Pikmin 4 im Test: Nintendos grausamste Spielereihe übertrifft sich selbst - Seite 3

Test Katharina Pache
Pikmin 4 im Test: Nintendos grausamste Spielereihe übertrifft sich selbst - Seite 3
Quelle: Nintendo

Wie Pikmin 4 mit einigen Konventionen der Reihe bricht und sich trotzdem wie das ultimative Pikmin anfühlt, lest ihr in unserem großen Test!

Die Einstiegshürde in den Mehrspielermodus von Pikmin 4 liegt höher als bei Mario Kart oder Super Smash Bros., ihr könnt nicht einfach eurem Besuch den Controller in die Hand drücken und ein faires Match erwarten. Wenn ihr euch aber mit jemandem messt, der Pikmin und im besten Fall Pikmin 4 kennt, dann bietet Dandori-Versus riesiges Spaßpotential. Gute Verlierer sollten aber beide Seiten sein. Wenn so eine Fiesbombe in der eigenen Basis hochgeht und man mit ansehen muss, wie der andere Astronaut die Punkte wegschleppt, dann verspürt man das Verlangen, den inneren Riesenkäfer zu wecken und Controller samt Konsole zu zertrampeln. Online spielbar sind die Dandori-Duelle nicht; solo in der Kampagne muss eine bestimmte Punktzahl erreicht werden, damit der Laubling gerettet werden kann.

All according to Dandori

Besonders für Taktiker spannend sind die Dandori-Challenges. Auch die finden in einer kleinen Arena statt, allerdings ohne Gegenspieler. Ihr müsst innerhalb eines knappen Zeitfensters so viele Gegner und Schätze abräumen wie möglich. Es macht unglaublich Spaß, die Aufteilung der Pikmin und den Ablauf des Plans zu optimieren und am Ende zu sehen, wie alles aufgeht - aber ein bisschen Luft nach oben ist immer, also versucht ihr es gleich noch mal! Genau wie bei den Dandori-Duellen müsst ihr aber nicht perfekt abliefern, um den Laubling zu retten, nur eine Mindestpunktzahl erreichen. Ihr könnt jede Dandori-Mission im Basislager ab einem gewissen Zeitpunkt erneut spielen.

Pflückt sie alle!

Es gibt auch "normale" Höhlen, in denen ihr mit festgelegten Arten Pikmin mehrere Etagen erkundet und auf dem Weg Schätze findet, Bosse besiegt oder besonders seltene Pikmin-Arten erhaltet. Einige Sorten könnt ihr nämlich nicht aus der Zwiebel ziehen, ihr erhaltet sie nur unter Tage, wenn ihr eine Königinnenblüte nutzt. Die wandelt hineingeworfene Pikmin in eine andere Gattung um. Das ist wichtig, denn serientypisch haben alle Pikmin wie eingangs angerissen besondere Einsatzgebiete sowie Vor- und Nachteile. Aus der Zwiebel könnt ihr maximal 100 und drei unterschiedliche Sorten Pikmin mitnehmen. Das Spiel teilt euch eine Empfehlung für die Zusammenstellung am Level-Anfang mit, an die ihr euch natürlich nicht halten müsst. In Höhlen aber gilt die Regel nicht - was ihr findet, könnt ihr behalten. Die Untergrundabschnitte erweitern das Spiel erheblich, und wenn ihr alle Gegner besiegt und den Dungeon somit abgeschlossen habt, wird er beim nächsten Besuch wieder von Feinden bevölkert sein. Hier könnt ihr also immer wieder seltene Pikmin-Sorten aufstocken.

Doktor Astronaut

Und was macht ihr mit den Laublingen? Zum Glück gibt es eine Medizin, die den Blattbewuchs entfernt. Doch das Heilmittel ist schwer zu bekommen. Natürlich landet die Beschaffung auf eurer To-do-Liste. Dafür verlasst ihr nachts die Basis, um Leuchtbauten zu verteidigen. Die Nachtmissionen sind gewissermaßen Tower-Defense-Missionen. Dafür kommt eine ganz neue Pikmin-Art zum Einsatz, die Leuchtpikmin. Ihr vermehrt sie, indem ihr sie Zuckersternchen zum Bau tragen lasst, die überall im Level herumliegen. Die Gebiete entsprechen denen, die ihr auch tagsüber besucht. Leuchtpikmin verhalten sich anders als normale Pikmin: Sie kehren automatisch zu euch zurück, sobald sie untätig sind, können fliegen, sind immun gegen Feuer, Wasser und so weiter und sie verfügen über einen besonderen Angriff, den ihr aufladen müsst: Je mehr Leuchtpikmin ihr kontrolliert, desto greller wird der Lichtblitz, der Feinde lähmt.

Eine Nachtmission mit Leuchtpikmin in Pikmin 4 Quelle: Computec Media GmbH Damit ihr die Medizin aus dem Leuchtbau erhaltet, muss das termitenhügelähnliche Gebilde die Nacht überleben. Allerdings zieht ein solcher Bau auch jeden Feind im Umkreis magisch an - die ersten Minuten solltet ihr also damit verbringen, eure Pikmin-Armee zu vergrößern und dann alle Kräfte zur Verteidigung einsetzen. Als Abwechslung zu den Tagesexpeditionen sind die Nachtausflüge eine tolle Sache. Ihr profitiert von den Missionen sogar, wenn ihr tagsüber in Höhlen unterwegs seid. Nach jeder Nachtmission erhaltet ihr nämlich ein paar Leuchtsamen, aus denen ihr unter der Erde Leuchtpikmin zieht. Und da die besonders nützlich und stark sind, erleichtert das euer Leben an kniffligen Stellen. Nur mitnehmen ans Tageslicht könnt ihr sie nicht.

Bildergalerie

So viele Pikmin

Über manche Inhalte des Spiels dürfen wir vor Release nicht sprechen. Nur so viel sei gesagt: Hier steckt viel mehr drin, als ihr auf den ersten Blick vermutet, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass die Pikmin-Spiele nie für einen besonders gewaltigen Umfang bekannt waren. Pikmin 4 fühlt sich beinahe an wie das ultimative und damit vielleicht sogar wie das letzte Pikmin - wir wüssten jedenfalls nicht, was man da noch weiter ausbauen sollte, abgesehen von weiteren Levels und einem vollwertigen Koop-Modus. Ein Äquivalent zu den Koop-Missionen aus Pikmin 3 gibt es nicht - schade, denn die waren besonders spaßig, eventuell kommt da ja nach Release noch was. Aktuell kann ein zweiter Spieler zwar lokal die ganze Kampagne über mitmischen, aber er verfügt nur über eingeschränkte Auswahl an Aktionen, er kann etwa Steinchen werfen.

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