Project Cars 2 - Vorschau: Wir haben die Rennsim sechs Wochen vor Release noch einmal ausführlich angespielt
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Knapp anderthalb Monate sind es noch, bis Project Cars 2 von den Slightly Mad Studios endlich erscheint. Wir haben die Rennsimulation noch einmal angespielt und verraten euch, welche Neuerungen im zweiten Teil des ambitionierten Projekts stecken.
In einem Jahr der Superlative versucht ein Außenseiter den Frühstart: Slightly Mad Studios' Project Cars 2 kämpft mit namhaften Konkurrenten wie Forza Motorsport 7 oder Need for Speed: Payback und - auf PS4 - auch noch Gran Turismo: Sport um eine ähnliche Käuferschaft. In Frankfurt präsentierte der britische Entwickler eine weit fortgeschrittene Version seines beinharten, aber ungemein komplexen Pistendramas. Und dabei wird vor allem eins klar: Project Cars 2 möchte den Massenmarkt erobern, ohne alte Fans zu verprellen.
Gewaltige Auswahl
Project Cars 2 basiert zwar auf dem ersten Teil, wartet aber mit reichlich Neuerungen auf. Besonders beim Fuhrpark legt man zu: So erweitern beispielsweise zehn neue Ferrari-Modelle - darunter der Ferrari 330 P7 aus dem Jahr 1967 oder der 488 GT3 - das Angebot. Für die freien Rennen stehen uns alle Fahrzeuge zur Verfügung und erstmals koppelt Slightly Mad die Events nicht mehr an die zuvor ausgewählte Klasse des eigenen Fahrzeugs. Stattdessen wählen wir frei aus: Wieso nicht mal eine Runde über den Hockenheimring drehen und es dabei mit Rallycross-Flitzern, Karts und F1-Wagen aufnehmen? "Falls ihr es möchtet, dreht ihr bei Schnee 916 Runden über den Kurs von Imola - in einem Sportwagen auf Slicks," lacht Game Director Stephen Volijon und spielt an den Reglern im Optionsmenü herum. Wer sich schon bei Netflix ob der großen Auswahl nicht entscheiden kann, für den bietet das Spiel eine Auswahl an Voreinstellungen.
Überhaupt gewinnen wir zunehmend den Eindruck, dass wir uns unser Project Cars 2 so einstellen wie das morgendliche Frühstücksei. Sind uns die Rennen zu lang, lassen wir einfach Übungsrunden sowie Qualifying weg und regeln die Rennzeiten herunter. Beim Tuning greift uns der Chefmechaniker unter die Arme. Während uns das Werkstattmenü förmlich mit Fachbegriffen und Optionen überschüttet, fragt der Schrauber ein paar Fakten ab und spuckt danach einen zweckmäßigen Setup für uns aus. Das Team von Slightly Mad achtet selbst auf Kleinigkeiten: Bei Rennen mit fliegendem Start können wir die Einführungsrunde nun selbst fahren und natürlich gibt es in der Boxengasse lediglich einen optionalen Autopiloten.
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Quelle: PC Games
An Bord des Formel-1-Boliden über den Red Bull Ring in Österreich. Project Cars 2 beeindruckt im Vergleich zum Vorgänger bereits vor dem Launch mit seiner ruckelfreien Grafik und der tollen Weitsicht.
Quelle: PC Games
Auf der Zielgeraden von Imola: Hilfesymbole wie diese Kurvenanzeige sind natürlich nur optional und lassen sich in den Einstellungen - ebenso wie etwa eine dynamische Ideallinie - deaktivieren.
Die Technik überzeugt
Beim Hands-On-Event in Frankfurt zeigte Slightly Mad neben einer aufgebohrten PC-Version auch die Playstation-4-Version. Nachdem der Vorgänger auf der alten Konsolengeneration noch mit der Technik zu kämpfen hatte, zeigt sich Project Cars 2 bereits etliche Wochen vor dem Start in guter Frühform. Zwar lief das Spiel auf den bereitgestellten Playstation-4-Pro-Konsolen lediglich bei 1920x1080 Bildpunkten, dafür gab es aber keinerlei Ruckler oder andere nervige Aussetzer. Das Bild wirkte angenehm ruhig und gerade mit den tief liegenden F1-Boliden kam aus der Cockpit-Perspektive ein wirklich anständiges Geschwindigkeitsgefühl auf. Tearing oder andere Grafikprobleme gab es gar nicht.
Trotzdem fehlten noch einige Funktionen wie etwa 4K-Unterstützung oder HDR. Game Director Stephen Volijon (siehe auch Interview auf Seite 4) kündigte aber bereits an, dass man bis zur letzten Sekunde am Spiel arbeiten werde. Gut möglich, dass da wieder ein größerer Day-One-Patch auf uns zukommt. Auf die Leistungsfähigkeit aktueller Konsolen angesprochen gibt sich Volijon betont salomonisch: "Als Entwickler freuen wir uns natürlich über mehr Leistung. Und wir werden alles tun, um der neuen Hardware und ihren Käufern gerecht zu werden."
Lust und Frust am Fahren
Doch viel entscheidender als die zweifellos gelungene technische Umsetzung, ist bei Project Cars 2 das eigentliche Fahrgefühl. Und das überzeugt sowohl mit Gamepad als auch mit Lenkrad und Racing-Seat. Controller-Piloten stellen ihre Gamepads auf ihre Ansprüche ein und bestimmen beispielsweise die Direktheit des Lenkradeinschlags für Analog-Stick-Bewegungen. Im Vergleich zum Vorgänger macht die Controller-Steuerung einen deutlichen Sprung nach vorne. Selbst ohne Feintuning spielt sich Project Cars 2 auf der Strecke absolut klasse und vor allem nachvollziehbar.
Quelle: PC Games
Mit dem Polo RX über die Wildcrest Rallycross-Strecke: Gerade zum Start kämpfen die Computer-Piloten mit harten Bandagen um ihre Position. Kratzer sind noch das kleinste Übel.
Fahrhilfen passen wir bereits im Vorfeld an. Besonders interessant: Mit authentischen Fahreinstellungen simuliert Project Cars 2 die realen Fahrzeugmodelle. Das bedeutet beispielsweise, dass ältere Autos nicht über Komfortfunktionen wie ABS verfügen und sich dadurch in bestimmten Situationen absolut anders steuern als gewohnt. Bei den ersten Runden der Ginetta Juniors Challenge beispielsweise haut es unseren 70er-Jahre-Flitzer immer wieder bei kleinsten Lenkfehlern von der Strecke. Sobald wir auch nur ein Mal das Gaspedal im falschen Moment anschauen, gerät der Wagen ins Schleudern und lässt sich nur noch sehr schwer abfangen. Der Grip, also die Bodenhaftung, und die Streckenbeschaffenheit gehen mit den grundsätzlichen Fahreigenschaften einher.
