Pizza Connection 3 im Test: Maria, ihm schmeckt's nicht!
Test 16,99 €
Vor fast 25 Jahren begeisterte ein Überraschungserfolg des deutschen Entwicklers Cybernetic Corporation die hiesige Gamingszene. Nun möchte der vor zwei Jahren gegründete Publisher Assemble Entertainment mit einer Fortsetzung der altehrwürdigen Reihe punkten. Ob es den jungen Entwicklern gelungen ist, verraten wir euch in unserem Test von Pizza Connection 3.
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Bei der Menge an Remakes von ehemaligen PC-Hits ist es eigentlich schon verwunderlich, dass wir erst ganze 24 Jahre nach dem Release von Pizza Connection eine moderne Fortsetzung der Mafiatorten-Simulation serviert bekommen. Schließlich schwelgen die älteren Semester unter uns in wohlig-schönen Erinnerungen, sobald der Name der Wirtschaftssimulation aus dem Hause Software 2000 fällt - und außerdem ist das Führen eines Pizzarestaurants an und für sich eine zeitlose Angelegenheit. Vor allem der kreative Ansatz mit dem Pizza-Editor, das ungewöhnliche Setting und der dazu passende Humor sorgten jedenfalls vor 20 Jahren dafür, dass Pizza Connection zu den innovativsten Spielen des Jahres 1994 gehörte und gar im Ausland unter dem Namen Pizza Tycoon gut ankam. Das mit der Fortsetzung beauftrage Studio namens Gentlymad hat an dem Erfolgsrezept des Originals auch so gut wie nichts verändert, die Fortsetzung laut eigenen Worten aber mit "mehr Würze und Extrakäse" auf die Teller gebracht.
Pizza Connection 3 im Test: Mafiatorten ganz nach Gusto
Was die angesprochenen Verbesserungen abseits der überarbeiteten Grafik nun genau darstellen sollen, hat sich uns während des Tests aber nicht wirklich erschlossen - viel mehr haben wir einige Features der Vorgänger im dritten Teil vermisst und über die nach wie vor fummelige Bedienung geärgert. So gilt es aus einer kleinen Pizzabude eine erfolgreiche Fastfood-Kette aufzubauen, indem man mit selbsterstellten Teigfladenkreationen die sechs Zielgruppen des Spiels zufriedenstellt. Die Vorlieben der Studenten, Grufties (damit sind Rentner gemeint, haha), Bonzen, Teenies, Arbeiter sowie Touristen unterscheiden sich dabei je nach Stadt. Zum Beispiel möchten die Arbeiter in Berlin eine deftige Portion Fleisch auf ihren Pizzen sehen, in Paris präferieren sie wiederum eher Fisch und viele Gewürze. Mit dem Pizza-Editor erstellen wir die passenden Kreationen in Windeseile und legen zudem die Gewinnspanne der einzelnen Teigfladen fest. Wer sich die Arbeit ersparen möchte, kann auch einen Chefkoch mit der Kreation beauftragen, wobei jener für seine Dienste eine ganze Stange Geld sehen möchte. Nach einiger Zeit hat man aber den Dreh raus und kann auch locker auf die Beratung verzichten - zumal es am Ende nur auf die Menge des Belages einer Pizza ankommt und das Aussehen sowie die Verteilung der Zutaten so gut wie keine Rolle für die Bewertung der Kreationen spielen.
Quelle: PC Games
Der Pizza-Editor ist leicht zu bedienen. Allerdings ist es ein wenig schade, dass es keinen Unterschied macht, wie eine Teigfladen aussieht.
Sobald wir genügend Pizzen auf der Menükarte haben, gilt es ein Restaurant zu eröffnen. Dafür suchen wir für unser Klientel passendes Lokal in der Stadt aus und statten es mit Möbeln sowie einer Küche aus. Hier können wir bei unseren Kunden durch eine passende Einrichtung punkten. Studenten mögen zum Beispiel moderne Möbel, Arbeiter präferieren hingegen eine rustikale Einrichtung. Falls man seine Nerven schonen möchte, kann man auch hier auf die Dienste eines Experten zurückgreifen und einen Innenarchitekten beauftragten. Da das Einrichten eines größeren Restaurants aufgrund der umständlichen Bedienung zeitaufwendig ist (man muss zum Beispiel aus Gründen jeden einzelnen Stuhl an die richtige Stelle setzen), nimmt man die teuren Dienste im späteren Spielverlauf gerne in Kauf - zumal man oft mehr als fünf einzelne Filialen führt.
Pizza Connection 3 im Test: Pizza zum Frühstück
Bevor wir dann unser Restaurant eröffnen können, müssen wir noch Personal einstellen und ein Lagerhaus mieten. Das Einstellen des Personals eröffnet uns schlussendlich keine großartigen taktischen Optionen, sondern artet wie auch die Einrichtung der Restaurants in Arbeit aus. Wir müssen für jede Schicht mindestens einen Koch, eine Bedienung und einen Lieferanten einstellen und dabei darauf achten, wann man mit den meisten Kunden rechnen kann. Dass der große Ansturm an manchen Orten auch um sechs Uhr morgens stattfindet, wollen wir an dieser Stelle gar nicht erst versuchen zu erklären.
Quelle: PC Games
Auch nach einigen Updates hat Pizza Connection 3 noch viele kleinere Bugs. Hier beklagt sich zum Beispiel ein Koch über ein fehlendes Kochfeld, obwohl es genau vor seiner Nase steht.
Sobald man sich um die Menükarte, die Einrichtung und das Personal gekümmert hat, stehen keine großen Herausforderungen an. Es sei denn, man spielt gegen KI-Kontrahenten, die gerne unsere Filialen sabotieren. Dagegen helfen aber Sicherheitskameras, wodurch wir im freien Spiel eigentlich nur noch neue Restaurants eröffnen und uns allerhöchsten mit der fummeligen Steuerung herumkämpfen. Pizza Connection 3 (jetzt kaufen / 16,99 € ) bietet uns aber auch eine Kampagne an, die aber unserer Meinung nach aufgrund von unfairen Aufträgen nicht unbedingt als Tutorial dient. So müssen wir bereits im dritten Kapitel innerhalb von 24 Stunden 50 Pizzen verkaufen, was für Anfänger eine geradezu unmögliche Aufgabe darstellt. Auch sonst überzeugt die Kampagne aufgrund ihrer belanglosen Handlung um eine Familiengeschichte, den faden Aufträgen und der schwachen Inszenierung kaum. Was uns am Ende bleibt, ist eine vereinfachte Version von Pizza Connection mit einer unnötig nervigen Steuerung. Immerhin traten nun im Gegensatz zur ersten Release-Fassung lediglich kleinere Bugs auf. Die fragwürdige Performance mit ihren langen Ladezeiten trübte aber weiterhin den eh schon geringen Spielspaß.
Metacritic bewertet das Spiel mit 55%.
