Pax Augusta im Test: Erobert in diesem Ein-Mann-Aufbauspiel das antike Rom!
Test
Antike Aufbaustrategie als Ein-Mann-Projekt: Pax Augusta beeindruckt im Test mit viel Liebe zum Detail - auch wenn das Spiel noch seine Ecken und Kanten hat.
Während des Tests stießen wir immer wieder auf kleinere und größere Fehler. Während uns Fehler in den deutschen Bildschirmtexten in diesem Fall nicht weiter störten, hatten wir auch immer wieder mit der Bedienung oder gar handfesten Programmfehlern zu kämpfen.
So gab es im Testverlauf häufiger Schwierigkeiten bei der Bewältigung der Aufgaben. Mal wurden gesetzte Fristen nicht berücksichtigt, mal Spielfortschritt zu spät oder gar nicht gewertet.
Abgesehen von den teilweise langen Ladezeiten ist die Benutzerführung holprig und hakelig. Auch wenn das Spiel mit Tutorial und Kampagne zwei Einführungsoptionen anbietet, muss man sich vieles selbst beibringen oder sich auf die Unwägbarkeiten des Spiels einlassen. Zum Beispiel benötigen Gebäude zwingend eine Straße. Wir können also nicht erst ein Haus platzieren und es dann mit dem Wegenetz verbinden.
Quelle: Medienagentur plassma / Olaf Bleich
Wir müssen zuerst den Feldweg legen und dürfen erst danach das Gebäude bauen. Überhaupt fällt der Wegebau vergleichsweise kantig aus. Im Grunde ziehen wir lediglich Geraden über die Karte und verbinden diese dann miteinander. Das ist zwar ideal, um den auf den Karten knapp bemessenen Platz optimal auszunutzen, sorgt aber auch für ein vergleichsweise quadratisches Stadtbild.
Störend fielen dabei die diffusen Abgrenzungen zwischen Bauland und Hindernissen auf. Es ist nicht immer ganz klar, welche Bereiche wir wirklich bebauen können und welche blockiert sind. Dass Optionen wie das Verschieben von Gebäuden fehlen, störte uns nicht, sondern passt gut zum Spielgefühl von Pax Augusta. Ebenso, dass wir keine Ressourcen zurückbekommen, wenn wir bereits gebaute Objekte zerstören.
Störend fiel im Test auch die wirklich träge Erforschung der Umgebung mit unserem Ingenieur Vitruv auf. Mit diesem suchen wir die Karte Stück für Stück nach Rohstoffvorkommen, Brückenpositionen oder auch Hilfslieferungen ab. Während wir Eisen- oder Marmoradern noch recht schnell erkennen, sind die Bonuskisten manchmal so winzig, dass wir minutenlang über die Karte scrollen und zoomen, bis wir sie endlich gefunden haben.
Die Sache mit der Politik
Pax Augusta bietet als übergeordnete Spielebene die eigene Karriere. Unser Alter Ego sammelt Ansehen für seine Taten und häuft mit der Zeit auch privates Vermögen an. Den Salär müssen wir allerdings zu Beginn händisch beim Senat anmelden. An dieser Stelle kommt wieder das Thema Korruption ins Spiel: Ob wir etwa das geforderte Maximalgehalt erhalten, hängt stark davon ab, ob wir unser Gegenüber bestechen oder nicht.
Das Problem dabei ist, dass es keinen klaren Indikator gibt, wie hoch die kleinen Aufmerksamkeiten sein müssen oder ob die Beamten überhaupt solche Zuwendungen wollen. Dadurch fühlen sich diese Entscheidungsmomente eher nach Glücksspiel denn nach politischem Kalkül an.
Auf der Imperiumskarte treiben wir zum einen im großen Stil Handel und werden bei Kaufleuten Ressourcen zu tausenden Einheiten los. Auch können wir bei Sklavenhändlern neue Bedienstete erstehen. Diese bringen uns schließlich Vorteile und senken etwa die Baukosten. Sehr schön: Im Nachgang entscheiden wir, wie wir mit ihnen verfahren. Wir können sie zum Beispiel weiterverkaufen oder einfach freilassen.
Quelle: Medienagentur plassma / Olaf Bleich
Mit wachsendem Wohlstand und Prestige kandidieren wir in Pax Augusta auch für politische Ämter. Diese wiederum bescheren uns auf der einen Seite neue Baupläne sowie Vor- und Nachteile. Während wir in der Kampagne also eher kleine Szenarien abfrühstücken, geht es vor allem in der freien Karriere ans Eingemachte.
Auch wenn wir uns schnell Aufbauroutinen draufschaffen, besticht Pax Augusta auf lange Sicht durch seine vielfältigen Optimierungsmöglichkeiten und den gezielten Um- und Aufbau der Stadt. Für unseren Geschmack hätte das Spiel dabei durchaus noch mehr Tiefe im Hinblick auf Statistiken und Mikromanagement bieten können. Für ein Ein-Mann-Projekt ist das Ergebnis aber mehr als beachtlich und kann vor allem spielerisch mit den Großen mithalten.
Pax Augusta ist seit dem 17. April 2017 erhältlich. Versionen bzw. Umsetzungen für Konsolen wie PlayStation 5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch 2 gibt es nicht und sie sind derzeit auch noch nicht angekündigt. Transparenzhinweis: Die Testversion wurde vom Publisher zur Verfügung gestellt.
