Playerunknown's Battlegrounds im Test: Review zur fertigen Version des Massenphänomnens PUBG

Test Peter Bathge
Playerunknown's Battlegrounds im Test: Review zur fertigen Version des Massenphänomnens PUBG
Quelle: PUBG Corporation

PUBG ist endlich fertig. Oder? In unserer Review unterziehen wir das globale Massenphänomen Playerunknown's Battlegrounds einer großen Spielspaß-Analyse anhand von Version 1.0 und vergeben eine finale Test-Wertung.

Dass wir jetzt schon PUBG testen, damit hätten wir vor ein paar Wochen noch gar nicht gerechnet. Denn die Early-Access-Fassung schien lange Zeit nicht reif für ein Review mit Wertung. Doch dann erschien kurz vor Weihnachten doch noch die finale Version von Playerunknown's Battlegrounds (jetzt kaufen )- der Online-Shooter gilt seit dem offiziellen Release am 21. Dezember 2017 als fertig. Doch ist er das wirklich? Wir stürzten uns in die Battle-Royale-Schlachten des großen Fortnite-Konkurrenten - und zeigten uns am Ende des PUBG-Reviews ganz schön ernüchtert nach dem großen Hype.

PUBG im Test: Garantiert der Erfolg eine hohe Wertung?

Auf den PUBG-Maps stehen jede Menge Fahrzeuge herum, aber nur ein ganz kleiner Prozentsatz ist auch fahrbar. Angesichts der großen Distanzen verkommt die Suche zu einem Gefährt zu nervigen Fleißaufgabe. Quelle: PC Games Auf den PUBG-Maps stehen jede Menge Fahrzeuge herum, aber nur ein ganz kleiner Prozentsatz ist auch fahrbar. Angesichts der großen Distanzen verkommt die Suche zu einem Gefährt zu nervigen Fleißaufgabe. Popularität alleine lässt noch keine Rückschlüsse auf die Qualität eines Produktes zu. Wer vermutet, dass Playerunknown's Battlegrounds (kurz PUBG) aufgrund seiner über 20 Millionen Käufer auf Steam ein grandioses Spiel sein muss, der hält wohl auch AXE-Deo für das beste Männerparfüm und glaubt, McDonalds serviere nur Gourmet-Essen, das höchsten Ansprüchen genügt. Doch was kann der Multiplayer-Shooter, der 2017 zum Early-Access-Phänomen wurde und aktuell von gut drei Millionen Menschen auf dem ganzen Planeten gleichzeitig gespielt wird, wirklich?

Für unseren Test wagten wir uns mit der vermeintlich fertigen Version 1.0 auf die Server und konzentrierten uns dabei allein auf die spielerische Güte, den Rummel rund um PUBG blendeten wir konsequent aus. Das erwies sich aber als gar nicht so einfach, denn wie bei allen großen Markennamen, die uns Menschen Vertrauen einflößen, steckt auch hinter dem Erfolg von Playerunknown's Battlegrounds eine eifrig arbeitende Werbemaschinerie. Nur dass die in diesem Fall eben nicht hauptsächlich von PR-Mitarbeitern bei der koreanischen Mutterfirma Bluehole Inc. betrieben wird. Sondern von den Fernsehstars des 21. Jahrhunderts: den Twitch-Streamern.

Playerunknown's Battleground-Review: Wie gemacht für Twitch

PUBG ist eine moderne Gladiatorenarena, die bis zu 100 Teilnehmer an dem blutigen Schauspiel (genannt Battle Royale) stehen ebenso unter Strom wie die eventuellen Zuschauer eines Twitch-Kanals. Der (virtuelle) Tod kann einen jederzeit ereilen, aus jeder Ecke. Befreit von Kontext und Geschichte, fokussiert sich PUBG ganz auf diesen Nervenkitzel. Seine 20-40 Minuten langen Partien eskalieren immer weiter. Weil das Teilnehmerfeld ausgedünnt wird. Weil sich das Spielareal zunehmend verkleinert.

Dabei kommt es zu legendären Showdowns und absurden Fehlschüssen, zu krassen Fehlern und glücklichen Fügungen - perfekt geeignet für den Konsum als unbeteiligter Zuschauer. Wer schon mal einen der zahllosen sympathischen Streamer bei seinen Abenteuern in PUBG begleitet hat, der kann die Begeisterung der blutrünstigen Bürger von Panem für ihre fiktiven Hunger Games nachfühlen. Zusammen mit dem vergleichsweise günstigen Preis ist diese Ausrichtung auf das Streaming sicherlich einer der Gründe für den überraschenden, globalen Erfolg von PUBG.
Playerunknown's Battlegrounds im Test: Die blaue Energiekuppel schließt sich immer enger um die Überlebenden – ein effektives Mittel, um Hektik zu erzeugen. Quelle: PC Games Playerunknown's Battlegrounds im Test: Die blaue Energiekuppel schließt sich immer enger um die Überlebenden – ein effektives Mittel, um Hektik zu erzeugen. Doch spielt man die Mischung aus Third-Person- und Ego-Shooter dann selbst, ergibt sich bald ein anderes Bild, zumindest in unserem Test. Dann tragen die den Tod des Avatars verursachenden Glitches, die teils fehlerhafte Treffererkennung, das sogenannte "Rubberbanding" aufgrund des von der Spielerzahl überforderten Netcodes und die Cheater-Schwemme plötzlich nicht mehr so sehr zum Unterhaltungswert bei, sondern erweisen sich als nervtötend.

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Erbarmungslose Todeszone

Üblicherweise absolviert jeder der bis zu 100 Spieler eine Partie auf eigene Rechnung; Koop-Modi für Zwei- und Vier-Mann-Teams sind jedoch auch enthalten, hier profitiert PUBG enorm von Absprachen über Voice-Chat, am besten mit Freunden. Wer es gern besonders knifflig hat, darf auch alleine gegen solche Squads antreten. Zudem legt ihr bei Spielstart fest, ob ihr auf einem Server wollt, in dem kein Wechsel von der Ego-Perspektive in die Third-Person-Ansicht erlaubt ist.

Das Inventar von PUBG ist wie alle Interface-Elemente schmucklos, aber gut zu bedienen. Quelle: PC Games Das Inventar von PUBG ist wie alle Interface-Elemente schmucklos, aber gut zu bedienen. Anschließend stürzt ihr euch in die Schlacht: Es gilt zu Beginn, Häuser nach Panzerung und Waffen zu durchsuchen, um die Überlebenschancen zu steigern und am Ende als "Last Man Standing" den Sieg davonzutragen. Dabei verkleinert sich das Spielfeld in regelmäßigen Abständen; eine tödliche blaue Energiebarriere sorgt dafür, dass die überlebenden Spieler in einen immer kleineren Kreis gezwungen werden, eine Todeszone. Dieses elegante Prinzip wird getragen vom Zufall, was die Partien zumindest in dieser Hinsicht frisch und abwechslungsreich hält; bei Spielstart ahnt noch niemand, wo der finale Showdown stattfinden wird, was das Campen erschwert und stets andere Taktiken erfordert.

Erklärt wird einem dabei nichts; es gibt (noch) kein Tutorial in PUBG, keinen Übungsmodus, keine KI-Bots. Wer sich verbessern will, muss sich anderweitig informieren, die Spawn-Wahrscheinlichkeiten nützlicher Ausrüstung nachlesen oder die Tastenkombinationen im Replay-Modus. Alles muss man sich selbst erarbeiten, von Freunden beigebracht bekommen oder gar mit einem externen Tool wie dem Battle Royale Trainer üben; manch einem gefällt das besser als das für AAA-Spiele typische Händchenhalten. Auch jegliche Art von Story fehlt. Das Szenario ist simpel, auf dem Programm steht der Kampf bis zum Tod auf einer verlassenen, ausgebombten Insel.

Zwei Karten sind seit dem Ende der Early-Access-Phase im Lieferumfang enthalten, weitere sollen als kostenloses Update folgen. Die Maps sind riesig und abwechslungsreich, bieten überflutete Bereiche, Ruinen, Kornfelder, Steinbrüche und kleinere Städte. Allerdings wird schnell klar, dass die Vielfalt nur vorgetäuscht ist, die Häuser werden dutzendfach kopiert und besonders die Inneneinrichtung wiederholt sich.

Der Detailgrad ist verbesserungswürdig und rein optisch machen PUBG merklich aufpoppende Texturen, fehlerhaftes Streaming, deutliche Kantenbildung und immer noch der ein oder andere Ruckler zu schaffen - obwohl sich die Performance in Version 1.0 laut PC Games Hardware stark verbessert gegenüber der Ursprungsfassung zeigt. Dafür enttäuscht der Netcode mit mangelhafter Treffererkennung, die noch dazu offenbar rein vom Client bearbeitet wird und damit Cheatern Tür und Tor öffnet.

  1. Seite 1 PUBG-Review: Erfolgsgeschichte und Battle-Royale-Spielprinzip
  2. Seite 2 PUBG-Review: Langeweile, Cheater und die Test-Wertung
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