Pikmin 4 im Test: Nintendos grausamste Spielereihe übertrifft sich selbst - Seite 2

Test Katharina Pache
Pikmin 4 im Test: Nintendos grausamste Spielereihe übertrifft sich selbst - Seite 2
Quelle: Nintendo

Wie Pikmin 4 mit einigen Konventionen der Reihe bricht und sich trotzdem wie das ultimative Pikmin anfühlt, lest ihr in unserem großen Test!

Wie üblich in der Serie geht ihr tagsüber auf Expedition. Wenn der Abend anbricht, müsst ihr zurück zum Schiff. Vergessene Pikmin, die ihr nicht mit zur Zwiebel zurücknehmt, gehen über Nacht "verloren" - sie werden von hungrigen Räubern gefressen. Der In-Game-Timer läuft permanent mit, plant also gut, welche Aktionen noch machbar sind und welche ihr am nächsten Tag angehen solltet. Die Levels in überschaubarer Anzahl sind voneinander getrennt und stellen verschiedene Biome dar, im Morgengrauen legt ihr euer Reiseziel für den Tag fest. Diesmal erkundet ihr sehr viel mehr menschengemachte Umgebungen; ein Bereich ist sogar ein verlassenes Wohnhaus, in dem Barhocker hoch in den Himmel ragen und Treppenstufen unüberwindbare Hindernisse darstellen. In keinem anderen Spiel der Reihe erinnert der Planet PNF-404 so sehr an die Erde, wohin aber die Menschen (oder menschenähnliche Bewohner) verschwunden sind, bleibt nach wie vor ein Rätsel. Natürliche Areale gibt's aber auch, etwa einen Abschnitt in den Dünen, bei dem mittags die Ebbe einsetzt und neue Bereiche zum Erkunden öffnet.

Alles, was glitzert, ist gut

Neben der Rettung hilfloser Gestrandeter und der Suche nach Olimar habt ihr ein weiteres Ziel: Glitzerium. Dieser famose Stoff klebt an sogenannten Schätzen. Die erkennt ihr am verführerischen Glanz und der Markierung auf der Karte (sobald ihr den Schatzradar besitzt). Dabei kann es sich um Obst und andere Leckereien handeln, aber auch um menschliche Artefakte wie Knicklichter, Spielkarten oder Puzzleteile. Das Raumschiff eurer Rettungscrew wird mit Glitzerium betrieben und auch für die Reparatur eures Radars benötigt ihr eine Menge davon. Oftmals sind die Schätze jedoch schwer zugänglich, vergraben oder große Krabben, Vögel, Käfer bewachen sie mit Argusaugen, wenn sie die Kleinode nicht selbst verspeist haben. Dann müsst ihr wohl oder übel mit eurer Pikmin-Armee in die Schlacht ziehen, um den Glitzerium-Speicher zu füllen.

Die Levels sind so groß, dass ihr an einem In-Game-Tag unmöglich alles entdecken und bergen könnt. Zumal viele Abschnitte erst zugänglich werden, wenn ihr eure Auswahl an Pikmin-Arten oder die schiere Masse der kleinen Racker erhöht. Wir haben bis zum Ende des Abenteuers mehr als 50 In-Game-Tage verbracht und nicht alles erledigt. Das ist aber kein Problem, denn diesmal müsst ihr keine wortwörtliche Deadline im Auge behalten, nach deren Ablauf euch der Hungertod ereilt. Ihr habt alle Zeit der Welt. Und auch nach dem Abschluss der Story könnt ihr weiterspielen und euch um die liegen gebliebenen Sachen, genauer gesagt Schätze kümmern.

Bitte was?

In der Wildnis seid ihr aber nicht nur im Sonnenschein unterwegs, ihr findet wie in Pikmin 2 regelmäßig Höhlen, die euch vor spezielle Herausforderungen stellen. Von denen gibt es verschiedene Arten, und auch hier läuft die Zeit mit, allerdings langsamer als an der Oberfläche. Der Tag endet erst, wenn ihr den Untergrund verlasst. Ihr könnt also nicht bei einem ausgedehnten Spaziergang unter Tage von der Dämmerung überrascht werden und so Pikmin verlieren. Es gibt unterschiedliche Arten unterirdischer Herausforderungen. Immer wieder werdet ihr von sogenannten Laublingen zu einem Dandori-Duell oder einer Dandori-Challenge herausgefordert.

Man sieht Otschin, der unseren Astronauten und die Pikmin trägt. Quelle: Computec Media GmbH Laublinge? Dandori? Ganz einfach: Einige Gestrandete auf dem Planeten wurden von einer Krankheit infiziert, die dafür sorgt, dass am ganzen Körper Blätter wachsen. Die Laublinge erinnern sich nicht an ihr Leben vor der Ansteckung und denken nur an das eine: Dandori. Der japanische Begriff steht übersetzt für "Planung" oder "Organisation", was auf Pikmin bezogen natürlich bedeutet, dass ihr eure Pikmin-Arten in Dandori-Höhlen vorausschauend einsetzt und Aktionen an mehreren Orten gleichzeitig kontrolliert.

Rage quit möglich

In Dandori-Duellen, die ihr vom Hauptmenü aus auch als Versus-Modus mit einem anderen Spieler bestreiten könnt, stehen sich zwei Astronauten mit einer festen Startmenge und Pikmin-Art auf einem Schlachtfeld gegenüber. Dort verteilt gibt es Gegner, Goldhaufen, Früchte und Blumen, aus denen ihr neue Pikmin ziehen könnt. Wer innerhalb des Zeitlimits die meisten Punkte macht, gewinnt. Ihr könnt und solltet euren Widersacher sabotieren: Stehlt ihm den gerade erlegten Riesenkäfer, indem ihr mehr Pikmin als er zum Tragen einsetzt, oder attackiert seinen Hund, bis der sich ausruhen muss. Besonders viele Punkte erhaltet ihr für das Einsacken der wechselnden Bonus-Objekte. Mit zufällig auftauchenden Items setzt ihr euren Gegner unter Druck und wenn ihr die kurz vor dem Ende erscheinende Fiesbombe zur Zwiebel eures Kontrahenten transportiert, blutet der richtig Punkte - die ihr dann in Form von Glitzerium-Gewichten eurer Zwiebel einverleibt.

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