Nostalgische Neuvermarktung: Die Geschichte der Pokémon-Remakes - die Sinnoh-Region

Special Jonas Höger
Nostalgische Neuvermarktung: Die Geschichte der Pokémon-Remakes - die Sinnoh-Region
Quelle: The Pokémon Company / ILCA

Nostalgische Neuvermarktung: Wir haben uns die Geschichte der Pokémon-Remakes angeschaut und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zu den Originalen gefunden.

2021 feiert Pokémon sein 25-jähriges Jubiläum und die Videospiel-Reihe hat trotz ihres beträchtlichen Alters nichts an Bedeutung verloren. Im Laufe der Zeit veröffentlichten Game Freak und die Pokémon Company zahlreiche Titel, die aufgrund technischer Limitationen meist einige Jahre später zeitgemäße Neuauflagen erhielten.

Nachdem Generation 1 bis 3 die Remake-Behandlung genießen durften (die 1. sogar gleich zweimal), ist mit Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle nun endlich auch die 4. Generation an der Reihe. Was wir erwarten dürfen und wie sich die bisherigen Remakes im Vergleich zu den Originalen geändert haben, nehmen wir in diesem Special deshalb genauer unter die Lupe.

Die Sinnoh-Region

Und weitzer geht's, ab in die nächste Region: Sinnoh, und damit auch gleichzeitig ab in die Gegenwart!

Pokémon Diamant, Perl und Platin (4. Generation)

Wirklich kein Schnee von gestern: Diamant und Perl sind auch heute noch echte Klassiker. Kein Wunder, dass nun endlich Neuauflagen der vierten Generation kommen, wenn auch erst 14 Jahre nach den Original-Titeln. Quelle: The Pokémon Company / Game Freak Wirklich kein Schnee von gestern: Diamant und Perl sind auch heute noch echte Klassiker. Kein Wunder, dass nun endlich Neuauflagen der vierten Generation kommen, wenn auch erst 14 Jahre nach den Original-Titeln. Ein neuer Handheld, eine neue Pokémon-Generation: Mit Pokémon Diamant und Perl erschienen am 27. Juli 2007 die ersten Spiele der Reihe für den Nintendo DS. Die 4. Generation bringt viele Innovationen mit sich und schlägt den Bogen zu den ersten 151 Taschenmonstern, indem sie unzählige neue Baby-Pokémon und Entwicklungen einführt.

Mit 92 TMs bieten Diamant und Perl fast doppelt so viele wie zuvor und die erstmalige Veränderung der Aufteilung von Attacken in physisch und speziell stellt das kompetitive Kampfgeschehen sowie das des Hauptspiels auf den Kopf. Knapp zwei Jahre später, am 22. Mai 2009, erscheint außerdem die Zusatzedition Pokémon Platin, die mit der Kampfzone und der Zerrwelt eine ordentliche Portion an neuen Inhalten mit sich bringt, die sich Fans auch für die Remakes der 4. Generation wünschen.

Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle (8. Generation)

Trotz technischer Überholung orientieren sich die Remakes der 4. Generation unfassbar nah an den Originalen. Der Chibi-Look wirkt leider etwas aus der Zeit gefallen. Quelle: The Pokémon Company / ILCA Trotz technischer Überholung orientieren sich die Remakes der 4. Generation unfassbar nah an den Originalen. Der Chibi-Look wirkt leider etwas aus der Zeit gefallen. Mit 14 Jahren Abstand zu den Originalen sind Strahlender Diamant und Leuchtende Perle die Spiele, auf die Fans mit Abstand am längsten warten mussten. Trotzdem ist die erneute Reise nach Sinnoh dabei wohl das konservativste Revival der Reihe überhaupt, vor allem grafisch. Diamant und Perl haben zwar ein optisches Facelifting bekommen, der Chibi-Look ist aber geblieben.

Damit sind die Remakes der 4. Generation ein Ausnahmefall, weil sie sich nicht an der Grafik der aktuellen Generation, in diesem Fall Schwert und Schild, orientieren. Die optischen Einschränkungen sind auch deshalb verwunderlich, weil mit dem 3DS erneut eine Hardware-Generation übersprungen wird und die Remakes auf der Nintendo Switch veröffentlicht werden.

Der originalgetreue Look spaltet Fans schon bei der ersten Ankündigung: Einige freuen sich über die nostalgische Nähe, andere klagen über den Mangel an Innovation und technischer Frische.

Apropos Originalgetreu: Wie in der Tradition der bisherigen Neuauflagen üblich, sollen sich Strahlender Diamant und Leuchtende Perle eng an der Story und den bestehenden Arealen der Vorbilder orientieren. Wie es auf der offiziellen Website der Spiele heißt, wurde sogar "das Größenverhältnis der Städte und Routen beibehalten."

Der Pokétch kehrt zurück und sorgt dank neuer App für die Abschaffung des VM-Sklaven: Nun helfen euch wilde Pokémon, wann immer ihr Felsen zertrümmern oder das Meer bereisen wollt. Quelle: The Pokémon Company / ILCA Der Pokétch kehrt zurück und sorgt dank neuer App für die Abschaffung des VM-Sklaven: Nun helfen euch wilde Pokémon, wann immer ihr Felsen zertrümmern oder das Meer bereisen wollt. Doch es bleibt nicht alles beim alten: Durch den Sprung vom DS auf die Switch und daher dem Wegfallen des zweiten Bildschirms müssen nämlich einige Funktionen verändert werden. Ein Paradebeispiel dafür ist der Pokétch. Der Nachfolger zum PokéNav aus Rubin und Saphir zeigt nicht nur die Uhrzeit an, sondern bietet auch zahlreiche Sonderfunktionen wie ein Itemradar, eine Landkarte und einen Taschenrechner.

Während der Pokétch im Original aber auf den Touchscreen des Nintendo DS ausgelagert ist, kann er auf der Nintendo Switch nun jederzeit eingeblendet werden. Wahlweise klein am rechten oberen Bildschirmrand oder vergrößert in der Mitte. Stört euch der Pokétch gerade auf eurem Abenteuer, könnt ihr ihn aber auch ausblenden. Übrigens hat das praktische Gadget eine neue Funktion erhalten, über die sich viele Fans sichtlich freuen dürfen: Die VM-App.

Damit gehört der VM-Sklave (siehe Erklärung oben im Abschnitt zu Let's Go Evoli und Pikachu) der Vergangenheit an. Per Knopfdruck könnt ihr nun wann und wo ihr wollt ein wildes Pokémon herbeirufen, das für euch die gewünschte VM-Attacke ausführt. Voraussetzung dafür ist natürlich nach wie vor, das ihr den entsprechenden Orden euer Eigen nennt.
Die Pokémon-Unterschlüpfe bilden eine der umfangreichsten und spannendsten Neuerungen der Neuauflagen. Hier tummeln sich zahlreiche fangbare Pokémon, die ihr sogar mit Freunden jagen könnt. Quelle: The Pokémon Company / ILCA Die Pokémon-Unterschlüpfe bilden eine der umfangreichsten und spannendsten Neuerungen der Neuauflagen. Hier tummeln sich zahlreiche fangbare Pokémon, die ihr sogar mit Freunden jagen könnt. Auch in anderer Hinsicht werden die Remakes um neue Features erweitert. Der Untergrund, die Hauptattraktion von Diamant und Perl, bekommt in den Neuauflagen nämlich ein sichtliches Upgrade spendiert. Mit dabei sind jetzt die sogenannten Pokémon-Unterschlüpfe, ein umfangreiches Netzwerk an Höhlen, in dem die Taschenmonster frei herumlaufen und fangbar sind. Damit habt ihr im Vergleich zu den Originalen schon während der Story Zugriff auf eine deutlich breitere Palette an Pokémon.

Auch die Wettbewerbe haben etwas Liebe abbekommen und stellen dank der neuen Tanz-Runde nun euer Taktgefühl auf die Probe.  Quelle: The Pokémon Company / ILCA Auch die Wettbewerbe haben etwas Liebe abbekommen und stellen dank der neuen Tanz-Runde nun euer Taktgefühl auf die Probe.  Auch die in der 3. Generation entstandenen Wettbewerbe feiern ihr Comeback und werden frisch aufpoliert sowie mit neuen Inhalten bestückt. Zusätzlich zu den bisherigen Kategorien müsst ihr in der Tanzrunde nun nämlich auch euer Taktgefühl in einem Rhythmus-Minispiel unter Beweis stellen.

Leider gibt es durchaus auch Elemente, dessen Existenz in ihrer Form für Verwirrung und Unverständnis sorgen. Besonders herausfordernd waren die Pokémon-Spiele im Allgemeinen zwar noch nie, der Schwierigkeitsgrad ist aber noch mal ein ganzes Stück abgesunken, seitdem der EP-Teiler nicht mehr nur ein einzelnes Pokémon mit zusätzlichen Erfahrungspunkten versorgt, sondern das ganze Team.

Da macht nicht nur Hoothoot große Augen: Die Behandlung der TMs und des EP-Teilers in den Neuauflagen stößt bei vielen Fans auf Unverständnis. Quelle: The Pokémon Company / ILCA Da macht nicht nur Hoothoot große Augen: Die Behandlung der TMs und des EP-Teilers in den Neuauflagen stößt bei vielen Fans auf Unverständnis. Die Änderung fand in der 6. Generation statt, dort ließ sich die Funktion aber noch nach Belieben abschalten. Seit Schwert und Schild, also der 8. Generation, ist dies nicht mehr der Fall, ein Umstand, der vor allem bei älteren Fans für Unzufriedenheit sorgte. In Strahlender Diamant und Leuchtende Perle wird der EP-Teiler genauso funktionieren, obwohl er in den Originalen nur ein einzelnes Pokémon versorgte und noch dazu vollkommen optional war.

Auch in Sachen TMs geht ILCA ungewöhnliche Wege. Hier orientiert man sich nämlich nicht an den modernen und angenehmeren Versionen, wo ihr TMs unendlich nutzen könnt, sondern verfällt in alte Muster: TMs sind erneut einmalig nutzbare Gegenstände, weshalb ihr die Attacken eurer Pokémon nicht mehr nach Belieben und jederzeit wechseln könnt. Eure Entscheidungen haben also Konsequenzen. Man kündigte aber immerhin an, dass ihr jede TM mehr als einmal im Spiel finden könnt.

Trotzdem machen einige Komfortänderungen das Spielerlebnis in Strahlender Diamant und Leuchtende Perle schlichtweg angenehmer. Neben dem manuellen Speichern gibt es nun eine automatische Speicherfunktion, sodass der Verlust beim Absturz nicht ganz so herbe ist, solltet ihr längere Zeit verpeilt haben, euren Spielstand zu sichern.

Wie schon die vielen Remakes vor ihnen kommen auch Strahlender Diamant und Leuchtende Perle mit einigen Komfortänderungen und Neuerungen daher. Ein Highlight: Trainer-Customization. Quelle: The Pokémon Company / ILCA Wie schon die vielen Remakes vor ihnen kommen auch Strahlender Diamant und Leuchtende Perle mit einigen Komfortänderungen und Neuerungen daher. Ein Highlight: Trainer-Customization. Außerdem kommt wie schon in Let's Go die mobile Box zum Einsatz. So müsst ihr nicht ständig ins Pokémon-Center rennen, um gerade mal ein paar Änderungen am aktuellen Team vorzunehmen.

Darüber hinaus servieren euch die Neuauflagen der 4. Generation außerdem neue Customization-Optionen, ein temporeicheres Kampferlebnis dank sich schneller leerender Lebensbalken und zu guter Letzt noch das beste Feature in der Geschichte von Pokémon: Die hinterherlaufenden Pokémon in der Oberwelt.

Freut ihr euch schon auf Strahlender Diamant und Leuchtende Perle? Und welches ist euer Lieblings-Remake?

Bildergalerie

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