Ballern wie in den 90er Jahren: Fünf aktuelle Shooter-Tipps für Retro-Fans!

Special Felix Schütz
Prodeus
Quelle: Bounding Box Software Inc.

Dicke Pixel, irre Waffen, hohle Gegner und vor allem: Gameplay pur! So waren Shooter früher mal und so wünschen sie sich auch manche Spieler wieder zurück. Kein Wunder also, dass die Retro-Welle mittlerweile auch das Shooter-Genre erfasst hat. Und so gibt's heute wieder eine ganze Reihe klassischer Ballertitel, die uns mit altbackener Optik und schnörkellosem Gameplay zurück in die 90er Jahre versetzen. Fünf aktuelle Shooter im Retro-Gewand stellen wir euch in diesem Special vor - mit Video!

Retro. Vor ein paar Jahren war das noch ein Begriff, den man vor allem mit Adventures wie Thimbleweed Park oder großartigen Indie-Plattformern in Verbindung brachte. Heute sieht das anderes aus, denn Retro ist schon längst kein Trend mehr, sondern hat sich zum eigenen Stilmittel und Designgrundsatz entwickelt, der sich quer durch alle Genres zieht. Das betrifft neuerdings auch klassische Ego-Shooter, die uns mit bewusst pixeliger Optik und schnörkellosem Gameplay zurück in die 90er Jahre katapultieren. Für Ballerfreunde alter Schule stellen wir in diesem Special fünf aktuelle Retro-Shooter vor. Feuer frei!

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Dusk

Unser naheliegendster Kandidat ist natürlich Dusk (jetzt kaufen / 53,99 € ), das sich vom Early-Access-Geheimtipp zum echten Überraschungserfolg gemausert hat. Der Retro-Shooter konnte seit seinem Release massig gute Kritiken abräumen und hat sich allein im ersten Monat rund 70.000 Mal verkauft. Auch in unserem großen Test schnitt Dusk sehr gut ab. Mehr als beachtlich für ein Spiel, das sich optisch wie spielerisch an uralte Genre-Klassiker wie id Softwares Quake anlehnt. Von der braungrauen Matschoptik sollte man sich aber nicht täuschen lassen, denn Dusk überzeugt mit abwechslungsreichem, cleverem Leveldesign, rasend schnellen Schießereien, gelungener Gruselatmosphäre und einem fetzigen Soundtrack, der die Action stimmungsvoll untermalt. Dass die Waffenauswahl dabei nicht mehr als Standardware bietet und auch die Bossgegner kaum was auf dem Kasten haben, lässt sich da locker verschmerzen - wer auf schnörkellose Shooter steht und mit dem Retro-Design etwas anfangen kann, ist mit Dusk prima beraten. Dusk ist bislang für PC erhältlich, Konsolenumsetzungen sind bereits in Arbeit, darunter auch die Nintendo Switch. Der Preis liegt bei 17 Euro.
Dusk Quelle: PC Games Dusk

Amid Evil

Wer's lieber etwas heller und farbenfroher mag oder einfach mal ein anderes Szenario erleben will, sollte einen Blick auf Amid Evil werfen. Der Shooter ist stark an das 25 Jahre alte Heretic angelehnt und entführt euch zur Abwechslung mal wieder in ein Fantasy-Setting. Hier teilt ihr also nicht mit Shotgun und Gewehr aus, sondern mit Blitze spuckenden Zauberstäben, Feuerkugeln und magischen Klingen, die Energiewellen verschießen. Besiegte Gegner hinterlassen Seelenkraft; habt ihr genug davon aufgesammelt, wird eine Art Overdrive-Modus aktiviert, in dem eure magischen Waffen besonders mächtig austeilen und binnen Sekunden alles von der Bildfläche putzen. Amid Evil befindet sich derzeit noch in der Early Access-Phase, umfasst aber schon fünf von insgesamt sieben Episoden, die jeweils mehrere Levels umfassen. Der restliche Content soll schon in Kürze erscheinen, Episode 6 ist bereits als Beta-Test spielbar. Wir haben natürlich schon ein paar Stunden reingespielt und hatten ordentlich Spaß mit Amid Evil. Auch wenn sich das Konzept nach einer Weile ein wenig abnutzt und auch bei den Waffen sicher mehr Abwechslung und Tiefgang möglich gewesen wäre, überzeugt der Shooter mit angenehm weitläufigem Leveldesign, verdammt hohem Tempo und aggressiven Gegnern. Für Fans moderner Retro-Ballereien ist Amid Evil damit auf jeden Fall einen Blick wert. Die Early Access-Version ist derzeit nur für PC verfügbar, 17 Euro wollen die Entwickler dafür sehen. Eine Umsetzung mindestens für Switch ist aber bereits sicher. Das macht auch Portierungen für PS4 und Xbox One sehr wahrscheinlich.
Amid Evil Quelle: PC Games Amid Evil

Project Warlock

Project Warlock inszeniert geradlinigen Ballerspaß der ganz alten Schule: Flache Gänge erkunden, Monster umnieten, Schlüssel sammeln, Türen öffnen und ab zum Ausgang. Das macht Laune, weil Project Warlock nicht nur deftige Schießereien, sondern auch fünf völlig unterschiedliche Settings zu bieten hat, darunter Fantasy, Hölle oder Science Fiction, alle mit eigenen Gegnern und Designs. Trotz seiner Retro-DNA hat Project Warlock aber auch ein paar moderne Elemente auf Lager: Wenn wir die Levels fleißig nach Secrets absuchen und dabei kostbare Verbesserungspunkte sammeln, dürfen wir unser üppiges Waffenarsenal aufwerten. Für jede Knarre gibt es nämlich zwei Ausbaustufen, wir müssen uns dabei für eine entscheiden: So verschießt der Revolver beispielsweise Brandmunition, die Minigun lässt sich zum Geschütz umfunktionieren und die Maschinenpistole feuert Projektile, die von den Wänden abprallen. Außerdem schalten wir mehrere Zauber frei, von denen allerdings nicht alle nützlich sind. Zusätzich sammeln wir Erfahrung und leveln auf, dadurch können wir regelmäßig Punkte in vier Attribute stecken, mit denen wir unsere Basiswerte erhöhen und passive Boni freischalten. Ein simples, aber motivierendes kleines RPG-System, das die Action aufwertet, ohne den flotten Spielfluss auszubremsen. Alles in allem ist Project Warlock zwar kein absoluter Genre-Überflieger, aber trotzdem ein überraschend spaßiger Ballersnack, der uns für ein paar Stunden gut unterhalten hat. Der Shooter ist derzeit nur für PC erhältlich, der Preis liegt bei 11 Euro.
Project Warlock Quelle: PC Games Project Warlock

Ion Maiden

Für viele Shooter-Fans war Duke Nukem 3D der Ballertitel der 90er Jahre. Weil aber der lang ersehnte Nachfolger Duke Nukem Forever "leicht verspätet" und alles andere als großartig auf den Markt kam, verschwanden die ursprünglichen Macher von 3D Realms für lange Zeit in der Versenkung. Erst 2016 meldete sich der Publisher mit dem missglückten Bombshell zurück, das in unserem Test kräftig baden ging. Das Comeback war damit zwar versaut, aber zumindest etwas Gutes hatte die Sache: Parallel zu Bombshell begann nämlich das kleine Team Voidpoint damit, aus der gleichen Marke einen Ego-Shooter zu basteln - und zwar mit der uralten Grafikengine von Duke Nukem 3D. So war schließlich Ion Maiden geboren, das sich derzeit zwar noch in der Early Access-Phase befindet, dort aber schon eine Menge Spielerlob einsammeln konnte. Auch in unserem Early-Access-Check hinterließ die Retro-Ballerei einen guten Eindruck. Ion Maiden erinnert nämlich nicht nur optisch an Dukes besten Auftritt, auch das Gameplay könnte direkt aus 1996 stammen: Die bislang spielbaren Levels sind nicht nur schön weitläufig und clever verschachtelt, sondern auch vollgestopft mit Secrets und interaktivem Zeug. Die Gegner, die natürlich als klassische 2D-Sprites dargestellt werden, verhalten sich wunderbar doof, die Waffen machen Laune und auch der Anspruch stimmt. Damit ist uns Ion Maiden schon jetzt eine Empfehlung wert - im zweiten Quartal 2019 soll der Shooter dann endlich fertig werden und für PC, Xbox One, PS4 und Switch erscheinen. Die Early Access-Fassung kostet auf Steam rund 20 Euro.
Ion Maiden Quelle: PC Games Ion Maiden

Prodeus

Das letzte Spiel in unserem Special ist als einziger Titel noch nicht erhältlich und darum mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Denn allzu viele Infos zu Prodeus gibt es noch nicht. Der erste Trailer hat uns allerdings schon verdammt neugierig gemacht: Prodeus kombiniert das Gameplay und die Ästhetik von Shootern der 90er Jahre mit moderner Rendertechnik - da prallen also schicke Partikel- und Beleuchtungseffekte auf eine bewusst niedrige Auflösung und pixelige 2D-Gegner. Spielerisch scheint das Ganze stark in die Richtung von Doom zu gehen (oder genauer: Brutal Doom), deutlich mehr als jeder andere Titel in diesem Special. Entwickelt wird das Spiel von zwei Mike Voeller und Jason Mojica, die schon an namhaften Titeln wie Bioshock Infinite, Singularity oder Wolfenstein dt. (2009) mitgewirkt haben - die bringen also Erfahrung mit. Ein genauer Releasetermin steht noch nicht fest, irgendwann 2019 soll es aber auf PC und allen Konsolen soweit sein. Wer auf Retro-Shooter mit ordentlich Pixelblut steht, sollte sich den Titel vormerken!
Prodeus Quelle: Bounding Box Software Inc. Prodeus Habt ihr selbst schon eine der Ballereien aus diesem Special ausprobiert? Oder habt ihr Lust auf einen der Titel bekommen? Schreibt uns eure Meinung unter diesem Artikel!

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