Arbeitsspeicher: Kaufberatung, Wissenstipps und Marktübersicht zu RAM

Special Antonio Funes
Arbeitsspeicher: Kaufberatung, Wissenstipps und Marktübersicht zu RAM
Quelle: ADATA

Jeder PC benötigt Arbeitsspeicher, auch RAM genannt. Doch was muss man beim Kauf und Einbau beachten? Welcher RAM ist für welche CPU geeignet? Spielt das Mainboard eine Rolle? Was ist überhaupt DDR und Dual Channel? Dies und mehr beantworten wir in unserem Special und bieten zudem eine Marktübersicht mit 16- und 32-GB-Kits.

Kaufberatung Arbeitsspeicher

In unserem heutigen Special dreht sich alles um Arbeitsspeicher - wir erklären, was ihr über diese Hardwarekomponente wissen solltet, und bieten auch am Ende eine Marktübersicht. Der Arbeitsspeicher ist quasi das Kurzzeitgedächtnis des PCs. Er wird auch RAM genannt, was für die technische Bezeichnung "Random Access Memory" steht.

Das Wort "random" wird im Deutschen meist als "zufällig" übersetzt - hier passt aber eher die ebenfalls zulässige Übersetzung "beliebig", denn sinngemäß bedeutet die komplette Übersetzung von RAM, dass auf den Speicher beliebig zugegriffen werden kann. Im Gegensatz zum Speicher einer Festplatte oder SSD ist der RAM nicht für ein dauerhaftes Speichern von Daten gedacht. Sobald der PC keinen Strom mehr hat, sind die Daten aus dem Arbeitsspeicher weg. Dafür ist RAM enorm schnell - würde eine CPU unmittelbar mit einer SSD oder gar einer Festplatte kommunizieren, so würde deren Leistung stark gebremst werden. Der RAM ist also für Daten und Programme gedacht, die möglichst schnell zur Verfügung stehen müssen.

Corsair Vengeance LPX Quelle: Corsair Corsair Vengeance LPX Nur um dies zu veranschaulichen: DDR4-RAM mit einem Takt von 2400 Megahertz kann bis zu 19,2 Gigabyte pro Sekunde zur Verfügung stellen. Eine sehr schnelle per PCIe angebundene M.2-SSD (zu SSDs hatten wir übrigens am letzten Wochenende ebenfalls ein Special veröffentlicht) schafft "nur" gute 4,5 Gigabyte pro Sekunde beim Lesen, beim Schreiben weniger.

RAM kaufen - aber welchen?

Zunächst müsst ihr wissen, welche Arbeitsspeicher-Sorte ihr braucht. Für Desktop-PCs sind es so gut wie immer DIMM-Riegel. Bei Notebooks und einigen Mini-ITX-Mainboards sind es die kleineren SO-DIMM-Riegel. Wir behandeln in unserem Special primär DIMM-RAM, wobei die meisten Dinge auch für SO-DIMM-RAM gelten. Für aktuelle Prozessoren, zum Beispiel die AMD Ryzen-CPUs für den Sockel AM4 oder Intels Core i-8000er und Core i-9000er-CPUs für den Sockel 1151 v2, ist DDR4-RAM das Mittel der Wahl, und zwar je nach CPU mit einem Takt von mindestens 2666 MHz (Megahertz). Den Taktwert gemessen in MHz findet ihr im Namen des RAM-Riegels genannt - in aller Regel steht er direkt hinter dem Kürzel DDR4-, also beispielsweise DDR4-2666 oder DDR4-3200. Da die neuesten Ryzen-CPUs einen Speichercontroller für DDR4-RAM mit 3200 MHz haben, ist entsprechendes RAM inzwischen kaum teurer als deutlich langsameres RAM. Da zudem auch CPUs, die eine geringere Speicheranbindung haben, durchaus von schnellerem RAM profitieren können, macht es Sinn, sich direkt DDR4-RAM mit 3000 MHz oder mehr zu kaufen. Ganz allgemein gilt: Sofern ihr euch nicht ganz sicher seid, welches RAM ihr benötigt, könnt ihr es anhand der CPU, des Mainboards oder mit einem Tool leicht feststellen. Die folgende Tabelle zeigt euch die Geschwindigkeiten der Speichercontroller bei den wichtigsten CPU-Familien der letzten Jahre im Mainstream-Sektor sowie die passende RAM-Art:

Hersteller Sockel CPU-Familie Beispiel-CPU RAM-Art RAM-Controller
Intel 1155 Sandy Bridge Core i7-2700K DDR3 1333 MHz
Intel 1155 Ivy Brigde Core i7-3770 DDR3 1600 MHZ
Intel 1150 Haswell Core i5-4460 DDR3 1600 MHZ
Intel 1151 Skylake-S Core i7-6700 DDR4 2133 MHz
Intel 1151 Kaby Lake-S Core i5-7600 DDR4 2400 MHz
Intel 1151 v2 Coffee Lake-S Core i5-8600 DDR4 2666 MHz
Intel 1151 v2 Coffee Lake-R Core i7-9700 DDR4 2666 MHz
AMD AM3+ Vishera FX-8350 DDR3 1866 MHz
AMD AM4 Zen (Raven Ridge) Ryzen 5 1600 DDR4 2666 MHz
AMD AM4 Zen+ (Pinnacle Ridge) Ryzen 5 2600X DDR4 2933 MHz
AMD AM4 Zen 2 (Matisse) Ryzen 7 3700 DDR4 3200 MHz

In der Tabelle haben wir auch einige ältere CPU-Familien eingetragen, die durchaus noch der ein oder andere Gamer unter euch nutzen wird. Je nach Alter der CPU könnte also noch DDR3-RAM nötig sein - dieser ist inzwischen zwar etwas schwieriger zu bekommen, aber nicht viel teurer als DDR4-RAM. Falls ihr RAM mit einem Takt kaufen wollt, der höher als der von uns zur jeweiligen CPU-Familie genannte Takt ist, hängt es auch vom Mainboard ab, ob ihr den höheren Takt nutzen könnt. Ein besonders hoher Takt schadet nicht, aber es gibt natürlich Grenzen, ab wann sich der zu zahlende Aufpreis noch lohnt - selbst dann, wenn das Mainboard die Geschwindigkeit unterstützt. RAM, das einen geringeren Takt als der Speichercontroller der CPU hat, wäre auf der anderen Seite aber auch kein Beinbruch.

Ein Tipp zu passenden Tools zum Auslesen der Daten: Mit einem Tool wie CPU-Z könnt ihr herausfinden, welche CPU, welches Mainboard und welches RAM ihr aktuell habt - somit wisst ihr, welcher Arbeitsspeicher für eine Aufrüstung in Frage kommt, und ihr könnt auch prüfen, ob euer RAM korrekt eingestellt ist. Achtet darauf, dass einige Tools den "echten" Takt anzeigen, also den halben Wert von dem Wert, mit dem der Arbeitsspeicher vermarktet wird - was dies bedeutet, klären wir auf der nächsten Seite.

  1. Seite 1 Kaufberatung RAM: Einleitung; passenden RAM wählen
  2. Seite 2 Kaufberatung RAM: DDR und CL
  3. Seite 3 Kaufberatung Einbau und RAM-Menge
  4. Seite 4 Kaufberatung RAM: Videospeicher und Marktübersicht
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