Rage 2 exklusiv: Erkundung, Upgrades und brutale Kämpfe

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Rage 2 exklusiv: Erkundung, Upgrades und brutale Kämpfe
Quelle: Bethesda

Als einzige deutschsprachige Redaktion haben wir uns in die Open World von Rage 2 gestürzt und dabei massenhaft neue Erkenntnisse gewonnnen: Wie ist das Spiel aufgebaut? Wie steuern sich die Fahrzeuge? Und was zum Henker hat Donald Trump damit zu tun!? In unserer exklusiven Titelstory lest ihr, wie sich Rage 2 derzeit spielt, was schon richtig Spaß macht, wo wir noch Probleme sehen - und warum wir den irren Shooter auch als Frau erleben dürfen.

Doktor Kvasir ist eine der drei Hauptfiguren, die wir im Rahmen der Hauptquest 'aufleveln' müssen. Quelle: Bethesda Doktor Kvasir ist eine der drei Hauptfiguren, die wir im Rahmen der Hauptquest "aufleveln" müssen. Als wir mit unserem Phönix-Buggy hinaus in die Wüste brettern, erfahren wir endlich, wie Rage 2 aufgebaut ist: Das ganze Spiel ist um drei Hauptfiguren gestrickt! Loosum Hagar ist eine von ihnen, die beiden anderen sind der Rebellenanführer Captain John Marshall sowie der greise Wissenschaftler Kvasir, die wir beide schon aus dem Vorgängerspiel kennen. Für jede Hauptfigur gibt es eine eigene Handlungsreihe, in der wir spezielle Story-Missionen, aber auch verschiedenste Nebenaufträge und Aktivitäten erledigen müssen. Dadurch erhöht sich im Laufe der Zeit der Einflusslevel des jeweiligen Charakters, bis er schließlich in der Lage ist, Walkers Rachefeldzug zu unterstützen. Im aufgeräumten Menü haben wir jederzeit im Blick, wie weit der jeweilige Charakter "aufgelevelt" wurde und wann wir unseren Angriff auf General Cross starten können - diese letzte Mission wird im Spiel "Project Dagger" genannt. Tiefer­gehende Fraktionsentscheidungen oder Rollenspielelemente gibt es allerdings nicht, die Entwickler verzichten ganz bewusst darauf - schließlich soll Rage 2 kein Fallout werden.

Game Director Magnus Nedfors erklärt uns dazu: "Wir haben eine Weile über sowas diskutiert. Doch je mehr wir unser Spiel im Laufe der Entwicklung lieben lernten, desto klarer wurde uns, dass es sich durch Dinge wie Fraktionsentscheidungen in eine ganz andere Richtung bewegen würde, als wir wollen. Ja, es hat eine Story und der folge ich - aber es ist im Kern ein typischer Shooter, wie man ihn von id Software und Avalanche kennt, mit riesiger Open World und verrückter Action. Als wir Entscheidungen einmal in Rage 2 ausprobierten, wurde uns schnell klar, dass sie vom eigentlichen Spiel ablenken und das Erlebnis zu stark verändern. Privat mag ich Spiele mit solchen Elementen sogar sehr gerne, doch ich hatte nie das Gefühl, dass sie gut zu Rage 2 passen würden."

Talentbäume und Upgrades

Walker sammelt im Spielverlauf neue Fähigkeiten und Ausrüstung. Quelle: Bethesda Walker sammelt im Spielverlauf neue Fähigkeiten und Ausrüstung. Das Aufleveln der Hauptfiguren hat noch einen wichtigen Nebeneffekt: Jeder Charakter steht für einen eigenen Talentbaum! Indem wir Missionen und Ziele in der offenen Welt erfüllen, erhalten wir Punkte für die drei Talentbäume, in denen dutzende Upgrades auf uns warten. John Marshall verbessert beispielsweise den Munitionsvorrat oder unsere Nahkampfangriffe. Bei Loosum gibt es dagegen Upgrades für Wing­sticks und Handwerk sowie günstigere Händlerpreise. Und Doktor Kvasir sorgt etwa mit aufgemotzten Scannern und Kampfboostern für Erleichterung. Hinzu kommt noch ein vierter, kleinerer Talentbaum, der Walkers Schwester Lilly zugeordnet ist; sie kümmert sich um die Verbesserung von Walkers Fuhrpark. Bei Lilly können wir auch jederzeit per Funk unsere Karre anfordern, wenn sie uns mal abhandengekommen ist - ein Tastendruck und schon steht die Mühle vor uns. Realistisch? Nein. Aber so praktisch!

Erkunden auf eigene Faust

Walker soll alles fahren können, was Räder hat, darunter auch blitzschnelle Bikes. Quelle: Bethesda Walker soll alles fahren können, was Räder hat, darunter auch blitzschnelle Bikes. Das Ödland soll voller Nebenaktivitäten stecken, wir zählen allein 19 verschiedene Missionstypen nur für die drei Hauptfiguren: Kopfgeldjagden, Mutantennester ausheben, Zivilisten retten und vieles mehr, außerdem wird es noch weitere Beschäftigungen wie Erkundungsaufträge, Wettrennen, optionale Bosskämpfe oder Schatzsuchen geben, die darauf warten, in der Spielwelt entdeckt zu werden. Schön: Im Gegensatz zu manch anderem Open-World-Titel ist die Übersichtskarte nicht von Anfang an mit Icons zugepflastert. Die Entwickler wollen, dass man die Spielwelt, die komplett ohne Ladezeiten auskommt, zuerst auf eigene Faust erkundet! Einzig die Missionsziele werden direkt eingezeichnet. "Die Karte ist nur ein Werkzeug beim Erkunden. Sie soll nicht der Antrieb für den Spieler sein, indem er Fragezeichen auf der Map abklappert." erklärt uns Magnus Nedfors, Game Director von Rage 2.

Und wer doch mal eine Richtungshilfe braucht, kann beispielsweise Notepads finden, die uns viele Hintergründe zur Spielwelt verraten. "Wenn du auf Lore stehst, wirst du dieses Spiel lieben. Wir haben massig davon!", erklärt Tim Willits zufrieden. Manche der gesammelten Hinweise fügen Walkers Übersichtskarte neue Markierungen hinzu, außerdem gibt es Händler, die wichtige Locations gegen einen Preis verraten. Neben versteckter Beute oder Banditenlagern erfahren wir so auch die Standorte der wertvollen Archen: Diese Hightech-Bunker sind stets mit einer Herausforderung verbunden, halten aber wichtige Upgrades, Waffen und Fähigkeiten bereit. Auf keinen Fall verpassen!

Nur fliegen ist schöner

Anders als in Rage oder in Mad Max, das ebenfalls von Avalanche entwickelt wurde, seid ihr in Rage 2 nicht nur in Wüsten unterwegs: Die Welt hat sich in den drei Jahrzehnten stark verändert, neue Klimazonen prägen nun die Landschaft, die früher mal die USA waren. Ihr erkundet Steppen, Wälder, Dschungel und Oasen, die sich zu den bekannten Wüsten- und Ruinenszenarien des Vorgängers gesellen, sogar Sümpfe wird es geben, in denen Walker mit einem Propellerboot auf Entdeckungstour gehen muss. Und das soll sich lohnen: Wer die Augen offen hält, erbeutet vielleicht sogar den Ikarus-Minikopter, einen kleinen Ein-Mann-Hubschrauber, der nicht Teil der Hauptquest, sondern als Belohnung für Spieler gedacht ist, die aufmerksam die Welt erforschen. Zwar konnten wir den pfeilschnellen Ikarus noch nicht selbst fliegen, doch immerhin zeigte uns Magnus Nedfors, wie bequem man damit die weitläufige Welt bereist. Cool!
Der Mini-Helikopter Ikarus liegt nicht auf dem Hauptpfad, sondern belohnt erkundungsfreudige Spieler. Quelle: Bethesda Der Mini-Helikopter Ikarus liegt nicht auf dem Hauptpfad, sondern belohnt erkundungsfreudige Spieler. Auf dem Weg machen wir einen Abstecher zu einer alten Tankstelle am Wegesrand, in der sich eine Banditenschar eingenistet hat. Wenn es uns gelingt, die Bande auszuschalten, winken uns Punkte in Loosums Talentbaum. Obendrein locken als zusätzlicher Anreiz fünf versteckte Beutekisten, die beispielsweise Geld oder seltene Handwerksmaterialen enthalten. Eine Einblendung verrät uns den Schwierigkeitsgrad des optionalen Auftrags: Einer von zehn Totenschädeln bedeutet, dass hier auch Einsteiger willkommen sind - das sollte doch zu schaffen sein? Denkste! Wir haben anfangs unsere liebe Not, am Leben zu bleiben. Zwar agieren die Gegner oft alles andere als schlau und flitzen auch gerne mal direkt in unser Mündungsfeuer, doch dafür setzen sie sich heftig zur Wehr. Wer Rage 2 wie einen klassischen Deckungsshooter spielt, sieht hier kein Land. Die einzige Chance auf Erfolg: Wir müssen in Bewegung bleiben und unsere Talente clever kombinieren.

Ballern wie die Profis

Mit der Nanotrite-Fähigkeit Shatter stößt Walker seine Gegner weg. Das Talent lässt sich ausbauen. Quelle: Bethesda Mit der Nanotrite-Fähigkeit Shatter stößt Walker seine Gegner weg. Das Talent lässt sich ausbauen. Denn Walker verfügt zwar über ein stattliches Waffenarsenal, doch seine (oder ihre) Stärken liegen in den Nanotrite-Fähigkeiten. Das sind übermenschliche Talente, die wir im Spielverlauf finden und danach weiter verbessern. Beispielsweise kann Walker mit einem Dash blitzschnell zur Seite ausweichen oder per Doppelsprung eine höhere Ebene erreichen. Auf späteren Ausbaustufen kann unser Held sogar kurzzeitig schweben - wer nun also beide Talente kombiniert, kann die heranstürmenden Gegner elegant ausmanövrieren, dem feindlichen Kugelhagel ausweichen und vielleicht noch eine Granate zwischen den Angreifern platzieren! Zu den offensiven Talenten zählt die Shatter-Fähigkeit, die Star Wars-Fans wohl als "Force Push" bezeichnen würden: Mit einer Handbewegung stößt Walker Gegner oder Objekte von sich weg, befördert Feinde so in einen Abgrund oder schleudert sie gegen eine Wand. Mit Ground Slam lässt sich Walker dagegen aus der Höhe herabsausen, was leichtere Ziele in der Umgebung zuverlässig plattmacht. Tipp: Kombiniert das Talent mit dem Doppelsprung, das verstärkt den Schaden enorm.

Die Entwickler werden uns später noch weitere Neuerungen präsentieren, etwa die Vortex-Fähigkeit, die Gegner und Objekte - darunter auch explosive Fässer und Granaten - aus der Umgebung ansaugt. Ebenfalls neu: Walker kann nun einen Energieschild platzieren, der feindliche Geschosse abwehrt. Zusätzlich zerbröselt die Barriere zuverlässig jeden Gegner, den Walker per Shatter-Attacke hineinstößt. Sie lässt sich außerdem prima mit dem Wingstick kombinieren: Dieser rasiermesserscharfe Bumerang kehrt aus dem ersten Rage zurück, lässt sich auf Ziele aufschalten und lässig um die Ecke werfen. Ebenfalls mit dabei: Kleine automatische Geschütztürme und fliegende Drohnen, die man beim Händler kauft oder aus gesammeltem Schrott zusammenbastelt - sehr nützlich!
Mit der Nanotrite-Energiebarriere verschafft sich Walker mitten im Kampf eine Verschnaufpause Quelle: Bethesda Mit der Nanotrite-Energiebarriere verschafft sich Walker mitten im Kampf eine Verschnaufpause Walkers wichtigste Fertigkeit ist aber der Overdrive-Modus, der verfügbar wird, sobald man genügend Feinde erledigt hat. Der verpasst uns für kurze Zeit einen mächtigen Schadensbonus und sorgt dafür, dass sich Walkers Lebenspunkte zügig wiederherstellen, sodass man voll in die Offensive gehen kann. Das macht nicht nur Spaß, sondern ist auch schlichtweg überlebenswichtig: Vor allem auf hohen Schwierigkeitsgraden wird der Overdrive zu Walkers nützlichstem Werkzeug, um neue Lebenskraft zu tanken. Alternativ kann man aber auch kostbare Heilinjektionen nutzen oder die wertvollen Feltrite-Kristalle aufheben, die besiegte Gegner manchmal hinterlassen - die bringen ein wenig Heilung und dienen zusätzlich als Währung für Upgrades.

Werkzeuge der Zerstörung

Auch in Rage 2 wirft uns die Obrigkeit riesige, technisch aufgemotzte Mutanten entgegen.  Quelle: Bethesda Auch in Rage 2 wirft uns die Obrigkeit riesige, technisch aufgemotzte Mutanten entgegen.  Walkers Waffenarsenal kann sich ebenfalls sehen lassen: Bereits die typischen Pistolen, Shotguns und Maschinengewehre fühlen sich klasse an und überzeugen mit einem satten Trefferfeedback - hier merkt man deutlich, dass id Software mit an Bord ist und Avalanche bei der Umsetzung der Shooter-Mechaniken gut beraten hat. Je nach Situation geraten getroffene Gegner auch mal ins Straucheln, teilweise müssen wir ihnen sogar erst den Helm oder Teile der Körperpanzerung vom Leib schießen, bis sie überhaupt verwundbar werden. Hier dürfte auch das Crafting-System ins Spiel kommen, denn mit gesammelten Ressourcen, die überall in der Welt verteilt sind, kann Walker auch seine Nanotrite-Fähigkeiten und Waffen verbessern - wenn also mal wieder eine Horde dick gepanzerter Gegner anrückt, wäre es vielleicht an der Zeit, in frische Verbesserungen zu investieren.

Peter Johansson, der leitende Combat Designer, zeigt uns außerdem ein paar brandneue Waffen, die wir bequem per Ringmenü auswählen: So wird es etwa eine Art Magnetkanone geben, die zielsuchende Projektile verschießt und damit Feinde und Objekte markiert. Löst man dann das Sekundärfeuer aus, werden die zuvor markierten Ziele blitzschnell aneinandergezogen - effektiv und ziemlich lustig! "Intern bezeichnen wir das Ding übrigens als Youtube-Kanone." scherzt Tim Willits, denn er hofft, dass sich viele Spieler finden, die mit der Knarre allerlei verrücktes Zeug anstellen und das Erlebte auf Video festhalten.

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