Enttäuschung: Was Sonys "Switch-Konkurrent" Playstation Portal alles nicht kann
Kolumne
Kein Cloud-Gaming und kein natives Spielen - wieso unser Autor vom Playstation-Handheld Portal jetzt schon enttäuscht ist.
Man nehme das erfolglose Konzept der Wii U und kopiere es. So flapsig könnte man Sonys neuen Handheld mit dem Namen Playstation Portal (ursprünglich als Q angekündigt) aus der Ferne umschreiben. Live gesehen oder gar gespielt habe ich das Gerät nicht. Doch obwohl ich aus diesem Grund nichts über die Qualität der Verarbeitung und der hoffentlich reibungslosen Funktionsweise der angebotenen Features sagen kann, reicht allein schon ein Blick auf das, was "die tragbare Playstation" (bitte an dieser Stelle große Anführungszeichen vorstellen) nicht kann, um von einer Enttäuschung zu sprechen.
Sonys Handheld Playstation Portal: Das sind die Details
Ich bin beim Tippen dieser Zeilen immer wieder verführt, Playstation Portable zu schreiben. Doch mit Sonys legendärer mobiler Playstation hat Portal nichts gemein. Noch mal in aller Kürze zusammengefasst: Sony wird 2023 einen Handheld mit dem Namen Playstation Portal herausbringen. Das Gerät bietet einen LCD-Screen mit einer Größe von 8 Zoll, einer Auflösung von 1080p und ermöglicht das Spielen mit bis zu 60 fps. Das Touchpad des Dualsense-Controllers der PS5 wird mit touchsensitiven Bereichen in den unteren Ecken des Screens simuliert. Ein 3,5 mm Anschluss für Klinke (Kopfhörer) und viele der feinen Features des Dualsense-Conrollers, wie haptisches Feedback und adaptive Trigger, finden sich ebenfalls im neuen Handheld Playstation Portal wieder.
So weit, so gut, doch kommen wir zu all den Funktionen, die der neue Handheld Playstation Portal eben nicht bieten wird. Im offiziellen Playstation-Blog ist zwar nicht von einem integrierten Mikrofon und Lautsprechern die Rede, doch zumindest diese Kernfunktionen sind im Gerät integriert. Die Akkulaufzeit soll sich an der des Dualsense-Controllers orientieren, also rund 10 Stunden in der Praxis betragen.
Neue Hands-On-Berichte stellen jedoch klar, dass es sich bei Playstation Portal lediglich um einen Controller mit Screen handelt. Das Gerät bietet abseits des Spielens über Wi-Fi offenbar keinerlei Offline-Funktionen. Man kann lediglich Spiele der PS4 und PS5 zocken, die auf der Playstation 5 (jetzt kaufen ) installiert sind - und auch nur dann, wenn man im selben WLAN (hier sind 15 Mbps empfohlen, 5 Mbps werden mindestens benötigt) verbunden ist und die Titel Remote Play unterstützen.
Playstation Portal bietet also kein Cloud-Gaming. Offenbar ist im neuen Playstation-Handheld zudem auch kein Bluetooth verbaut. Richtig gelesen: Falls ihr also drahtlose Kopfhörer verwenden wollt, müssen es schon die ebenfalls vorgestellten Audio-Devices mit der neuen Übertragungs-Technik namens "Playstation Link" sein. Das Pulse Elite-Headset (149,99 Euro) und die Pulse Explore-Ohrenstöpsel (219,99 Euro) sollen dank "Link" erstklassigen Sound bieten, den man ansonsten nur von höherpreisigen Premium-Kopfhörern gewohnt ist.
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Wie viel kostet der neue Handheld Playstation Portal?
Der neue Handheld Playstation Portal wird noch in diesem Jahr erscheinen und 219,99 Euro kosten. Vorbestellungen sollen laut Sony in Kürze möglich sein. Für ein Handheld-Device klingt der Preis im ersten Moment nach nicht viel. Und wenn man sich die hochwertige Technik des wirklich exzellenten Dualsense-Controllers, sowie das schicke Design und den großen Screen vor Augen führt, dann ist dieser Preis wohl durchaus gerechtfertigt.
Lohnt sich Playstation Portal?
Doch was bekommt man letztendlich für sein Geld? Playstation Portal ist definitiv keine Alternative zur Switch. Das hatte Sony offensichtlich auch nie vor. Dennoch weckt das Aussehen des Handhelds beim im Vorfeld vielleicht weniger gut informierten Endkunden automatisch Assoziationen mit Nintendos Hybridkonsole.
Man stelle sich folgende Szene vor: Eltern stehen während des Weihnachtsgeschäfts in einem Elektronikfachmarkt vor dem gestressten Verkaufspersonal und stellen die alles entscheidende Frage: "Ist die tragbare Playstation 5 besser als die Nintendo Switch?" Und dann folgt eine ellenlange Aufzählung, was Portal alles nicht kann.
- keine eigenen Spiele abspielen
- kein Bluetooth, also keine eigenen kabellosen Kopfhörer verwendbar
- kein mobiles Spielen auf der Fahrt in den Urlaub
- keine Medienwiedergabe von beispielsweise Youtube
Und anschließend folgt dann noch der Satz, der die Kaufentscheidung pro Nintendo Switch auslösen dürfte: "Ach ja, die Playstation 5 muss übrigens angeschaltet sein, wenn Sie spielen wollen!". Darauf die entsetzten Eltern: "Wie, wir brauchen auch noch eine Playstation 5 dazu?!". Playstation Portal ist sicherlich ein nettes Zubehör. Nur fehlt mir die Fantasie, dass sich irgendjemand für einen Handheld interessiert, dessen Mobilität sich auf die Reichweite des WLANs beschränkt, und der so viele existenzielle Funktionen vermissen lässt.
