25 Jahre Quantic Dream: Streitbare digitale Geschichtenerzähler - Seite 2
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Von The Nomad Soul bis Star Wars: Eclipse: Quantic Dream um Kreativkopf David Cage hinterließ seine Fußstapfen in der Gaming-Historie. Wir blicken zurück!
Das Problem: die Suche nach einem Publisher für den ungewöhnlichen Titel. Im Eurogamer-Interview erklärte Cage, dass Vivendi den Pitch bereits 2003 erhielt. Die damaligen Verantwortlichen standen hinter dem Projekt. Doch über die Jahre veränderte sich das Personal und damit auch Vivendis Interesse. Quantic Dream wechselte mit Fahrenheit (in Nordamerika: Indigo Prophecy) kurzfristig zu Atari, sodass die Entwicklung trotz finanzieller Engpässe gesichert war.
Inspiriert von der Präsentation der Hit-Serie 24 wartete das Action-Adventure mit Bild-in-Bild-Momenten, vielen Freiheiten und noch mehr Plot-Twists auf. Fahrenheit schlug ein, aber David Cage zeigte sich in späteren Interviews unzufrieden, weil Atari seiner Meinung nach zu wenig ins Marketing investiert hatte: "Das Spiel verkaufte sich in den USA gut. Wir haben damit Geld verdient, aber es war nur ein Bruchteil des Potenzials, weil das Vertrauen fehlte." Neben den soliden Absatzzahlen überzeugten bei Fahrenheit vorwiegend die Kritiken und Bewertungen. Trotz etlicher Programmfehler war das Spiel ein Publikumsfavorit.
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Quelle: Moby Games
The Nomad Soul hieß in den USA Omikron: The Nomad Soul. David Cage bezeichnet es gerne als „Science-Fiction-GTA“. Tatsächlich brachte das 1999 veröffentlichte Spiel viele Tugenden des erfolgreichen Rockstar-Games mit.
Und mit ihm avancierte David Cage zur Marke für "Interactive Movies" oder auch "Narrative Adventures". Dem Pfad sollten er und Quantic Dream auch im kommenden Jahrzehnt folgen.
Die Sony-Ära
Eine Grundlage für diese Ausrichtung war moderne Motion-Capturing-Technologie, um die Darsteller, ihre Mimik und die Bewegungen aufzunehmen und zu digitalisieren. Bereits für Fahrenheit arbeitete Quantic Dream mit dem MoCap-Technologie-Entwickler Vicon zusammen. In den kommenden Jahren investierte man immer wieder in neue Ausrüstung und festigte die Verbindung mit Vicon.
Das Drehen virtueller Filme als Visitenkarte für die großen Publisher brachte letztlich den Erfolg. 2006 stellte Quantic Dream auf der E3-Messe in Los Angeles die Grafikdemo The Casting vor und erregte damit die Aufmerksamkeit vieler potenzieller Geldgeber. Das Ergebnis: Sony beauftragte Quantic Dream mit der Entwicklung eines PS3-exklusiven Spiels.
Quelle: Quantic Dream
David Cage bei der Arbeit: Der Boss und Gründer von Quantic Dream ist bei Projekten wie Beyond: Two Souls nicht nur Skript-Schreiber, sondern auch Regisseur.
Dabei handelte es sich natürlich um Heavy Rain. Das Krimi-Abenteuer verfeinerte die durch Fahrenheit entwickelte Design-Rezeptur. In den Quick-Time-Events integrierten die Macher die Bewegungsfunktionen des Sixaxis-Controllers und inszenierten das Ganze dank des höheren Budgets und modernerer Hardware wie einen Hollywood-Thriller. Heavy Rain wurde mit über drei Millionen verkauften Einheiten zum bis dato erfolgreichsten Quantic-Dream-Werk.
"David Cage als Marke, wie du es nennst, geht es nicht darum, Nachfolger zu entwickeln", führte der Quantic-Dream-Boss im Interview aus. Er erklärte weiter: "Lass mich an dieser Stelle dumm sein: Ich bin nicht in dieser Branche, um Geld zu verdienen. Ich habe Heavy Rain geschrieben, weil ich davon begeistert war und weil ich etwas zu sagen hatte."
Die Zusammenarbeit mit Sony wurde 2011 verlängert. 2012 präsentierte Quantic Dream mit Kara die nächste aufwendige Grafikdemo, die bereits einen Vorgeschmack auf kommende Projekte gab. Auf Heavy Rain folgte 2015 Beyond: Two Souls mit einem erneut ganz anderen Anspruch.
Mit Hollywood-Größen wie Elliot Page (vor seiner Geschlechtsanpassung) und Willem Dafoe in den Hauptrollen erweckte das Action-Abenteuer auch das Interesse der Mainstream-Medien. Die angesprochene Investition in die Motion-Capturing-Technologie von Vicon kam hier voll zum Tragen.
Die von Page dargestellte Jodie Holmes ist auf mysteriöse Weise mit dem Geisterwesen Aiden verbunden. Das Spiel umfasste die Erlebnisse zwischen dem achten und dem 25. Lebensjahr der Protagonistin und ist in seiner Erzählweise episodenhaft.
Der von Lorne Balfe, Normand Corbeil und Hans Zimmer geschriebene Soundtrack untermalte das Spiel dabei mehr als treffend. Aiden brachte viele ungewöhnliche Spielmechaniken und Entscheidungsmöglichkeiten ins Spiel, wodurch sich Beyond: Two Souls stark von bisherigen Quantic-Dream-Titeln abhob.
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