Pokémon Strahlender Diamant & Leuchtende Perle in der Vorschau, Seite 2

Special Jonas Höger
Pokémon Strahlender Diamant & Leuchtende Perle in der Vorschau, Seite 2
Quelle: The Pokémon Company / ILCA

Mit Strahlender Diamant und Leuchtende Perle wird nun auch die vierte Pokémon-Generation wiederbelebt. Erste Eindrücke dazu gibts in unserer Vorschau!

Wenn ihr genug davon habt, Archäologe zu spielen, könnt ihr euch in eure Geheimbasis zurückziehen. Die spielt auch im Zusammenhang mit den in Strahlender Diamant und Leuchtende Perle brandneue hinzugekommenen Pokémon-Unterschlüpfen eine Rolle. Dabei handelt es sich um ein breit verästeltes Netz an Höhlen, in denen ihr eine Vielzahl an wilden, frei herumlaufenden Pokémon fangen könnt - allein und per Internet oder lokal auch mit Freunden.

In welchem der verschiedenen Gebiete ihr dort landet, hängt davon ab, wo ihr in Sinnoh den Forschersack einsetzt. Vulkanartige Gesteinslandschaften, ein sumpfiges Moor oder doch eine sandige Wüste: Die Pokémon-Unterschlüpfe sind fast so zahlreich, wie die dort auftauchenden Taschenmonster. Apropos: Welche Pokémon ihr in diesen Arealen fangen könnt, hängt auch davon ab, welche Statuen ihr in eurer Geheimbasis aufstellt.

Die schicken Statuen sind nicht nur zur Dekoration eurer Geheimbasis gedacht, sie beeinflussen auch die vorkommenden Pokémon in den Unterschlüpfen. Quelle: The Pokémon Company / ILCA Die schicken Statuen sind nicht nur zur Dekoration eurer Geheimbasis gedacht, sie beeinflussen auch die vorkommenden Pokémon in den Unterschlüpfen. Die stattlichen Dekorationsgegenstände sind genau wie die Unterschlüpfe neu in Strahlender Diamant und Leuchtende Perle dazugekommen und können im Mining-Minispiel aus speziellen Stein-Boxen ausgebuddelt werden. Allerdings handelt es sich bei den Statuen leider um die einzige Möglichkeit, eure Geheimbasis einzurichten. Eine Auswahl an Kissen, Mobiliar und Poké-Puppen wie in der dritten Generation bieten Strahlender Diamant und Leuchtende Perle nicht. Dafür sind die Unterschlüpfe aber definitiv eine willkommene Neuerung, weil sie bereits im Story-Verlauf dazu einladen, eine breite Sammlung an Pokémon anzuhäufen.

Viele Taschenmonster der Sinnoh-Region könnt ihr ausschließlich in diesen Höhlen fangen. Die erweiterte Pokémon-Palette sorgt auch für mehr Vielfalt beim Kämpfen, vor allem, wenn ihr ein Teammitglied von Typ Feuer dabeihaben wollt. In Diamant und Perl waren vor Abschluss der Story nämlich nur Gallopa und Panferno samt ihrer Vorentwicklungen verfügbar.
Die Unterschlüpfe bereichern in den Remakes den Untergrund und bieten bereits früh eine ungeahnte Anzahl an fangbaren Pokémon. Die verschiedenen Areale können sich auch optisch sehen lassen. Quelle: The Pokémon Company / ILCA Die Unterschlüpfe bereichern in den Remakes den Untergrund und bieten bereits früh eine ungeahnte Anzahl an fangbaren Pokémon. Die verschiedenen Areale können sich auch optisch sehen lassen. Die Unterschlüpfe geben hier deutlich mehr Raum für Variation. Hundemon beispielsweise war in den Originalen nur mit dem Item-Radar erhältlich, ein Gegenstand, den ihr erst nach dem Sieg über den Champ erhaltet. Nun treibt es sich zusammen mit anderen Feuer-Pokémon wie Magcargo und Camerupt in den Unterschlüpfen herum und ist damit bereits im Story-Verlauf eine valide Option für euer Team.

Ein Sprung in die Moderne mit kleinen Komfortänderungen

Die Chibi-Optik der Charaktere gehörte damals zum Charme der Spiele, heute wirkt sie eher aus der Zeit gefallen. Quelle: The Pokémon Company / ILCA Die Chibi-Optik der Charaktere gehörte damals zum Charme der Spiele, heute wirkt sie eher aus der Zeit gefallen. Strahlender Diamant und Leuchtende Perle sind moderne Interpretationen von 15 Jahre alten Spielen für den Nintendo DS und damit kamen die Entwickler natürlich nicht um einige moderne Anpassungen und Komfortänderungen herum. Am meisten springt dabei wohl die überholte Grafik ins Auge. Man hat sich hier wirklich eng an die Originale gehalten und nicht etwa wie bei vergangenen Remakes an der aktuellen Generation orientiert.

Damit dürften die Neuauflagen trotz schöner Lichteffekte und herausragender Wassertexturen einigen Spielern zu altbacken wirken, während Nostalgiker über die nahe Umsetzung der ursprünglichen Optik jubeln. Die Chibi-Charaktere wirken allerdings in jeder Hinsicht etwas aus der Zeit gefallen. Auch der abwechslungsreiche Soundtrack hat ein zeitgemäßes Update erhalten. Wie gut die neu aufgenommene Musik wirklich klingt, wird sich aber erst im fertigen Spiel zeigen.

Die Komfortänderungen wie übersichtlichere Anzeigen oder strukturiertere Menüs scheinen zwar durchaus zahlreich zu sein, die meisten dürften beim Spielen aber nicht unmittelbar auffallen. In den Vordergrund spielen sich da eher die bereits erwähnte VM-App im Pokétch sowie die Kampfgeschwindigkeit. Wer 2006 Diamant und Perl gespielt hat, wird sich an die extrem lahmarschigen Lebensbalken erinnern. Wurde eines der Pokémon von einer Attacke getroffen, konnte man damals unbesehen eine Tasse Tee kochen, bevor der Lebensbalken sich entsprechend geleert hatte. Hier hat man ordentlich an der Geschwindigkeit geschraubt, wodurch sich die Kämpfe deutlich temporeicher abspielen dürften.

Eine Prise Neuerungen

Im Gegensatz zu den Originalspielen seid ihr in den Neuauflagen nicht an ein Outfit gebunden, sondern könnt euch ganz euren modischen Fantasien hingeben. Quelle: The Pokémon Company / ILCA Im Gegensatz zu den Originalspielen seid ihr in den Neuauflagen nicht an ein Outfit gebunden, sondern könnt euch ganz euren modischen Fantasien hingeben. Obwohl Strahlender Diamant und Leuchtende Perle konservative Neuauflagen sind, haben sich auch neue Features ins Spiel geschlichen. Neben den bereits erwähnten Erweiterungen der Wettbewerbe und des Untergrunds stechen dabei besonders zwei Dinge hervor. Zum einen könnt ihr euren Charakter nun individueller gestalten. Zu Beginn des Spiels wählt ihr aus vier Optionen eure Haar- und Hautfarbe und später gibt man euch dann noch eine Reihe verschiedener Outfits an die Hand. Kein Vergleich zu den umfangreichen Editoren aus vielen anderen Spielen, aber durchaus eine nette Angelegenheit.

Außerdem verlocken die Neuauflagen mit einem Feature, das sonst nur in Pokémon Gelb, Heartgold und Soulsilver sowie Let's Go Evoli und Pikachu zu finden ist: den hinterherlaufenden Pokémon. Sobald ihr das erste Mal den Platz der Treue aufgesucht habt, kann ein beliebiges Teammitglied jederzeit aus seinem Pokéball geholt werden und trabt dann munter hinter euch her. Es mag wie eine Kleinigkeit wirken, aber dieses Feature hilft der Immersion ungemein und ist nicht umsonst eines der populärsten überhaupt.

Frühzeitiges Fazit

Die Neuauflagen wirken auf den ersten Blick wie originalgetreue, solide Umsetzungen der Vorlagen. Das Grundgerüst hat sich nicht geändert, aber dank vieler kleiner Komfortänderungen ist das Spielerlebnis zeitgemäß angepasst worden. Bestehende Features wie die Wettbewerbe und der Untergrund wurden erweitert und mit den hinterherlaufenden Pokémon hat es sogar eine der beliebtesten Mechaniken überhaupt in die Spiele geschafft.

Wer die Originale kennt, darf sich auf eine nostalgiegeprägte Rückkehr nach Sinnoh freuen. Neulinge werden von Strahlender Diamant und Leuchtende Perle vor allem dann abgeholt, wenn ihnen Schwert und Schild zu experimentell waren. Stattdessen sind die Neuauflagen wieder klassische Pokémon-Titel durch und durch, die mit Sammelspaß und einer bunten Welt verlocken und Kinder oder junggebliebene Fans abholen. Komplexe Kampfsysteme und eine vielschichtige Story wird man hier im Gegensatz zu anderen JRPG-Giganten jedoch wie gewohnt nicht vorfinden.

Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle erscheinen am 19. November 2021 exklusiv für Nintendo Switch.

Meinung

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