Pax Augusta im Test: Erobert in diesem Ein-Mann-Aufbauspiel das antike Rom!
Test
Antike Aufbaustrategie als Ein-Mann-Projekt: Pax Augusta beeindruckt im Test mit viel Liebe zum Detail - auch wenn das Spiel noch seine Ecken und Kanten hat.
Ein bekanntes Sprichwort sagt: "Rom wurde nicht an einem Tag erbaut." Dieser kluge Satz ließe sich auch auf den Citybuilder Pax Augusta übertragen.
Denn der Schweizer Solo-Entwickler Roger Gassmann rechnete zu Beginn der Arbeiten mit einer Entwicklungszeit von sechs Monaten und schreibt im offiziellen Blog, dass er wohl kaum falscher hätte liegen können. Schließlich ist das Aufbauspiel nun seit über fünf Jahren in Arbeit und erscheint am 17. April 2025 offiziell auf Steam.
Die Vergangenheit zeigte, dass Solo-Projekte nicht nur einen besonderen Charme, sondern auch großen Erfolg haben können. Minecraft, Five Nights at Freddy's oder Stardew Valley sind nur drei prominente Beispiele. Ob Pax Augusta (jetzt kaufen 22,49 € )äähnlich hohe Wellen schlagen wird wie diese drei popkulturellen Phänomene, bleibt abzuwarten.
Das Aufbauspiel entführt uns ins antike Rom zur Zeit des Kaisers Augustus. Wir schlüpfen in die Rolle eines jungen Statthalters, der nicht nur durch den Aufbau von Provinzen reich werden, sondern auch in der Politik ein Wörtchen mitreden will.
Römischer Permadeath?
Pax Augusta hat grundsätzlich drei Spielmodi: die Story-Kampagne, die Sandbox und die freie Karriere. Die Sandbox und die freie Karriere sind sich sehr ähnlich. Der Unterschied besteht hier vor allem darin, dass man im Sandbox-Modus fast keine Einschränkungen hat und munter drauflos siedeln kann. Die Kampagne hingegen dient neben dem kurzen Tutorial als erweiterte Einführung.
Sie erzählt die Geschichte eines aufstrebenden Statthalters und seiner Familie. Das Spiel präsentiert die Entwicklungen in Textfenstern mit Standbildern und wahlweise deutscher oder englischer Sprachausgabe.
Es können zusätzlich auch andere Sprachen aktiviert werden, und in Zukunft soll sogar Schweizerdeutsch implementiert werden. Die Handlung an sich ist ganz nett, aber sicher nicht der Grund, warum wir so viele Stunden mit Pax Augusta verbracht haben.
Letztlich schickt uns das Spiel von einer Provinz zur nächsten und konfrontiert uns dort mit wechselnden Szenarien und Aufgaben. Zwischendurch lockern Dialoge und Entscheidungen das Geschehen auf. An einem Punkt mussten wir zum Beispiel entscheiden, ob wir unsere virtuelle Mutter finanziell unterstützen, damit sie nicht von korrupten Steuereintreibern vom Familienlandsitz vertrieben wird.
Als wir zustimmten, verloren wir fast unsere gesamten Ersparnisse. In Pax Augusta haben Fehler und Entscheidungen langfristige Konsequenzen: Geht zum Beispiel unsere Provinz pleite, bedeutet das im schlimmsten Fall die Verbannung und damit das Ende des Spiels. Pax Augusta nimmt hier Anleihen beim Permadeath - denn es gibt nur einen Spielstand.
Es gibt also zwei Ebenen: Die Provinz mit ihrem klaren Aufbaupart sowie das Imperium. In diesem nutzen wir eine Übersichtskarte und ziehen unsere Reisekutsche von einem Standort zum nächsten. Die Navigation ist dabei alles andere als einfach. Das gezielte Aufsuchen von Händlern oder Städten ist aufgrund der vernebelten Darstellung fummelig und unnötig zeitaufwendig.
Hier hätten wir uns Schnellreisen und Shortcuts gewünscht. In der freien Kampagne bleibt es nicht bei der Gründung einer einzelnen Stadt. Hier verwalten wir gleich mehrere Provinzen und kümmern uns ständig um die Belange vor Ort. Wenn wir nicht da sind, übernimmt ein Stellvertreter unsere Aufgaben.
Quelle: Medienagentur plassma / Olaf Bleich
Städtebau für Fortgeschrittene
Die Anfänge in einer neuen Provinz gestalten sich geradezu klassisch: Wir platzieren zunächst einen Altar als Zentrum der neuen Siedlung. Um diesen herum bauen wir später das Forum mitsamt Verwaltungsgebäuden, Kalender und Basilika.
Außerdem bestimmen wir zu Beginn die Hauptkreuzung der Stadt und legen damit auch das begehrteste, später aber auch erweiterbare Wohngebiet fest. Für die Bewohner bauen wir Streifenhäuser.
Anders als in anderen Citybuildern gibt es bei Pax Augusta kein Standardgebäude, sondern eine Vielzahl von Varianten mit unterschiedlichen Größen und Formaten. Wichtig: Die meisten Gebäude müssen an Straßen angeschlossen werden. Aber dazu später mehr.
Anfängliche Grundbedürfnisse wie Wasser- oder Nahrungsversorgung befriedigen wir durch den Bau von Brunnen und Gärten direkt bei den Häusern. Pax Augusta fordert dabei früh zum Mikromanagement auf. Im Tetris-Stil müssen wir jede noch so kleine Lücke Bauland nutzen und mit Gärten oder später auch Gewerben versehen. In den ersten Stunden ist der Bauraum knapp.
Bildergalerie
Nicht selten blockieren etwa fremde Siedlungen das Gebiet. Deren Bewohner zwingen wir zu Steuerzahlungen, können sie später aber auch vertreiben. Neues Bauland erobern wir etwa durch das Bauen von Brücken und gelangen so auf Inseln oder zu anderen Ufern. Flüsse dienen in Pax Augusta sowohl als Nahrungsquelle als auch als Handelsroute. Zumindest sobald wir das nötige Kleingeld für einen Hafen haben.
