Prince of Persia: The Lost Crown im Test: So gut war Ubisoft schon lange nicht mehr

Test Felix Schütz
Prince of Persia: The Lost Crown im Test: So gut war Ubisoft schon lange nicht mehr
Quelle: PC Games

Endlich auch für Steam erhältlich: Das neue Prince of Persia ist nicht nur ein richtig gutes Metroidvania, es ist auch der beste Serienteil seit Sands of Time - und zeigt, dass Ubisoft es immer noch drauf hat.

Echter Frust kommt aber trotzdem kaum auf, denn die Rayman-Entwickler wissen, wie man eine gute, präzise Steuerung und flüssiges 2D-Gameplay umsetzt. Außerdem sorgen faire Rücksetzpunkte dafür, dass ihr die Sequenz einfach nochmal von vorne beginnen könnt, wenn ihr mal wieder in der nächstbesten Stachelgrube landet. Ein Absturz wirft euch also nicht gleich stundenlang zurück.

Typisch für Metroidvanias fallen trotzdem oft längere Laufwege an, ausgiebiges Backtracking gehört einfach dazu. Zumindest gibt es aber eine Menge klug gesetzter Abkürzungen, die das Erkunden mit der Zeit angenehmer machen. Außerdem stehen euch ein flinkes Schnellreisesystem und vor allem eine praktische Kartenfunktion zur Verfügung. Cool: Auf der Map dürft ihr nicht nur verschiedene Symbole verteilen, um euch so bestimmte Schätze oder Hindernisse für später zu markieren. Ihr könnt sogar Screenshots anfertigen und einfach auf der Karte anpinnen - ein klasse Feature, das hoffentlich Schule macht!

Mit Magie und Köpfchen

Im Gegensatz zu Sands of Time oder Forgotten Sands könnt ihr allerdings nie die Zeit zurückspulen. Stattdessen lernt Sargon eine Handvoll anderer Fähigkeiten, die ihm das Leben leichter machen und neue Wege in der Spielwelt eröffnen. Doppelsprung und Dash gehören im Genre zum Standardrepertoire und dürfen auch hier nicht fehlen. Beide Skills wurde tadellos umgesetzt und sorgen dafür, dass Sargon im späteren Spielverlauf wunderbar flott durch die Umgebung flitzt. Es sind solche Features, die dafür sorgen, dass viele Metroidvanias mehr Spaß machen, je länger man sie spielt - und The Lost Crown bildet da keine Ausnahme. Andere Fähigkeiten erlauben es Sargon, Feinde oder bestimmte Objekte einzusaugen und wieder freizusetzen. Dadurch kämpfen die Gegner kurz auf eurer Seite, außerdem könnt ihr so Bomben mitschleppen und brüchige Wände sprengen, hinter denen sich dann meistens ein Secret verbirgt.

Später im Spiel lernt Sargon, solche schimmernden Blöcke auf Knopfdruck fest oder durchlässig zu machen. Quelle: PC Games Später im Spiel lernt Sargon, solche schimmernden Blöcke auf Knopfdruck fest oder durchlässig zu machen. Am coolsten ist aber die Möglichkeit, eine Art magischen Abdruck zu erzeugen, der unbeweglich zurückbleibt. Auf Knopfdruck teleportiert sich Sargon dann einfach an diesen Standort zurück, das klappt sogar durch Hindernisse hindurch. Nicht nur in Kämpfen ungemein praktisch, da man Feinden so kinderleicht in den Rücken fallen kann, es kommt auch in vielen Geschicklichkeitsaufgaben zum Einsatz.

Fast noch besser haben uns aber die vielen Rätsel gefallen, die Ubisoft in der Spielwelt verteilt hat. Das können etwa verschlossene Türen oder kleine Schalterpuzzles sein, in denen ihr eure Zeitkräfte clever zum Einsatz bringen müsst. Nicht schwer, aber spaßig! Es gibt aber auch ein paar kniffligere Rätsel, in denen ihr gleich drei Versionen von Sargon zeitversetzt kontrollieren müsst, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen - da mussten wir schon ein Minütchen überlegen.

Obendrein haben die Entwickler neun versteckte Schatztruhen in der Spielwelt verteilt, die sich nur öffnen, wenn man eine bestimmte Aktion in der Nähe ausführt. Was genau von euch verlangt wird, müsst ihr allerdings selbst herausfinden, meistens, indem ihr die Umgebung genau beobachtet. Das Erfolgserlebnis ist dafür umso größer - und so, liebe Freunde, sieht gutes Game Design aus.

Kleine, gut gemachte Rätsel sorgen immer wieder für Abwechslung. Quelle: PC Games Kleine, gut gemachte Rätsel sorgen immer wieder für Abwechslung. Die Suche nach den Truhen (und das anschließende Bonusrätsel) ist nur eine von mehreren unterhaltsamen Nebenquests, die ihr unterwegs entdeckt - da müsst ihr dann beispielsweise untote Krieger aufspüren und besiegen, einem vom Pech verfolgten Mondsucher unter die Arme greifen oder einen Papagei zu seinem Piratenkapitän begleiten. Auch diese Nebenquests motivieren und sorgen dafür, dass wir die Spielwelt bis in den letzten Winkel absuchen.

Anspruchsvolle Kämpfe

Jede Zone ist von eigenen Gegnertypen bevölkert, darunter fliegende Greifen, blitzschnelle Rattenmenschen, schwer gepanzerte Krieger und vieles mehr - eine bunt gemischte Truppe, die euch von Anfang an hübsch unter Druck setzt. Selbst einfache Zombie-Soldaten haben mehrere Angriffe auf Lager, andere Gegner können auch flink durch die Gegend springen, die Plattform wechseln, Giftpfeile schießen oder unaufhaltsame Spezialattacken einsetzen.

Zum Glück hat Sargon in der Fechtschule gut aufgepasst, denn ihm steht ein durchdachtes Nahkampfsystem zur Verfügung, das deutlich über simples Tastenhämmern hinausgeht. Fast wie in einem Brawler könnt ihr verschiedene Tastenkombos und Manöver einsetzen, mit denen ihr Gegner in die Luft befördert, von den Beinen kickt oder ihre Panzerung zerdeppert. Mindestens so wichtig ist blitzschnelles Ausweichen, Blocken und Kontern, auch hier sind sehr gute Reflexe gefragt. Die Kämpfe spielen sich darum schon auf normaler Stufe angenehm fordernd, allerdings ohne gleich an Soulslikes zu erinnern. Mit jedem Treffer baut Sargon außerdem magische Energie auf, die er dann für Spezialangriffe oder einen kurzen Heileffekt nutzen kann - wer sich diese Energie für den richtigen Moment aufspart, kann auch noch knifflige Gefechte für sich entscheiden.

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