Byte-Biografien (Adventures) - Die Anfänge

Special Marten Holtz

Von Affen und Abenteu(r)ern: Im zweiten Teil unserer Genre-Chronik "Byte-Biografien" beleuchten wir diesmal das Adventure-Genre. Warum waren Adventures früher eigentlich so erfolgreich? Und warum sind sie so gut wie verschwunden? Wir klären auf!

Die Anfänge

In den Pioniertagen der Videospiele kann man aus ein paar piepsenden Pixeln im Bestfall simple Geschicklichkeitstests zusammenstöpseln. Aber spannende, komplexe Geschichten an detaillierten Schauplätzen erzählen? Undenkbar. Doch genau dies ist Mitte der 70er-Jahre das Ziel kreativer Entwickler, den Vätern des Adventures.

Wie sie das Problem der engen technischen Grenzen lösen? Sie programmieren Spiele, die ausschließlich aus Text bestehen und über Satzeingaben gesteuert werden sozusagen interaktive E-Books. Das mag kurios anmuten, ermöglicht aber sämtliche Elemente, die ein typisches Adventure definieren: Man findet und kombiniert allerlei Gegenstände, löst knackige Rätsel, redet mit Freunden und Feinden und bereist verschiedene Schauplätze.

King's Quest zeichnete erstmals einen Helden auf den Bildschirm. Quelle: http://www.mobygames.com King's Quest zeichnete erstmals einen Helden auf den Bildschirm. Der "Adventure-Urknall" ist der vom Amerikaner William Crowther programmierte Titel Colossal Cave Adventure. Er liefert die Blaupause für viele nachfolgende Titel von Studios wie Magnetic Scrolls, Melbourne House oder Infocom. Letztere verewigen sich mit der legendären, 1979 gestarteten Zork-Reihe in der Videospiel-Historie.

Schon bald gibt es die ersten Versuche, Adventures um grafische Elemente zu erweitern. Das 1980 erscheinende Mystery House verwendet beispielsweise simple Strichzeichnungen, um Objekte grafisch darzustellen. Mit dem endgültigen Durchbruch der Grafik-Adventures Mitte der 80er-Jahre geht nicht nur ein rasanter Popularitätsverlust der Text-Vorläufer einher.

Durch die 1984 in King's Quest erfolgende Einführung eines auf dem Bildschirm sichtbaren Charakters wandelt sich auch die Rolle des Spielers grundlegend: In Text-Adventures hat er in der Regel selbst die Protagonisten-Rolle übernommen. Nun wird er zum externen "Steuermann" für einen in die Spielwelt integrierten Helden.

  1. Seite 1 Byte-Biografien (Adventures) - Einleitung
  2. Seite 2 Byte-Biografien (Adventures) - Die Anfänge
  3. Seite 3 Byte-Biografien (Adventures) - Aufstieg und Fall
  4. Seite 4 Byte-Biografien (Adventures) - Renaissance
  5. Seite 5 Byte-Biografien (Adventures) - Wichtige Meilensteine
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