Phantom Blade Zero angespielt: Von wegen Soulslike, macht Platz für Kung-Fu-Punk!

Special Annika Menzel
Phantom Blade Zero angespielt: Von wegen Soulslike, macht Platz für Kung-Fu-Punk!
Quelle: S-GAME

Nicht jedes Action-Rollenspiel ist ein Soulslike und das ist auch gut so. Phantom Blade Zero geht seinen eigenen Weg und setzt auf rasante Kämpfe in einer stylishen Welt.

Eindrucksvolle Bosse, ein düsteres Setting und ein Kampfsystem, das stark an Sekiro: Shadows Die Twice erinnert: Eigentlich ist das ein klassisches Erfolgsrezept für ein Soulslike. Entwicklerstudio S-GAME hat sich trotz dieser Voraussetzungen aber bewusst dafür entschieden, einen anderen Weg einzuschlagen.

Denn obwohl Phantom Blade Zero auf den ersten Blick den Anschein erweckt, ein geistiger Nachfolger der FromSoftware -Titel zu sein, hat es spielerisch nicht viel mit ihnen gemeinsam. Dass es stattdessen ein Action-RPG werden soll, das seinen Fokus auf schnelle Kombos statt eine knüppelharte Erfahrung legt, finden wir herrlich erfrischend!

Aus Rainblood wurde Phantom Blade

Ganz neu ist die Marke hinter dem Action-Rollenspiel allerdings nicht. Ihr Ursprung liegt in den Rainblood-Spielen, die bereits in den 2010ern auf den Markt kamen. Letztes Jahr ist mit Phantom Blade: Executioners zudem ein Free-to-play-Spiel veröffentlicht worden, das im Gegensatz zum neuen Werk auf eine 2D-Grafik setzte.

Falls ihr den Vorgänger selbst gespielt habt, dürfte euch der Protagonist des neuen Titels bereits bekannt vorkommen: Soul, der einen für ein erklärtes Nicht-Soulslike ironischen Namen trägt, stand nämlich bereits dort im Rampenlicht.

Aber hier geht es nicht um die Vergangenheit, sondern um die anstehende Neuerscheinung. 20 Minuten lang durften wir uns bei der Gamescom bereits mit dem Spiel austoben und uns vor allem mit dem Kampfsystem vertraut machen. Und das macht dem Action-Genre vor allem in Sachen Schnelligkeit alle Ehre.

Soul schlägt nicht nur in einem Affenzahn mit seinem Schwert zu, er bewegt sich auch allgemein ziemlich flott. Außerdem könnt ihr jederzeit während des Kampfes zwischen zwei Waffen wechseln, sowohl beim Nah- als auch Fernkampf. Der Wechsel fungiert gleichzeitig als Angriff, wodurch das Tempo beim strategischen Wechsel erhalten bleibt.

Ein Gegner steht in der Mitte des Bildes und streckt einen Arm in die Luft Quelle: S-GAME Die Attacken von Soul fühlen sich deutlich mehr nach Devil May Cry an als nach Dark Souls, vor allem durch die verschiedenen Kombos und die schicken Finisher-Moves. Das passt auch hervorragend zur Schnelligkeit der Kämpfe, in denen ihr euch im Eifer des Gefechts stets zwischen Ausweichen und Parieren entscheiden müsst.

Letzteres ist zwar schwieriger zu timen, bringt aber einen großen Vorteil mit sich: Blockt ihr den gegnerischen Angriff genau im richtigen Moment, löst ihr im Gegenzug selbst einen starken Angriff aus.

Samurai-Schwerter treffen auf Tigerkanonen

Neben den Schwertern stehen euch zudem sekundäre Waffen zur Verfügung. Deren Anwendung braucht zwar etwas mehr Zeit und ist bei dem vorherrschenden Tempo also nicht immer die beste Wahl. In ruhigeren Momenten oder mit etwas Distanz kommen sie aber äußerst gelegen.

Besonders spannend fanden wir die Tigerkanone, die nicht nur für ein kurzes Schmunzeln bei uns, sondern auch für viele Wunden bei den Gegnern sorgte. Außerdem ist sie sehr nützlich, um Angriffe von Gegnern abzubrechen, was gerade bei bedrohlichen Bossen praktisch ist.

Doch eine schnelle Reaktionsfähigkeit ist nicht euer einziger Weg, um ordentlich Schaden auszuteilen. Mit eurem Bogen könnt ihr bereits aus der Distanz Gegner ausschalten, um den bevorstehenden Weg von potenziellen Gefahren zu befreien. Und wenn ihr leise genug seid, könnt ihr euch auch an die Feinde heranschleichen und sie klammheimlich ausschalten.

Alles in allem kommt Phantom Blade Zero also nicht mit bahnbrechenden Gameplay-Neuheiten daher. Allerdings scheint das Entwicklerteam sehr geschickt darin zu sein, bereits aus dem Genre bekannte Elemente stimmig miteinander zu verknüpfen, um für ein flottes, interessantes Kampfsystem zu sorgen.

Außerdem fühlt es sich im Gegensatz zu Soulslikes gleich belohnender an, die vielen Standardgegner umzuhauen. Denn wenn ihr sterbt, werden die bereits besiegten Gegenspieler nicht wiederbelebt. Ihr könnt euch also unbehelligt auf den Weg zurück zu dem Punkt eures Ablebens machen, ohne euch erneut durchmetzeln zu müssen.

Eine Frau mit Rissen im Gesicht wird von Nebel umhüllt Quelle: S-GAME Und es gibt noch einen weiteren Beweis dafür, dass Phantom Blade Zero sich dem zurzeit explodierenden Genre nicht anschließen will: Es soll verschiedene Schwierigkeitsgrade geben, damit eine möglichst breite Masse Spaß mit dem Spiel haben kann. Eine besonders harte Stufe befindet sich für die Masochisten unter euch zurzeit auch in Planung.

Passt, ruckelt und hat Luft

Sowohl das Charakterdesign als auch die Spielwelt an sich sind ausgesprochen stylish. Soul streift bei seiner Mission durch eine von China inspirierte Welt; genauer gesagt ist sie im Kung-Fu-Punk-Stil gehalten, wie ihn die Entwickler selbst beschreiben. Uns hat es vor allem an Dark Fantasy gepaart mit traditionellen chinesischen Elementen erinnert.

In den rasanten Kämpfen hatten wir allerdings mit ein paar Rucklern zu kämpfen, was bei einem so schnellen Tempo zwar nicht verwunderlich, aber trotzdem sehr schade ist. Schließlich nehmen solche Einbrüche der Bildrate immer etwas von der Dynamik aus einem ansonsten so flüssigen Kampfsystem.

Allerdings wollen wir das dem Studio aktuell nicht zu sehr ankreiden, denn Phantom Blade Zero befindet sich noch mitten im Entwicklungsprozess. Es ist also nicht verwunderlich, dass in einer so frühen Demo noch nicht alles ganz flüssig läuft.

Laut Gerüchten soll das Spiel sogar erst im Jahr 2026 erscheinen, allerdings wurde bisher noch nichts von offizieller Seite bestätigt. Für einen konkreten Releasezeitraum müssen wir also noch ein wenig gedulden. Wenn es euch bereits in den Fingern juckt, könnt ihr euch die Wartezeit dafür mit Black Myth: Wukong vertreiben.

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