Paper Mario: Höhen, Tiefen, Kontroversen der Nintendo-Reihe im Retro-Special - Seite 2
Special
Die Paper-Mario-Reihe hat viele Höhen, Tiefen und Kontroversen hinter sich. In diesem Special analysieren wir die Reihe und wie sie sich verändert hat.
Durch diese neuartige Story, die tiefgründigen Charaktere und das perfektionierte Kampfsystem gilt Paper Mario: Die Legende vom Äonentor für viele Spieler und Kritiker nicht nur als das beste Gamecube-Spiel, sondern auch als das Non plus ultra der Mario-RPGs. Auch das teilweise düstere und untypische Setting ist ein großer Pluspunkt des Spiels und würde heutzutage wahrscheinlich nie wieder so von Nintendo umgesetzt werden.
Dennoch konnte Marios zweites Papier-Abenteuer nicht so überzeugen, wie es sich die Entwickler wahrscheinlich gewünscht hatten. Zwar wurde das Game über zwei Millionen Mal verkauft. Gerade in Europa war die Nachfrage aber sehr gering. Mittlerweile gilt Paper Mario: Die Legende vom Äonentor als eines der teuersten Gamecube-Spiele. Wahrscheinlich, weil viele erst später von der Qualität des Spiels erfahren haben und die Nachfrage seitdem enorm gestiegen ist.
Lasst uns also weiter auf eine Neuauflage des Gamecube-Exklusivtitels hoffen, so unwahrscheinlich es auch sein mag. Ein Mario-RPG auf diesem Niveau hat es danach und wird es womöglich auch nie wieder geben.
In diesem Artikel
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Super Paper Mario - Eine ganz neue Seite
Super Paper Mario erschien 2007 für die Wii und ist das wahrscheinlich exotischste Spiel der Reihe. Anstatt die klassischen Rollenspielelemente der ersten beiden Teile weiterzuführen, entschied sich Nintendo, nun wieder mehr auf die bewährte Mario-Formel zu setzen. Will heißen: Super Paper Mario ist wieder zu einem deutlich größeren Teil ein Jump-'n-Run. Trotzdem unterscheidet es sich grundlegend von den alten 2D-Marios ohne Papieroptik.
Quelle: Nintendo
Aus 2D ...
Der größte Aspekt ist hier wieder die Story. Denn auch im dritten Teil tritt in Form von Graf Knickwitz ein neuer Bösewicht auf den Plan. Dieser möchte eine neue und leere Welt zu erschaffen. Dafür benötigt er das sogenannte dunkle Herz. Um dieses zu erschaffen, bringt er Bowser und Peach dazu, zu heiraten -Ja, Super Mario Odyssey war nicht das erste Spiel mit dieser Idee- und zwingt sie unter Hypnose zum Ja-Wort.
Quelle: Nintendo
... mach 3D!
Mario muss den Plan verhindern, indem er die acht wahren Herzen findet, mit denen er Graf Knickwitz aufhalten kann.
Bowser und Peach nehmen dabei aber nicht nur eine unwichtige Nebenrolle ein, im Gegenteil. Neben Mario und seinem Bruder Luigi gehören auch sie zu den spielbaren Charakteren, und jeder von ihnen hat eigene Fähigkeiten. Peach kann mit ihrem Schirm gleiten, Bowser kann Feuer spucken (was im Anbetracht der Tatsache, dass die Spielwelt und Charaktere aus Papier sind, ziemlich unfair ist) und Luigi kann etwas höher springen als sein Bruder.
Die Kämpfe laufen auch etwas anders ab als in den Vorgängern. Man tritt nicht in rundenbasierten Duellen gegen seine Gegner an, sondern bekämpft sie ganz mariotypisch in der zweidimensionalen Overworld, indem man auf sie draufspringt oder mit dem Hammer zerschlägt. Dabei muss man auch nicht auf das Timing seiner Angriffe achten, was das Spiel als einziges der Reihe so umsetzt.
Als Innovation dienen zudem die neuen Helfer von Mario, die Pixl. Jedes Pixl hat eine eigene Fähigkeit und man muss sie je nach Situation einsetzen. Dadurch ergibt sich auch die neue Hauptgameplaymechanik in Super Paper Mario.
Mario hat nämlich die Möglichkeit, von der 2D-Perspektive in eine 3D-Perspektive zu wechseln. In dieser werden dann Objekte sichtbar, die im Zweidimensionalen verborgen bleiben. Die meisten Rätsel des Spiels bauen auf dieser Mechanik auf.
Zwar unterscheidet sich Paper Mario 3 sehr von seinen Vorgängern, die meisten zählen das Spiel aber trotzdem zu den "guten" Paper-Marios. Die ausgefallene Story, der besondere Look und die Mischung aus neuem und gewohnten Gameplay kamen sehr gut an. Im ersten halben Jahr nach Release verkaufte sich das Game bereits über zwei Millionen Mal und bekam ähnlich gute Bewertungen wie die ersten beiden Teile. Es sollte allerdings das letzte Spiel der Reihe sein, welches von positiven Kritiken überhäuft wurde.
Paper Mario: Sticker Star - Der große Scherenschnitt
Nachdem Super Paper Mario stark mit den Erwartungen an die Reihe gebrochen hat, waren die Fans begeistert, als auf der E3 2010 ein neues Paper-Mario-Spiel mit rundenbasiertem Kampsystem und augenscheinlich altem Gameplaysystem angekündigt wurde. Umso enttäuschter waren viele, als Paper Mario: Sticker Star im Dezember 2012 für den Nintendo 3DS erschien.
Mit diesem Spiel zog Nintendo den Hass aller eingefleischten Paper-Mario-Fans auf sich und es markiert den Wendepunkt der Reihe. Und das, obwohl es eigentlich kein schlechtes Spiel ist.
Die meisten argumentierten, dass Paper Mario 4 kein richtiges Paper Mario mehr ist. Dabei bezogen sie sich auf die Story- und Gameplayelemente der Vorgänger, die mit dem neuen Teil ziemlich über den Haufen geworfen wurden.
Tatsächlich ist Paper Mario: Sticker Star aber mehr Paper Mario als jedes Spiel der Reihe zuvor. Denn nirgends wurde der Papier-Aspekt so konsequent umgesetzt wie hier. So gut wie jedes Element in der Spielwelt ist aus Papier zusammengesetzt. Auch die neue Hauptmechanik der Sticker setzt voll darauf. Sogar die Anzahl der schlechten Papier-Wortspiele nimmt exponentiell zu.
Quelle: Nintendo
In Paper Mario für den Nintendo 3DS dreht sich alles um Sticker.
Das ist aber kein Grund, um geknickt zu sein, wenn das Spiel durch seine Mechaniken überzeugen kann, und genau da liegt für viele der Kettenhund begraben.
Vom Kampfsystem bis zur Oberwelt, überall spielen Sticker eine Rolle. Und gerade das Kampfsystem ist es, das vielen Fans sauer aufstößt. Überall in der Welt findet man Sticker an Wänden, Böden und anderen Objekten, die man abziehen und einstecken kann. Die Gegner tummeln sich auch auf der Oberwelt und bei Kontakt wechselt wie in den ersten beiden Teilen die Szene.
Das Kampfsystem ist zwar wieder rundenbasiert, unterscheidet sich aber von den Vorgängern. Für jede Aktion, die man während des Kampfes ausführt, müssen Sticker genutzt werden. Es gibt Sticker für Sprung, Hammer, Pilze, Panzer und vieles mehr. Einmal genutzt verschwinden die Sticker und man muss sie erst nochmal in der Welt oder im Shop finden, um sie erneut einsetzen zu können.
Je weiter man im Spiel voranschreitet, desto besser werden außerdem die Sticker, die man findet. Ab und zu erhält man sogar reale Gegenstände, die nicht aus Papier sind und im Spiel als Dingse bezeichnet werden. Diese kann man dann zu Stickern machen und starke Spezialangriffe ausführen.
Dieses System wäre an sich kein Problem, wenn es sich die Kämpfe wenigstens lohnen würden. Da es in Paper Mario: Sticker Star aber kein Erfahrungssystem mehr gibt, nimmt die Motivation, jeden Gegner zu bekämpfen, sehr schnell ab. Für jeden Sieg erhält man stattdessen nur ein paar Münzen, an denen sowieso nicht wirklich ein Mangel herrscht.
Ein weiteres Papier-Feature ist das Papierisieren. Damit kann Mario Sticker in der Welt anbringen, die dann gewisse Dinge bewirken. Beispielsweise kann eine Brücke, die von Bowser Jr. entfernt wurde wieder an ihren Platz geklebt werden. Das ist zwar sehr cool und innovativ, aber dennoch nur ein Nebenelement.
Darüber hinaus ist das Spiel nicht mehr in Kapitel, sondern in einzelne Level und diese wiederum in verschiedene Welten unterteilt, was auch eher an die 2D-Marios erinnert.
Generell hat das Spiel nicht mehr viele Elemente eines RPGs wie die Vorgänger, sondern spielt sich viel mehr wie ein Action-Adventure. Und das ist eben nicht, was sich die Fans nach Super Paper Mario gewünscht haben.
Auch die Story ist in Paper Mario 4 nicht mehr der Rede wert. Es scheint, als hätte man die charmanten Geschichten aus den ersten drei Teilen zusammengeknüllt, in den Reißwolf geschmissen und die Schnipsel zum Feuer machen benutzt. Übrig bleibt dann ein Bowser, der durch einen Stickerkometen Macht erlangt und Peach entführt, woraufhin Mario sie retten und nebenbei fünf große Sticker sammeln muss.
Dabei hilft ihm seine Begleiterin Kersti, die aber eher ein nerviges Anhängsel im Stil von Links Feen-Begleiterin Navi ist als eine wirkliche Hilfe.
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