Bald ist es soweit und die PS4 kommt endlich in den Handel. Für uns ist das ein schöner Anlass, die Uhr zurück zu drehen und auf den Start der Playstation 3 zurück zu blicken. Und Gott, was war das eine holprige Sache! Wiederholt sich das Spektakel zum Launch der PS4?
23 Spiele zum Europa-Start
Als die PS3 am 23. März 2007 endlich bei uns erschien, waren dank der fetten Verschiebung satte 23 Launch-Titel sowie eine Handvoll PSN-Spiele verfügbar. Im Vergleich: Zum US-Start am 17. November waren gerade mal 12 Spiele erhältlich. Das EU-Lineup bot bei genauer Betrachtung aber nur wenige Highlights, einige Schrott-Titel und reichlich Mittelmaß. Die beiden Exklusiv-Zugpferde waren klar der wilde Shooter Resistance: Fall of Man sowie das Offroad-Spektakel Motorstorm. Beide Spiele waren rundum gelungen. Resistance entpuppte sich als kompetenter Ego-Shooter mit erfreulich schrägen Waffen und einem unverbrauchten Setting. Damals war die Welle der modernen Shooter noch nicht angerollt, vielmehr wurden wir des populären Weltkriegs-Szenarios langsam überdrüssig. Es war erfrischend, dass bei Resistance zwar Ende der 40er-Jahre geballert wird, nicht aber auf fiese Nazis, sondern auf fiese Aliens. Mag sein, dass die Farbpalette des Titels eher matschig grau war, er unterhielt dafür wirklich gut und bot einen soliden Mehrspielermodus.
Quelle: PC Games
Motorstorm wurde zunächst als eindrucksvoller Trailer gezeigt, der jedoch nichts mit der finalen Spielegrafik zu tun hatte.
Die Sache mit den Render-Trailern
Motorstorm war das zweite starke Exklusiv-Zugpferd für die PS3. Es entpuppte sich als kerniges Offroad-Spektakel mit einigen erfrischenden Spielideen. Das große Fahrerfeld aus unterschiedlichen Fahrzeugklassen, die realistische Simulation von matschigem Untergrund sowie ein schlaues Boost-System sorgten für ein tolles Spielgefühl. Auch grafisch war das Spiel voll in Ordnung, nur leider waren damals unsere Erwartungen an die Optik des Titels viel zu hoch. Schuld war ein opulenter Render-Trailer zum Spiel, den Sony damals beim Debut des Spiels auf der E3 2005 präsentierte und mit keinem Wort erwähnte, dass er nicht wirklich Spielegrafik zeigt. Das gleiche Tat Sony mit einem Trailer zu Killzone 2, der regelrecht heimtückisch echte Spielszenen vortäuschte. "Target Render" nannte Sony das, also eine Visulisierung des angepeilten Spielgefühls. Viele Fans fühlten sich davon schwer veräppelt. Immerhin konnte Entwickler Guerilla Games zwei Jahre später einen neuen Trailer in Spielegrafik zeigen, die tatsächlich ähnlich opulent wie der erste Rendertailer rüber kam. Am Ende mussten wir jedoch bis 2009 warten, um den Edel-Shooter zu zocken. Ein Zeugnis für die Komplexität der PS3-Hardware, der richtig gute Grafik regelrecht abgerungen werden musste.
