PUBG-Review: Langeweile, Cheater und die Test-Wertung
Test
Auf der zweiten Seite des Playerunknown's Battlegrounds-Test zieht die PC Games-Redaktion ein abschließendes Fazit samt Wertung.
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Hat PUBG ein Cheater-Problem?
Online-Shooter leben vom fairen Wettbewerb; Cheat-Programme am PC sind dafür Gift. PUBG leidet besonders darunter. Unmögliche Abschüsse, Waffen ohne Rückstoß, Gegner mit Röntgenblick: Die Berichte über Tricksereien in PUBG häuften sich in den letzten Wochen und Monaten, auch im Test erregte so mancher Kopfschuss aus seltsamen Winkel und durch Wände hindurch unser Misstrauen. Besonders aus dem asiatischen Raum und dort vor allem China scheinen viele Cheater zu stammen, in der Volksrepublik werden auch Betrugsprogramme entwickelt.
Quelle: PC Games
Replays erlauben die Analyse eigener Fehler und das Aufstöbern von mutmaßlichen Cheatern – der Editor stürzt aber zuverlässig ab.
Da gewöhnliche Spieler aktuell keine passwortgeschützen Custom-Matches erstellen oder Zugriff auf eine Serverliste haben, sind sie dem Matchmaking auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Dieses würfelte bei Redaktionsschluss noch wild Spieler aus allen Regionen durcheinander; so finden auch die Massen an chinesischen Cheater ihren Weg auf europäische Server. Immerhin: Kürzlich fügten die Entwickler dem Replay-Modus eine Funktion hinzu, um Cheater zu melden und einen Bann zu beantragen. Auf weitere, wirksame Anti-Cheat-Maßnahmen wartet die Community jedoch bislang vergeblich. Hier muss PUBG Corporation dringend nachbessern, um den Spaß fair zu halten!
Playerunknown's Battlegrounds und die Lootboxen
Bislang war der Steam-Hit frei von den bei Spielern verhassten Mikrotransaktionen, das kurze Debakel während der Gamescom mal ausgenommen. Das soll sich bald ändern. Mit absolvierten Partien verdient ihr in PUBG Battle Points (BP). Davon bedarf es stolze 3.000 Stück, um etwa das Geschlecht oder das Aussehen eurer Spielfigur zu ändern. Die Ingame-Credits können auch verwendet werden, um Lootboxen für 700 BP zu kaufen. Enthalten sind Kleidungsstücke, die rein kosmetische Auswirkungen haben - ob euer Avatar nun einen Ledermantel oder einen rosa Minirock trägt, macht für das Balancing keinen Unterschied.Es gibt im Spiel keine Möglichkeit, BP mittels Echtgeld-Einsatz zu kaufen - wohl aber existiert auf Steam ein großer Markt für die begehrtesten Items, die schon mal mit 1.000 Euro und mehr gehandelt werden. Dabei handelt es sich jedoch rein um private Deals zwischen zwei Spielern, an denen die Entwickler von Playerunknown's Battlegrounds keinen Cent verdienen.
Allerdings haben die Entwickler auf den Test-Servern gerade eine neue Art von Kiste namens Desperado Crates eingeführt, bei der eine höhere Chance auf seltene Klamotten existiert - und die sich nicht mehr so einfach öffnen lässt. Das geht nur noch mit einem Schlüssel, den man extra kaufen muss - im Ingame-Shop soll jeder davon rund 2,50 Euro kosten. Dieses Geld würde zukünftig direkt an Entwickler PUBG Corporation fließen - mutmaßlich, um den Betrieb der Server und die Weiterentwicklung des Spiels auf lange Sicht zu finanzieren. Ob das angesichts der exzellenten Verkaufszahlen überhaupt noch nötig ist, steht freilich auf einem ganz anderen Blatt.
Quelle: PC Games
Bei Spielstart bestimmt ihr selbst euren Startpunkt, indem ihr eure Figur aus dem Flugzeug springen lasst. Im anschließenden Gleitflug fallen die aufpoppenden Texturen besonders stark auf.
PUBG-Review: Kein guter Shooter
Fürs virtuelle Morden steht ein umfangreiches Waffenarsenal bereit, aber weder Scharfschützengewehre noch Schrotflinten oder Pistolen fühlen sich richtig gut an. Das Waffengefühl ist schwammig, die Bedienung mit der Maus wirkt unpräzise, das Feedback ist mau. So richtig Spaß machen die Schießereien daher nicht, was umso schwerer wiegt, da sie üblicherweise einige der wenigen Momente der Aufregung in einem Meer aus Langeweile und Tristesse darstellen. Die Jagd nach besserer Ausrüstung nimmt einen großen Teil der Spielzeit ein und ist in etwa so spannend wie die Suche nach der passenden Schraube im Baumarkt, vor allem da sie sich jedes Mal aufs Neue wiederholt.
Quelle: PC Games
Am Ende einer Partie robbt man schon mal fünf ereignislose Minuten lang durchs Kornfeld, um nicht entdeckt zu werden. Macht das Spaß? Die Meinugen gehen auseinander.
Immerhin sind die sogenannten Loot-Drops fair verteilt; auch abseits der stark frequentierten Locations gibt es ordentliches Zeug zu finden. Erst wenn die Anzeige für die Zahl der Überlebenden im Verlauf einer Partie langsam nach unten tickt, das Spielareal auf der Karte kleiner wird und man selbst verzweifelt versucht, vor der blauen Energiebarriere zu bleiben, aber gleichzeitig keine Aufmerksamkeit zu erregen, entfaltet PUBG seine große Stärke. Denn die Anspannung in den abschließenden Minuten eines Matches kann kaum ein anderer Shooter so liefern; jeder Fehler kann den Bildschirmtod bedeuten, weshalb man mit angehaltenem Atem nach Schrittgeräuschen horcht, verkrochen in einer unzugänglichen Ecke, die Handflächen nass vor Schweiß.
Bis dahin ist es aber ein weiter Weg, wortwörtlich. Da funktionsfähige Fahrzeuge selten sind, läuft man gefühlte Ewigkeiten durch die Pampa - es gibt sogar eine dedizierte Taste, mit der die Spielfigur ohne Unterbrechung nach vorne läuft, während der Spieler die Umgebung nach verräterischen Zeichen von Gegnern absucht oder im (sehr kargen, aber funktionalen) Inventar herumwühlt. Wer will, kann die Action gleich zu Spielstart erzwingen, indem er zusammen mit Dutzenden anderen Spielern über einer Stelle abspringt, die wegen ihrer großen Loot-Wahrscheinlichkeit als beliebt gilt. Dann entwickeln sich frenetische Anfangsminuten, in denen man unbewaffnet und wie in Panik nach irgendeiner Knarre sucht oder in amateurhaft animierten Faustkämpfen andere Avatare zu Brei haut. Aber mechanisch ist nichts davon wegweisend oder einzigartig im Genre, meist eher unterdurchschnittlich. PUBG wirkt so in vielen Belangen regelrecht billig.
Dabei ist das grundsätzliche Spielprinzip clever: Aus der Luft abgeworfene Versorgungskisten mit hochwertiger Ausrüstung dienen als Köder, um Spieler aus der Deckung zu locken, zufällige Artillerie-Bombardements sperren für kurze Zeit bestimmte Bereiche und die beständig schrumpfende Energiebarriere erhöht konstant den Druck. Indes: Die offenen Baustellen in Sachen Technik und Spielgefühl unterhöhlen dieses feine Design und verdammen PUBG damit zum Mittelmaß. Popularität hin oder her.
Playerunknown's Battleground im Test: Wertung und Fazit im PUBG-Review
Meinung
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