PCG Garage: Vor- und Nachteile der günstigen Hardware

Special Michael Grünwald Frank Stöwer
PCG Garage: Vor- und Nachteile der günstigen Hardware
Quelle: Reiza Studios

Um den richtigen Einstieg ins Sim-Racing zu schaffen, braucht es passende Hardware. Die gibt es von der Marke PXN auch in günstiger Ausführung.

Günstige Hardware für Neulinge

PXN ist im Sim-Racing-Markt noch relativ neu und will sich mit einem Bundle für 420 Euro etablieren: VD6-Base mit 6 Nm, W AS Lenkrad, PD HM Pedale und Z9 Tischklemme. Damit richtet sich das Set an Einsteiger und positioniert sich im Preisfeld 400 bis 500 Euro gegen das Moza R5 Bundle (420 Euro) sowie Fanatecs CSL DD QR2 Ready2Race Bundle.

Beim Drehmoment hat PXN einen Vorteil, denn die VD6, eine Direct-Drive-Base für den PC (Einzelpreis: 340 Euro), liefert 6 Nm konstant und bis 7 Nm Spitze. Ihr Gehäuse besteht aus Aluminium, vorn und hinten sitzen Kunststoffabdeckungen. Ein 24-Bit-Encoder am Servomotor erfasst Lenkradbewegungen fein, ein Temperaturkontrollsystem soll vor Überhitzung schützen. Dazu zeigt die PXN VD6 geringe Trägheit und einrastfreien Lauf (kein Cogging).

PXN bietet mit der Racing-Peripherie ein gutes Angebot. Gerade für ein Einsteiger ist das Produkt überzeugend. Quelle: PC Games Hardware PXN bietet mit der Racing-Peripherie ein gutes Angebot. Gerade für ein Einsteiger ist das Produkt überzeugend. An Anschlüssen bietet die Base USB-C (PC/Shifter/Pedal/Extra), RJ45 für den Notaus-Schalter sowie USB-A. Vier Gewindeeinsätze an der Unterseite ermöglichen die Montage auf gängigen Rigs. Alternativ kann man die mitgelieferte Z9 Tischklemme für 40 Euro nutzen, die jedoch nur dann sicher hält, wenn die Tischplatte mindestens drei Zentimeter dick ist und eine raue Oberfläche besitzt; für Einsteiger-Set-ups ohne Rig ist das praktisch, aber an passende Tischbedingungen gebunden.

Das PXN W AS Steering Wheel (140 Euro) wird per Quick Release an die Base gekoppelt, zudem lässt sich das Rad per USB-C-Kabel betreiben und erlaubt über NRG-QR den Anschluss von Drittanbieter-Lenkrädern. Das Einsteiger-Wheel bietet 15 Tasten plus D-Pad; der Druckpunkt ist gut, erinnert aber an typische Controller-Tasten.

Vorteile und Nachteile der Peripherie

Hinzu kommen zwei leichtgängige Encoder (+/-) mit Tasterfunktion, etwa für Bremskraftverteilung, ABS oder Traktionskontrolle. Auf der Rückseite sitzen zwei magnetische Schaltwippen mit sehr gutem Druckpunkt sowie zwei analoge Paddles, die in der Software zur Dual-Clutch kombinierbar sind. Die Griffbereiche sind sauber verarbeitet, bieten sicheren Halt und oben sitzen elf einstellbare RPM-LEDs.

Mit 1.065 Gramm ist das Rad dank Aluminiumkranz und Kunststoffgehäuse sehr leicht. Im Zusammenspiel mit dem 6-Nm-Drehmoment der PXN VD6 hat das positive Auswirkungen auf das Force-Feedback. Das gilt auch für den geringen Durchmesser von 280 Millimetern. Der ist gewöhnungsbedürftig, allerdings holt man damit das bestmögliche respektive maximale Force-Feedback heraus.

Die mit 100 Euro angesetzte Pedaleinheit aus Stahl und Aluminium richtet sich ebenfalls an Einsteiger. Hall-Sensoren erfassen die Pedalwege, auf Load-Cell-Bremse, Kupplungspedal und alternative Gaspedal-Federn muss aber verzichtet werden. Bremssteifigkeit und Bremskraft sind nur begrenzt anpassbar: per Feder-Dämpfer-Kit von 10 auf 20 Kilogramm.

Die Wheelbase, das Lenkrad und die Pedalerie von PXN gibt es deutlich günstiger als die Hardware der Konkurrenz von Fanatec, Logitech und Co. Quelle: PC Games Hardware Die Wheelbase, das Lenkrad und die Pedalerie von PXN gibt es deutlich günstiger als die Hardware der Konkurrenz von Fanatec, Logitech und Co. Winkel und Höhe der Pedalplatten sind verstellbar, die Module zudem horizontal verschiebbar. In PXNs Sim-Racing-Software wählt man vier Output-Kurven für die Pedale. Mit der Software verwalten und exportieren Spieler auch Profile, laden Presets und setzen typische Base-Optionen. Im Praxistest mit Assetto Corsa (Evo) liefert die Base mit dem leichten W AS Lenkrad eine starke Force-Feedback-Performance, die der Konkurrenz im Leistungsbereich ebenbürtig ist und teils darüber liegt.

Reduziert man die Dämpfung (Game Damping) deutlich, wird das Force-Feedback sehr direkt und bildet kleine Details präzise ab. Pedalwiderstand und Hall-Sensoren erlauben dosiertes Bremsen und Beschleunigen, Bremspedalgefühl und -härte reichen jedoch nicht an Load-Cell-Lösungen heran.

Ohne Rig kommen die PD HM Pedale ins Rutschen, wenn sie nicht direkt vor der Wand oder einem schweren Objekt abgestellt werden. Zudem kippen sie bei sehr kräftiger Bremspedalbetätigung nach vorn.

Mit welcher Simulation seid ihr denn ins virtuelle Racing eingestiegen? Schreibt uns auch gerne in die Kommentare, welche Fahrzeugklasse euer Favorit ist. In einem Monat geht es mit der nächsten Folge der PCG Garage weiter. Wenn ihr also neue Infos rund um die Welt des Sim-Racing erhalten möchtet, seid wieder dabei,und bis dahin heißt es: Drivers, start your engines!

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