Das war 2019: PS Now, Blizzard, Epic Games, Stadia und mehr - Seite 2
Special
Das Jahr 2019 ist schon wieder vorbei. Grund genug, um gemeinsam mit euch die letzten zwölf Monate Revue passieren zu lassen. Wir blicken zurück auf tolle Comebacks, aber auch absolute Enttäuschungen. So lief unser Spielejahr 2019!
Auf dieser Seite
Playstation-Spiele auf PC
Und plötzlich gibt es jede Menge neue Spiele auf dem PC: Mit dem Start von Playstation Now stellt Sony eine beträchtliche Bibliothek an Titeln bereit, die zuvor exklusiv auf der PS4, PS3 und PS2 beheimatet waren. Ihr braucht dafür ein Konto bei Playstation Network, einen kompatiblen Controller, eine Internetverbindung zum Streamen und natürlich ein bisschen Kohle, denn unentgeltlich lässt Sony die PC-Zocker nicht an ihre Marken. Erhältlich sind namhafte Werke wie Uncharted 4, Persona 5, God of War (2018) und viele mehr. Allerdings sind einige der Spiele (darunter die drei genannten) nur eine begrenzte Zeit verfügbar, in diesem Falle bis Januar und Februar 2020. Aktuelle Titel werden in regelmäßigen Abständen durchgewechselt, andere stehen kontinuierlich bereit. Nach einer siebentägigen Probezeit, in der ihr das ganze Angebot unbegrenzt nutzen könnt, werden rund zehn Euro pro Monat fällig, wenn ihr PS Now alle 30 Tage bezahlt, rund 25 Euro für drei Monate und ein ganzes Jahr Zugang schlägt mit 60 Euro zu Buche - das sind monatlich dann fünf Euro. Die gesamte Spieleauswahl bei Playstation Now beläuft sich auf mehr als 700 Spiele, darunter aber auch Titel, die ohnehin schon auf dem PC zu finden sind, wie etwa PUBG, Hollow Knight oder auch der moderne Klassiker GTA 5.
Blizzard: Höhen und Tiefen
2019 war für Blizzard ein sehr turbulentes Jahr, das im Grunde schon im vergangenen November mit der inzwischen berüchtigten Präsentation des Mobile-Spiels Diablo: Immortal als großem Highlight auf der Blizzcon begann. Die folgende Entrüstung und Enttäuschung der Fans, die durch Aussagen wie "Habt ihr denn kein Smartphone?" nur noch befeuert wurde, hallte bis ins neue Jahr hinein. Im Gegenzug schien das kalifornische Studio im Jahre 2019 nicht wirklich etwas anzubieten zu haben. So sagte man auch die Teilnahme an der Gamescom ab. Gleichzeit beteuerte Blizzard, jede Menge neue Spiele in der Entwicklung zu haben und wurde auch nicht müde, weiterhin Treue zum PC zu versprechen. In richtig unruhiges Fahrwasser geriet das Unternehmen dann im Oktober, nachdem man den Hearthstone-Großmeister Blitzchung hart bestrafte, als dieser in einem Live-Stream seine Sympathie für die Demokratie-Proteste in seiner Heimat Hongkong ausdrückte.
Die ungewöhnliche Härte der Strafe (ein Jahr Sperre, Einbehaltung aller Preisgelder) und die Geschwindigkeit, mit der diese Sanktionen nach dem Vorfall ausgesprochen wurden, führten bei Spielern, eSportlern, Blizzard-Mitarbeitern und sogar Politikern zu heftigen Protesten, weil man dem Unternehmen unterstellte, sich lieber mit der chinesischen Regierung gut zu stellen, um den Zugang zum dortigen Markt nicht zu gefährden, anstatt sich für freie Meinungsäußerung und Menschenrechte einzusetzen. Die Affäre drohte dann auch die einen Monat später stattfindende Blizzcon 2019 zu überschatten. Völlig ausblenden konnte Blizzard das Thema dort dann freilich nicht. Allerdings schafften es die Entwickler auch mit zahlreichen Ankündigungen wieder einen Hype um ihre Marken zu entfachen, wie es oft nur Blizzard gelingt. Mit Diablo 4, Overwatch 2, World of Warcraft: Shadowlands und einer neuen Hearthstone-Erweiterung wurden für nahezu alle Fanlager des Studios bombastische Neuigkeiten präsentiert.
Google Stadia: Großes Interesse − holpriger Start
Als Google im Frühjahr mit einem Dienst namens Stadia den Einstieg in die Spielewelt ankündigte, war das Interesse unter Spielern groß - aber auch bei uns. Die Idee des Suchmaschinen-Giganten aus Mountain View: Quasi jedes Gerät mit Internetzugang soll dem Spielen aktueller Titel mit toller Grafik dienen können. Egal, ob ein in die Jahre gekommener Office-Laptop, das Smartphone, Tablet oder ein TV-Stick, mit diversen Geräten soll das Spielen möglich sein, der leistungsstarken Cloud sei Dank. Die Rechenleistung liefern nämlich die überall auf der Welt zahlreich vorhandenen Rechenzentren von Google, der Spieler macht vor Ort nur die Eingaben per Controller oder Maus und Tastatur. Kommuniziert wird über das Internet. Wie sich bei unserem Test zeigte, funktioniert das auch die meiste Zeit schon wirklich gut. Flottes und vor allem zuverlässiges Internet mit niedriger Latenz und möglichst wenigen Aussetzern ist dafür aber unumgänglich. Zum Start Mitte November fehlten noch viele Features und auch das Spiele-Lineup löste nicht wirklich Begeisterungsstürme unter Gamern aus. Dafür hat Google das Thema Spielestreaming 2019 populär gemacht und den Weg geebnet für viele weitere Anbieter, teils große, teils aber auch kleine neue Firmen. Beeindruckend ist die Technik allemal.
Willkommen zurück, wir haben (viele von) euch vermisst!
Wie definiert man den Rückkehr einer Serie? Theoretisch ist jeder Nachfolger eine Rückkehr. So allgemein fassen wir unsere Definition aber nicht. Wir sehen darunter einerseits logischerweise Spiele(serien), die ein Remake, Reboot oder zumindest ein Remaster erhalten und andererseits Reihen, die für ihre Verhältnisse schon sehr lange keinen neuen Ableger mehr erhalten haben. Beide Varianten gab es natürlich auch 2019 wieder reichlich. Nicht alle davon, aber doch angenehm viele waren nicht nur mit der rosa Nostalgiebrille gut zu ertragen, sondern auch für sich stehend tolle Abenteuer. Das wohl größte Highlight in dieser Hinsicht war Resident Evil 2. Der in Deutschland lange Jahre indizierte Klassiker wurde von Capcom neu gedacht, ohne seine alten Qualitäten zu verlieren. Capcom hatte einen Run und überzeugte auch mit Devil May Cry 5! Da verzeiht man den lieblosen Port von Onimusha Warlords schon fast. Gearbox sorgte mit Borderlands 3 für Freude, obwohl im Vergleich zu den Vorgängern nur wenig geändert wurde. Aber manchmal braucht's das ja auch gar nicht!
Nicht ganz so berauschend, aber gut war die lang erwartete Fortsetzung Rage 2 aus dem Hause Bethesda. Call of Duty: Modern Warfare war kein klassischer Reboot der Subserie, sondern mehr ein Reimagining. Das kam aber echt gut an! Unter dem Radar lief fast, dass der Klassiker Toejam & Earl mit Back in the Groove eine Fortsetzung erhielt, die zwar niemandem vom Stuhl fegte, aber den Charme der alten Spiele gut einfing. Microsoft hatte mit Crackdown 3 leider eine der größeren Rückkehrer-Gurken in petto. Dafür konnte Age of Empires 2: Definitive Edition überzeugen. Und das, obwohl das Ding nicht viel anders als das 20 Jahre alte Original ist! Aber die Leute mögen es offenbar, wenn Spiele sich ihrer Wurzeln bewusst sind. So entwickelte sich auch der Classic-Server von World of Warcraft zu einem riesigen Erfolg. Halo kehrte mit dem Remaster von Reach auch auf den PC zurück und fand dort viele alte und neue Fans. Die wohl kontroverseste Serienrückkehr des Jahres hört auf den Namen Shenmue 3. Fans lieben es, die meisten anderen schütteln verständnislos mit dem Kopf. Teil 4 scheint angesichts magerer Verkaufszahlen jedenfalls unwahrscheinlich.
Kontrovers: Epic Games Store
Eigentlich könnte man ja davon ausgehen, dass alle PC-Spieler sich über einen ernstzunehmenden Steam-Konkurrenten freuen würden. Mit dem Epic Games Store ist das recht genau vor einem Jahr passiert - die Vertriebsplattform öffnete seine Pforten am 6. Dezember 2018. Doch eher das Gegenteil ist der Fall, der Epic Games Store wurde mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Der Grund liegt vor allem an dem Epic Games Launcher, der im Vergleich zu Steam deutlich weniger Funktionen anbietet. So fehlt etwa ein Handelsplatz, ein Workshop für selbsterstellte Inhalte und diverse Foren, in denen über Spiele diskutiert werden kann. Zwar möchte Epic Games in Zukunft viele der Features nachliefern, passiert ist bislang aber nicht viel. Dafür hat der Publisher hinter Fortnite mit Exklusivdeals von sich Reden gemacht. Unter anderem sind Rebel Galaxy: Outlaw, Borderlands 3, Control, Phoenix Point sowie Metro Exodus nicht auf Steam erschienen, weil Epic Games besonders lukrative Verträge mit den zuständigen Entwicklerstudios beziehungsweise Herstellern abgeschlossen hat. Es gibt aktuell nicht wenige PC-Spieler, die trotz der Qualität der angebotenen Spiele den Epic Games Store boykottieren. Einerseits können wir das zwar nachvollziehen - neben uPlay, Origin und Steam freut man sich natürlich nicht über einen weiteren Launcher, der installiert werden muss und mit Updates nervt. Andererseits finden wir es gut, dass Epic Games den Entwicklern finanziell entgegenkommt und so manchen Indie-Studios ermöglicht, ihre Spiele fertigzustellen. Wir hoffen einfach darauf, dass der Launcher mit der Zeit neue Features bekommt und so zum Beispiel von Usern erstellte Mods einfacher installiert werden können.
Aufreger des Jahres
Was ist besser als Frieden? Alles! Wäre ja langweilig, würden sich alle so ekelhaft verstehen. Gott sei Dank gab es auch 2019 wieder genügend Gelegenheit, sich gepflegt aufzuregen. Gleich im Februar ging es los, als EA und Bioware Anthem rausfurzten und damit auch den Letzten, der noch an das einstige Qualitätsstudio glaubte, zum Wanken brachten. Shitstorm! Weiter ging es im April mit dem Trailer zum Sonic-the-Hedgehog-Film, der genauso schlimm war wie man es vermutet hätte. Shitsto- oh, inzwischen wurde das Design Sonics überarbeitet. Okay, alles wieder gut. Im Juni erfreute uns erneut Electronic Arts, als Lootboxen bei einer Anhörung im Vereinigten Königreich als "Suprise Mechanics" relativiert wurden, weswegen sie kein Glückspiel sein könnten. Doppel- und Dreifachshitstorm! Da ging der Trailer von NBA 2K20 im August fast daneben unter, der zeigte, dass in der Sportsimulation diesmal tatsächliche Glücksspielmaschinen eingebaut wurden. Mini-Shitstorm! Der politisch relevanteste Shitstorm kam im Oktober, als ein Hongkonger Streamer von Blizzard nach einem Bekenntnis zu den Protesten im Land gesperrt wurde. Berechtigter Shitstorm! Wie auch bei Seehofers Aussagen zur "Gamingszene" und Bethesdas frechem Abomodell Fallout 1st.
