PS Now kommt endlich auch nach Deutschland. Wir haben uns Sonys Streaming-Dienst für Spiele in der geschlossenen Beta einmal genauer angeschaut. In diesem Artikel stellen wir euch die Funktionsweise des Service auf der PS4 vor. Den PC-Client konnten wir in der Beta leider noch nicht ausprobieren.
Seit mehr als drei Jahren betreibt Sony nun bereits in ausgesuchten Ländern seinen Streaming-Dienst Playstation Now. Noch in diesem Jahr soll der Service endlich auch in Deutschland starten. Wann es genau soweit sein wird, ist bisher aber noch nicht bekannt. Zur Vorbereitung auf den Launch, veranstaltete der japanische Konzern im August eine geschlossene Beta-Phase. Auch wir haben uns an den Tests beteiligt und uns ausführlich mit dem Service befasst. In diesem Artikel stellen wir euch die Funktionsweise und unsere Eindrücke von PS Now vor.
Mit Playstation Now erhaltet ihr für eine monatliche Gebühr Zugriff auf eine umfangreiche Bibliothek von PS3- und PS4-Spielen. Wie teuer der Dienst in Deutschland wird, ist bislang nicht bekannt. In Großbritannien verlangt Sony derzeit 12,99 britische Pfund im Monat. Die Spiel von PS Now werden auf zentralen Servern von Sony ausgeführt und euch per Streaming auf PS4 oder PC zur Verfügung gestellt. Den PC-Client konnten wir während der Beta bislang leider noch nicht ausprobieren. Daher beziehen sich im folgenden alle Beschreibungen auf die PS4-Version.
Quelle: PC Games
Die Bibliothek ist recht unübersichtlich. Abhilfe schafft die Suchfunktion.
Auf der Konsole installiert ihr euch lediglich eine kleine App von rund drei Megabyte. Nach dem Start dieses Programms gelangt ihr direkt in das Spieleangebot. Das Menü zum Stöbern in der Bibliothek ist dabei allerdings nicht sonderlich übersichtlich ausgefallen. Untereinander sind die Spiele in verschiedenen Kategorien wie Genres, bestimmte Hersteller und Top-Spiele eingeteilt. Jede Kategorie lässt sich jeweils seitlich durchscrollen. Bei mehr als 500 Spielen fällt es hier nicht wirklich leicht den Überblick zu behalten. Immerhin haben die Entwickler an eine Suchfunktion gedacht. Mit dieser könnt ihr gezielt nach einem Titel suchen, wenn ihr genau wissen, welches Spiel ihr ansteuern wollt. Außerdem könnt ihr Favoriten festlegen, die dann in einer eigenen Liste gesammelt werden.
Sobald ihr den Titel eurer Wahl startet, heißt es einige Sekunden warten, in denen der Server das Spiel für den Start vorbereitet. Dieser Vorgang hat bei uns in der Regel rund 30 Sekunden gedauert, aber nie mehr als eine Minute. Während dieser Vorbereitungsphase erhaltet ihr einige wichtige Hinweise für die Handhabung von PS Now. So werden zum Beispiel die Start- und Select-Buttons der PS3 auf dem PS4-Controller über die linke und rechte Seite des Touchpads simuliert. Außerdem stellt euch das Programm einen Warnhinweis vor, der euch während des Spiels eingeblendet wird, sollte sich eure Internetverbindung verschlechtern. In diesem Fall solltet ihr das Spiel vorsichtshalber speichern.Wenn eure Leitung schon beim Spielstart nicht den Anforderungen entspricht, beendet die PS4 den Startvorgang und zeigt euch eine entsprechende Fehlermeldung an. Laut den offiziellen Voraussetzungen von Sony, benötigt ihr mindestes eine Internetverbindung von 5 MBit/s, um Spiele über PS Now zu streamen. Um einen reibungslosen Betrieb des Dienstes zu gewährleisten solltet ihr außerdem darauf achten, dass keine anderen Dienste wie Netflix, Youtube oder datenintensive Downloads die Bandbreite belasten.
Quelle: PC Games
Nach zu langer Untätigkeit werden Spiele automatisch beendet.
Während des Spielens solltet ihr darauf achten, dass ihr das Spiel nicht einfach für einige Zeit untätig laufen lassen könnt. Sobald PS Now für zehn Minuten keine Eingabe am Controller mehr registriert hat, wird das Spiel automatischen beendet. Auf diese Weise will Sony sicherstellen, dass auf ihren Servern nicht unnötig Kapazitäten belegt werden, die anderen Spielern zu gute kommen könnte. Wer also eine längere Pause einlegt, sollte das Spiel speichern und beenden.
Der eigentliche Spielbetrieb läuft hervorragend. Die größte Sorge, die sich beim Gedanken an gestreamte Spiele ergibt, hat sich nicht bestätigt. Beim Test von einem guten Dutzend verschiedener Titel aus den unterschiedlichsten Genres konnten wir zu keiner Zeit eine Eingabe-Verzögerung beobachten. Selbst bei flotten Ego-Shootern konnten wir keinen Unterschied zur physischen Version des Spiels feststellen. Einzig bei der Darstellung der Spiele wird man gelegentlich daran erinnert, dass es sich um einen Stream handelt. So haben wir hin und wieder eine Kompression des Bildes bemerkt, wie man es zum Beispiel auch von Videoplattformen wie Youtube und Twitch kennt. Besonders bei den PS4-Spielen fällt dieser Effekt auf, da das Bild hier nicht so scharf wie gewohnt ist. Bei den PS3-Spielen ist der Effekt nicht so stark, weil diese eh schon nur in 720p ausgegeben werden.
