Die wohl größten Marketing-Fails der Spiele-Industrie - John Romero und sein Baby Daikatana][br][IMG=1669727][EMBHTML=84435][br]Vor der Jahrtausendwende befand sich Entwickler John Romero auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Der US-Amerikaner gehört zu den Gründern der legendären Shooter-Schmiede id Software und hat an Meisterwerken wie Doom und Quake mitgearbeitet. Der Erfolg scheint im offensichtlich zu Kopf gestiegen zu sein. Nachdem er zusammen mit seinem id-Freund Tom Hall sein eigenes Entwicklerstudio namens Ion Storm gründete, bezog er im JPMorgan Chase Tower in Dallas ein riesiges Büro und ließ dort den Fußboden mit feinstem Marmor ausschmücken.[br][br]Sein erstes Projekt sollte der Ego-Shooter Daikatana werden. Von sich selbst vollkommen überzeugt, spuckte Romero im Vorfeld große Töne versprach nichts weiter als eine Revolution. Pressevertreter schenkten ihm Glauben, denn die ersten Konzeptzeichnungen und Screenshots sahen einfach umwerfend aus und gaben keinen Grund zum Zweifeln. Das positive Medienecho dürfte Romero wohl endgültig den Verstand vernebelt haben. Der Entwickler setzte sich wie in Rockstar ins Szene und ließ anlässlich der bevorstehenden Veröffentlichung von Daikatana eine beispiellose Marketingkampagne vom Stapel - eine Aktion, die er später bereuen sollte.[br][br]Ion Storm buchte in diversen Magazinen Werbeseiten. Auf einem roten Hintergrund prangte der Slogan "John Romero's about to make you his bitch. Suck it down." Neben dem Titel fanden sich nur noch Logos von Ion Storm und Eidos auf der Seite, jedoch kein Hinweis auf das geworbene Spiel. Der Spott, der über Romero nach diesem Egotrip hereinbrach, hätte sich vermutlich in Grenzen gehalten, wenn sein Spiel den hohen Erwartungen standgehalten hätte. Daikatana entpuppte sich allerdings als Mega-Flop, Journalisten gaben teilweise vernichtende Kritik ab. Romero entschuldige sich später für sein Verhalten, doch für seine Karriere war es da schon zu spät.[br][br][INDEX][br][br][MPB TITLE=__Die wohl größten Marketing-Fails der Spiele-Industrie - Ein beispielloses Fiasko: Der Fall 'Ocean Marketing'
SpecialDer Gamesmarkt ist ein hartes Pflaster. Im Wettbewerb um die Gunst der Spieler ziehen Entwickler und Publisher mit immer größer werdenden Marketingbudgets zu Felde. Einige Werbekampagnen verfehlen allerdings ihre Wirkung, schlimmer noch: Sie gehen unerwartet nach hinten los. Wir lassen heute die wohl größten Marketing-Fails der Spiele-Branche Revue passieren.
Der Fall "Ocean Marketing" ist in puncto Tragik in der bisher geschriebenen Videospielgeschichte wohl einmalig. Protagonist dieser unglaublichen Geschichte ist der gute Herr Paul Christoforo (Foto oben), Gründer des auf Unternehmenskommunikation spezialisierten Unternehmens Ocean Marketing. Christoforo übernahm bis vor einigen Monaten noch die PR-Arbeit für seinen Kunden N-Control, der den Controller-Aufsatz "Avenger" vertreibt. Sein Leben verlief vermutlich in geraden Bahnen, bis ihn im vergangenen Jahr eine Mail des Kunden Dave erreichte. Dave hatte zwei Monate zuvor eine Vorbestellung für den besagten Controller-Aufsatz getätigt, das Produkt sogar komplett bezahlt und fragte sich nun berechtigerweise, wo sein Exemplar abgeblieben ist.
In seinen kurzen Antworten vertröstete ihn Christoforo immer, bis die Situation irgendwann völlig eskalierte und der Ocean Marketing-Mann begann verbal richtig auszuteilen. Auslöser war ein Preisnachlass von zehn Dollar für Neubesteller des Avenger-Controllers. Dave, der sein geordertes Produkt zum Zeitpunkt des Angebots immer noch nicht in den Händen hielt, bat um eine entsprechende Vergünstigung, andernfalls drohte er damit seine alte Bestellung zu stornieren und eine neue aufzugeben. In diesem Moment sind bei Christoforo wohl alle Sicherungen durchgebrannt, in seiner Email an ihn schrieb er:
[...] "Wenn wir dich dabei erwischen, stornieren wir deine Bestellung einfach wieder und du kannst im Handel einkaufen gehen […] Also: Sei ein großer Junge und warte, wie jeder andere auch. Der Rabatt ist ein Zeichen unserer Anerkennung für neue Besteller. Es gibt keine Vorzugsbehandlung, weder für dich noch andere Erstbesteller. Wenn du willst, stornier deine Bestellung – wir können das gebrauche, wir haben sowieso 11.000 Bestellungen mehr, als wir ausliefern können. Deine zwei Controller sind also schnell weg. Vielleicht stell ich sie selbst für 150 Dollar bei Ebay rein. Schönen Tag noch."
Offensichtlich hatte Christoforo den Kunden unterschätzt, denn Dave sagte ihm nicht nur ein paar Takte, er ließ sogar sämtliche US-Spielemagazine an der Konversation teilhaben und veröffentlichte Auszüge aus den Mails im Netz. Spätestens jetzt wäre eine Entschuldigung angebracht gewesen, doch Christoforo erkennt offensichtlich den Ernst der Lage nicht und stichelt munter weiter. Dave sei ja nur ein weinendes Kind, für das sich eh kein Mensch interessieren würde. Eine Aussage, mit der er sich gewaltig geirrt hatte. Schon bald schaltete sich Mike Krahulik von Penny Arcade in den Disput ein und teilte Christoforo kurzerhand mit, dass er mit seinem Unternehmen nach der Nummer garantiert keinen Stand auf der Penny Arcade Expo, einer populären Spiele-Messe in den USA, mehr bekommen würde.
Christoforo zeigte von Reue keine Spur und entgegnete krächzend, er hätte ja jede Menge Geld und besten Beziehungen und würde sich dadurch auch ohne seine Genehmigung einen Zutritt verschaffen. Später erklärte Christoforo in einem Interview, er wolle gar nicht gewusst haben, mit wem er da gerade so derbe umgesprungen ist. Jedenfalls entfesselte seine Aktion einen gewaltigen Shitstorm und schon nach kurzer Zeit war der Vertreter von Ocean Marketing bekannter, als ihm lieb gewesen sein dürfte. Es gibt sogar eine urkomische Parodie über ihn auf YouTube (siehe Video unterhalb dieser Zeilen). Schließlich dämmerte es Paul, dass er einen Fehler begangen hatte und er entschuldigte sich in aller Öffentlichkeit für sein Getue. Seine Karriere als PR-Mensch in der Spiele-Industrie kann er wohl trotzdem für immer an den Nagel hängen.
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Die wohl größten Marketing-Fails der Spiele-Industrie - John Romero und sein Baby Daikatana]
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Vor der Jahrtausendwende befand sich Entwickler John Romero auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Der US-Amerikaner gehört zu den Gründern der legendären Shooter-Schmiede id Software und hat an Meisterwerken wie Doom und Quake mitgearbeitet. Der Erfolg scheint im offensichtlich zu Kopf gestiegen zu sein. Nachdem er zusammen mit seinem id-Freund Tom Hall sein eigenes Entwicklerstudio namens Ion Storm gründete, bezog er im JPMorgan Chase Tower in Dallas ein riesiges Büro und ließ dort den Fußboden mit feinstem Marmor ausschmücken.
Sein erstes Projekt sollte der Ego-Shooter Daikatana werden. Von sich selbst vollkommen überzeugt, spuckte Romero im Vorfeld große Töne versprach nichts weiter als eine Revolution. Pressevertreter schenkten ihm Glauben, denn die ersten Konzeptzeichnungen und Screenshots sahen einfach umwerfend aus und gaben keinen Grund zum Zweifeln. Das positive Medienecho dürfte Romero wohl endgültig den Verstand vernebelt haben. Der Entwickler setzte sich wie in Rockstar ins Szene und ließ anlässlich der bevorstehenden Veröffentlichung von Daikatana eine beispiellose Marketingkampagne vom Stapel - eine Aktion, die er später bereuen sollte.
Ion Storm buchte in diversen Magazinen Werbeseiten. Auf einem roten Hintergrund prangte der Slogan "John Romero's about to make you his bitch. Suck it down." Neben dem Titel fanden sich nur noch Logos von Ion Storm und Eidos auf der Seite, jedoch kein Hinweis auf das geworbene Spiel. Der Spott, der über Romero nach diesem Egotrip hereinbrach, hätte sich vermutlich in Grenzen gehalten, wenn sein Spiel den hohen Erwartungen standgehalten hätte. Daikatana entpuppte sich allerdings als Mega-Flop, Journalisten gaben teilweise vernichtende Kritik ab. Romero entschuldige sich später für sein Verhalten, doch für seine Karriere war es da schon zu spät.
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