Bald ist es soweit und die PS4 kommt endlich in den Handel. Für uns ist das ein schöner Anlass, die Uhr zurück zu drehen und auf den Start der Playstation 3 zurück zu blicken. Und Gott, was war das eine holprige Sache! Wiederholt sich das Spektakel zum Launch der PS4?
Zu viel heiße Luft: Sonys geplatzte E3-Versprechen
Quelle: PC Games
Wunschdenken: Sony wollte bis Ende 2006 vier Millionen PS3s absetzen. Am Ende wurden es gerade so eine Million!
Sony kündigte auf der Spielemesse E3 2005 nicht nur einfach eine neue Spielkonsole an, sondern ein regelrechtes Technik-Wunderwerk. Der PS3 wurde eine riesige theoretische – sprich: für den Praxiseinsatz wenig relevante – Reichenleistung attestiert, in beeindruckenden Diagrammen wurde ihre Überlegenheit gegenüber der Xbox 360 unterstrichen und schicke Technikdemos ließen uns tatsächlich an Sonys Wohnzimmer-Supercomputer glauben. Gleich zwei HDMI-Ausgänge sollte die Konsole haben, zweimal Full-HD ausgeben. Im Frühjahr 2006 sollte sie kommen.
Ein Jahr später die Ernüchterung: Die Konsole wurde auf November verschoben und Sonys 2006er E3-Auftritt enttäuschte viele Fans. Der zweite HDMI-Ausgang war gestrichen, das integrierte Netzwerkhub der Konsole ebenfalls. Dem Controller fehlte zunächst der Rumble-Motor, dafür gab es – offensichtlich als Last-Minute-Antwort auf Nintendos Wii – plötzlich einen Bewegungssensor im Gamepad. Niemand wollte das! Die Krönung war der hohe Preis: 499 Euro für das 20GB-Einsteigermodell und satte 599 Euro für die 60GB-Variante mit Cardreader und WiFi-Modul. Und die Spiele? Die konnten im Vergleich zu den Technikdemos des Vorjahres nicht ganz überzeugen. Drum war die Zocker-Gemeinde nach Sonys 2006er E3-Auftritt reichlich sauer – und es sollte noch dicker kommen!
Quelle: PC Games
Offroad-Spaß: Auch wenn's vielleicht keine Grafikrevolution war, überzeugte Motorstorm mit seinem rundum gelungenen Gameplay.
Hiobsbotschaft kurz vor Release
Quelle: PC Games
Sportunterricht: Zum EU-Start der PS3 standen zahlreiche, ordentliche Sporttitel in den Läden, wie etwa hier NBA 2K7.
Die Playstation 3 wurde von einem ganz anderen Sony Computer Entertaiment geschaffen, als wir es heute kennen. Damals, unter der Führung von CEO Ken Kutaragi, wurde die Konsole regelrecht ignorant an den Bedürfnissen von Entwicklern, einzig in Hinblick auf die innovative Technik entworfen. Dass sie damit in der Praxis ein schwer zu zähmendes Biest war, schien Sony egal. Kutaragis Linie galt: Die PS4 wird ein Technik-Wunderwerk. Und diese Linie flog Kutaragi noch vor dem Launch der PS3 um die Ohren. Am 8. September 2006 wendete er sich mit einer Hiobsbotschaft an uns Gamer. Mit Bedauern kündigte Kutaragi an, dass die Konsole aufgrund von Produktionsengpässen in Europa sowie Australien erst im März 2007 erscheinen sollte und nicht wie geplant am 17. November 2006. Obendrein würden in Japan und USA zum Start der PS3 zunächst nur jeweils 500.000 Konsolen zur Verfügung stehen. Und das, nachdem Sony doch noch im Juni verkündete, bis Ende des Jahres satte vier Millionen in den Handel zu bringen. Es war ein Desaster, das Kutaragi seinen Posten kostete. Ende November wurde er von Kazuo "Kaz" Hirai abgelöst, der zusammen mit weiteren Schlüsselfiguren wie Shuhei Yoshido, Mark Cerny und Andrew House eine Wende in Sonys Politik anführte. Bis dieser Trend erste Hardware-Früchte trug, nämlich die äußerst Entwickler-freundliche PS Vita, sollten aber noch viele Jahre vergehen.
