Quantic-Dream-Gründer David Cage im Interview - Seite 4

Special David Benke
Quantic-Dream-Gründer David Cage im Interview - Seite 4
Quelle: Quantic Dream

Anlässlich des 25. Jubiläums von Quantic Dream durften wir Studio-Gründer David Cage im Interview mit Fragen zu NetEase und Star Wars: Eclipse löchern.

PC Games: Es gab zwischenzeitlich Berichte, Quantic Dream hätte Probleme damit, neue Angestellte zu finden. Deshalb wurde der Release von Star Wars Eclipse angeblich auf 2027 verschoben. Was ist an diesen Gerüchten dran?

David Cage: Ja, wir haben Probleme damit, neue Leute zu finden. Aber diese Probleme hat jedes andere Studio da draußen auch! Es herrscht aktuell ein riesiger Wettkampf um Fachkräfte. Es gibt so viele Projekte, aber nur so wenige verfügbare Talente. Also hat jeder damit zu kämpfen, die Leute ausgerechnet für sein Spiel zu gewinnen. Das ist einfach nur natürlich.

PC Games: Kommen wir doch mal zu Star Wars: Eclipse. Ein Spiel im Krieg-der-Sterne-Universum muss doch eine richtig große Nummer für euer Studio sein, besonders nachdem die Lizenz zuletzt exklusiv bei Electronic Arts lag?

David Cage: Es ist ein wahr gewordener Traum. Als ich den ersten Film damals entdeckt habe, war ich gerade einmal acht Jahre alt und einfach nur begeistert von Raumschiffen, Lichtschwertern, Rittern und Prinzessinnen. Ich war direkt ein Fan!

Star Wars ist außerdem eine der wenigen Franchises, die über mehrere Generationen hinweg bekannt sind: Meine Eltern kennen es, ich kenne es, meine Kinder kennen es. Das können nicht viele Marken von sich behaupten. Entsprechend freut sich das ganze Team auch schon darauf, an Eclipse arbeiten und diesem Universum etwas beisteuern zu dürfen.

PC Games: Das Spiel wird ja voraussichtlich in der High-Republic-Ära spielen, einer Zeitlinie, die noch relativ neu ist, die ihr jetzt quasi mitprägen könnt. Ist das eine große Verantwortung?

David Cage: Star Wars ist einfach ein riesiges Monument der Popkultur-Geschichte. Wir wollen die DNA der Franchise respektieren, deshalb arbeiten wir auch sehr eng mit den Leuten von Lucas Arts zusammen. Gleichzeitig wollen wir uns aber auch ein paar kreative Freiheiten herausnehmen, ein paar eigene Ideen einbringen und dem Material eine persönliche Note verleihen. Und ich glaube der erste Teaser, den wir veröffentlicht haben, gibt schon einen guten Vorgeschmack darauf.

PC Games: Gäbe es denn noch eine andere Franchise, die ihr gerne in ein Videospiel verwandeln würdet?

David Cage: Ich glaube, Star Wars war tatsächlich die einzige Marke. Wir wurden in den letzten Jahren bereits mehrfach von diversen Spiel- und Film-Franchises kontaktiert, ob wir nicht Interesse an einer Zusammenarbeit hätten. Und wir waren wirklich geehrt, dass man uns als Partner in Betracht gezogen hat. Aber wir hatten nie wirklich das Gefühl, diesen Welten etwas Sinnvolles beisteuern zu können. Mit Star Wars war es komplett anders. Hier war von Anfang an bei allen Beteiligten eine ungemeine Begeisterung für das Projekt da.

PC Games: Und wie sieht es mit einem Schauspieler-Wunsch aus? In der Vergangenheit konntet ihr euch ja schon Willem Dafoe oder Elliot Page für eure Spiele sichern.

David Cage: Da gäbe es wohl ziemlich viele. Aber um ehrlich zu sein, wollen wir nicht nur mit Leuten zusammenarbeiten, die schon berühmt sind. Das Tolle an unseren Spielen ist doch, dass wir immer wieder talentierte Darsteller finden, von denen man vorher noch nie gehört hat, und die absolut fantastisch sind. Diese Leute zu entdecken, ihnen eine Bühne zu geben, ist ein echtes Vergnügen. Bryan Dechart (Connor aus Detroit) oder Valorie Curry (Kara aus Detroit) sind da tolle Beispiele.

PC Games: Was müssten wir denn tun, um auch mal in einem Quantic-Dream-Spiel aufzutauchen? Unsere Photogrammetrie-Aufnahmen habt ihr ja schon!

David Cage: Alles klar! Du bist ein Jedi, du hast den Job! (Lacht) Aber Spaß beiseite, bisher gibt es noch keinen fixen Besetzungsplan. Also wer weiß.

Für Heavy Rain hatten wir auch mal eine Aktion, bei der wir in einem Pariser Museum unsere Geräte aufgestellt und die Leute dazu eingeladen haben, sich von uns scannen zu lassen. Dann mussten sie nur noch einen Vertrag unterschreiben und die wenigen Auserwählten, die es am Ende tatsächlich ins Spiel geschafft haben, haben sogar ein klein wenig Geld und eine Erwähnung in den Credits bekommen.

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