreift Tim Willits das Wort. Er ist bereits seit 23 Jahren im Geschäft, fing damals bei id Software als Levelbastler an, wirkte später maßgeblich an Klassikern wie Quake, Doom 3 und schließlich an Rage mit. Spiele, die eigentlich für blutige Action und starke Technik bekannt sind. Doch heute möchte Willits zuerst über die Handlung reden. Das lässt tief blicken, denn die Story von Rage 2 soll viel mehr bieten als der Vorgänger, der vor sieben Jahren nicht ganz die hohen Erwartungen erfüllen konnte. Darum bekam Rage 2 ein frisches Konzept verpasst und wanderte in die Hände eines neuen Entwicklerteams: Diesmal kümmern sich die schwedischen Krawallexperten der Avalanche Studios um die Umsetzung, id Software ist nur noch in beratender Funktion an Bord. Trotzdem stellen wir beim Anspielen fest, dass sich der Shooter viel näher am Original bewegt als wir anfangs dachten: Rage 2 wird kein x-beliebiges Actionspiel mit drangeflanschter Lizenz, sondern eine echte Fortsetzung!

Moderne Zeiten

Rage 2 spielt 30 Jahre nach dem Vorgänger und ist erneut in den USA angesiedelt, die durch einen Meteoriteneinschlag völlig verwüstet wurden. Um der drohenden Vernichtung zu entgehen, schloss die Menschheit zuvor ausgewählte Leute in Archen ein, eine Art Hightech-Bunker, in denen sie bis zu ihrer Wiedererweckung schlummern sollten. Als sie schließlich Jahrzehnte später an die Erdoberfläche zurückkehrten, fanden sie ein trostloses Ödland vor, in dem Mutanten und Banditen Jagd auf wehrlose Siedler machen. In all dem Elend hat sich die Obrigkeit zur neuen Militärmacht erklärt. Diese technisch hochgerüstete Truppe unter der Führung von General Cross kassierte im ersten Rage eine schwere Niederlage und wurde anschließend in den Untergrund gedrängt. Nun, 30 Jahre später, kehren General Cross und die Obrigkeit zurück und starten einen neuen Versuch, sich das Ödland mithilfe von Hightech-Soldaten und Mutanten unter den Nagel zu reißen.

Die Soldaten der Obrigkeit sind technisch perfekt gerüstet und den anderen Fraktionen im Kampf überlegen. Quelle: Bethesda Die Soldaten der Obrigkeit sind technisch perfekt gerüstet und den anderen Fraktionen im Kampf überlegen. Das erlebt unser Held gleich zu Beginn am eigenen Leib: Wir spielen Walker, einen der letzten noch lebenden Ranger, der mit ansehen muss, wie die Obrigkeit seine Heimat in Schutt und Asche legt. Walker schwört Rache - und da kommen natürlich wir ins Spiel. Bevor es losgeht, gibt's aber noch eine kleine Überraschung: Walker ist nicht zwingend männlich, wir können Rage 2 auch komplett als Frau spielen! "Das war übrigens von Anfang an geplant, wir wollten es nur erst jetzt bekannt geben", verrät uns Loke Wallmo (Narrative Designer). Das Geschlecht hat zwar spielerisch null Auswirkungen, aber da Walker voll vertont ist, dürfte es all jene freuen, die das Abenteuer lieber aus weiblicher Sicht erleben wollen. Romanzen oder Dialoge, die auf unser Geschlecht zugeschnitten sind, wird es aber nicht geben: "Der Kern des Spiels soll sich um die Action drehen und um das Erkunden. Davon soll nichts ablenken. Wir wollten einfach mehr Leute ansprechen, denn die Wahl des Geschlechts ist für manche Spieler sehr wichtig." fügt Loke hinzu. "Walker ist ein Oldschool-Actionheld in dem Sinne, dass er sehr entschlossen und geradlinig sein Ziel verfolgt. Ein Wasteland-Superheld. Wir finden, das nichts mit dem Geschlecht zu tun. Klar, hätten wir das Spiel vor 20 Jahren gemacht, hätten wir jetzt wohl gar keine Diskussion über das Thema. Doch die Zeiten ändern sich und das ist auch gut so."

Shooter-Wahnsinn auf dem Asphalt

Unsere zweistündige Demo beginnt am Steuer des Phönix, eines schwer gepanzerten Kampf-Buggys. Die Karre ist mit Maschinengewehren, Impulswellen und zielsuchenden Raketen bewaffnet und lässt sich im Spielverlauf noch mit weiteren Upgrades ausstatten. Unser Auftrag: Wir sollen einen Konvoi aufhalten, was sich in Rage 2 üblicherweise mit "schrottreif schießen" übersetzen lässt. Also treten wir aufs Gas und schließen zur rollenden Eskorte auf, die aus Motorrädern und Musclecars besteht. Zuerst pfeffern wir die feindlichen Bikes von der Fahrbahn, die ihrerseits versuchen, uns mit elek­trisch geladenen Minen aufzuhalten. Durch großzügiges Auto-Aiming fällt die Action hier zwar eher anspruchslos aus, doch dafür bleibt mehr Zeit, um Angriffen auszuweichen, auf der Spur zu bleiben und natürlich, um die herrlich befriedigenden Explosionen zu genießen.
Mit dem Phönix nehmen wir einen feindlichen Konvoi auseinander. Schnell, arcadig, spaßig! Quelle: Bethesda Mit dem Phönix nehmen wir einen feindlichen Konvoi auseinander. Schnell, arcadig, spaßig! Anschließend sind die feindlichen Buggys an der Reihe, die allerdings durch einen Energieschild geschützt sind. Also werfen wir den Turbo an, drängeln uns zwischen die Panzerkarren und feuern einen Impuls ab, der die Rüstung der Feinde zerfetzt. Als Letztes ist das dicke Hauptfahrzeug dran, eine stählerne Festung auf Rädern, die uns mit heftigem Artilleriefeuer zusetzt. Wir visieren Schwachpunkte an, weichen aus und feuern, was das Zeug hält; das spielt sich arcadig, aber auch spaßig! Als auch dieser Teil geschafft ist, springt unsere Demo an einen ganz anderen Teil der Welt - und überrascht uns mit einem vertrauten Anblick.

Willkommen zu Hause!

Im Dunkel der Nacht finden wir uns in einer Wüste wieder, vor Walkers Motorhaube türmt sich das hell erleuchtete Wellspring auf. Diese einst trostlose Siedlung hat sich seit dem letzten Rage weiterentwickelt, sie ist nun mit kreischbunten Anzeigen gepflastert, aus Lautsprechern dröhnen die Werbeslogans gieriger Straßenhändler. Doch als wir durch die Stadt marschieren, erkennen wir das alte Wellspring eindeutig wieder! Straßen und Gebäude sind ähnlich angeordnet wie im Vorgänger, NPCs flanieren durch die Gassen oder zischeln uns von der Seite an, überall sind witzige Details und Dialoge versteckt. Wenn wir Passanten ansprechen, erhalten wir Nebenaufgaben oder Informationen, die uns zu geheimen Orten bringen. Selbst die Kostüme der NPCs und Händler erinnern stark an das erste Rage - hier merkt man deutlich, dass sich Avalanche bemüht, auch die Fans des Vorgängers wieder ins Boot zu holen. Prima! Tim Willits hat sich übrigens als Easter Egg ins Spiel geschmuggelt: Wir entdecken ihn als NPC "Wimothy Tillits" in einer Seitenstraße - mit runtergelassenen Hosen, auf dem Klo sitzend, eine tote Ratte streichelnd. Also völlig normal.
Ungewohnter Anblick: Trotz der bunten Werbung ist Wellspring aus dem Vorgängerspiel eindeutig wiederzuerkennen. Quelle: Bethesda Ungewohnter Anblick: Trotz der bunten Werbung ist Wellspring aus dem Vorgängerspiel eindeutig wiederzuerkennen.

Als wir die Entwickler auf den hohen Wiedererkennungswert ansprechen, strahlt der Game Director Magnus Nedfors über beide Ohren : "Das freut mich echt, dass du das sagt! Wir wollen, dass sich das Universum immer noch wie Rage anfühlt. Obwohl wir so viel geändert haben, soll man die Wurzeln einfach überall spüren." Auch Tim Willits zeigt sich erleichtert über unser Lob: "Wir haben natürlich darauf geachtet, dass man Rage 1 nicht gespielt haben muss, um den zweiten Teil zu genießen. Aber wenn du die Bezüge erkennst, macht es das Ganze eben noch ein bisschen gehaltvoller. Ja, Rage 2 spielt 30 Jahre später, du hast neue Charaktere, neue Umgebungen, eine neue Welt - aber wir wollten trotzdem genügend Bezüge und Erkennungsmerkmale aus dem Vorgänger haben, um all die Fans zu belohnen, die sich noch an das erste Rage erinnern."

Alte Bekannte

Nach dem etwa 30-minütigen Tutorial steht euch die komplette Spielwelt offen. Quelle: Bethesda Nach dem etwa 30-minütigen Tutorial steht euch die komplette Spielwelt offen. Wir müssen uns zwingen, Wellspring nicht noch länger zu erkunden, schließlich wartet ein Missionsziel auf uns: Wir sollen die Bürgermeisterin treffen, da wir ihre Hilfe im Kampf gegen die Obrigkeit benötigen. Doch noch während wir uns mit dem Türsteher zanken, fliegen schon wieder die Fetzen: Eine Horde Söldner greift aus heiterem Himmel das Bürogebäude an, wir lassen die Waffen sprechen. Danach geht's per Aufzug hinauf zur Bürgermeisterin, die sich als Loosum Hagar entpuppt. Wem das nix sagt: Im ersten Rage haben wir sie als kesse Jugendliche kennengelernt, die uns das Wingstick-Werfen beibrachte! Nun lenkt sie die Geschicke von Wellspring und hat sich dabei einen mächtigen Feind gemacht: Klegg Clayton, der missratene Sohn des ehemaligen Bürgermeisters, den wir im Vorgängerspiel getroffen haben. Klegg hat es auf Loosums Amt abgesehen und will ihr den Machtposten um jeden Preis abjagen. Loosum fehlen jedoch die nötigen Beweise, um ihm das Handwerk zu legen. Deshalb sollen wir eine Wanze in Claytons Büro installieren, die ihn als Drahtzieher hinter dem Angriff enttarnt. Doch Clayton wird uns niemals empfangen, solange wir nicht unseren Wert unter Beweis gestellt haben. Mit anderen Worten: Wir müssen etwas Brutales oder Verrücktes tun, idealerweise beides! Deshalb hat Loosum schon eine Idee: Wir sollen unser Können beim Wettrennen demonstrieren, außerdem müssen wir an der berüchtigten Show "Mutant Bash TV" teilnehmen. Zeit für eine Spritztour!

  1. Seite 1 Rage 2 exklusiv: Story, Entwickler, Spielwelt und alte Bekannte
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