Die Spieleperlen 2016 - Erster Teil + Video

Special Felix Schütz PC Games Redaktion
Die Spieleperlen 2016 - Erster Teil + Video
Quelle: PC Games

Fernab vom Massenmarkt gibt es sie noch: Die irren Ideen, die innovativen Konzepte, die ergreifenden Geschichten, kurz: die kleinen, aber feinen Titel, die zahllose Spieler auch ohne große Budgets und blumiges Marketing begeistert haben! Doch weil 2016 mehr PC-Spiele als je zuvor erschienen sind, war es umso schwieriger, diese Perlen aus der schieren Flut an Veröffentlichungen rauszufischen. Hier kommt unser Special ins Spiel: Wir werfen einen Blick zurück auf 2016 und stellen 25 kleine und große Hits abseits des Mainstreams vor, die man unbedingt kennen sollte! UPDATE: Das Special umfasst jetzt alle 25 Spiele plus drei Videos!

Wir beginnen unser Special mit acht bunt gemischten Spielen quer durch sämtliche Genres: von knüppelharter Rundentaktik über atmosphärische Pixelkunst-Action bis hin zu beklemmenden Indie-Kunstwerken findet ihr hier den ersten Schwung kleiner und großer Highlights, die uns 2016 abseits des Mainstreams begeistert haben. Dazu stellen wir alle Spiele auf dieser Seite in einem rund siebenminütigen Video-Beitrag vor.

Darkest Dungeon

Darkest Dungeon (Red Hook Studios) Quelle: Games Aktuell Darkest Dungeon (Red Hook Studios) Wer Darkest Dungeon startet, bekommt eine klare Ansage: "Quests werden fehlschlagen oder müssen abgebrochen werden. Helden werden sterben". Der Dungeoncrawler macht euch zum Anführer über Söldner, die in den düsteren Dungeons früher oder später gefressen, erstochen, gekocht, vergiftet oder schlicht wahnsinnig werden. Strahlende Helden gibt's nicht - ihr taktiert euch mit kleptomanisch veranlagten Paladinen und Alkoholiker-Grabräubern durch Rundengefechte, tüftelt Fähigkeits-Kombos aus und sorgt euch ständig um den Geisteszustand eurer Männer und Frauen, der in den Kämpfen jederzeit kippen kann. Das frustriert mitunter, sorgt aber auch für einige der spannendesten Nagelkau-Momente des Spielejahres 2016. Wer sich darauf einlassen kann, bekommt ein brutal forderndes Taktik-RPG mit eindrucksvoll inszenierter Lovecraft-Atmosphäre und die Antwort auf die Frage, wie es in Rollenspiel-Dungeons wohl so zugeht: dreckig und eklig.
(Empfohlen von: David Bergmann)

Entwickler: Red Hook Studios
Preis: ca. 22 Euro

Hier geht's zum Test von Darkest Dungeon!

Hyper Light Drifter

Hyper Light Drifter (Heart Machine) Quelle: Alex Preston Hyper Light Drifter (Heart Machine) Düster, bedrückend und melancholisch zugleich: Hyper Light Drifter entführt uns in eine verfallene Fantasy-Welt voller Gefahren und Mysterien. In dieser unwirtlichen Gegend behauptet sich der Protagonist gegen eine unerbittliche Krankheit und kämpft zusätzlich mit Dämonen, die die Wälder, Ruinen und Steppen heimsuchen. Im Kontrast dazu steht die geradezu malerische Optik, die aufgrund der stimmungsvollen Pixelgrafiken und geschmeidigen Animationen wohlige Erinnerungen an altehrwürdige 16-Bit-Klassiker von Nintendo weckt. Hyper Light Drifter weist auch spielerisch einige Parallelen zu Klassikern wie Zelda: A Link to the Past auf.

Hyper Light Drifter (Heart Machine) Quelle: Steam Hyper Light Drifter (Heart Machine) Die Welt im 2D-Action-Adventure steckt voller Geheimnisse und macht das Erkunden so motivierend. Alternative Pfade etwa, die uns zu nützlichen Heilphiolen führen. Oder Säulen, die wir aktivieren, um vormals verschlossene Zugänge zu neuen Spielbereichen zu öffnen.Bei der Fortbewegung hilft eine besondere Gabe des Helden weiter: Er besitzt wie alle sogenannten Drifter die Fähigkeit der Kurzstreckenteleportation, mit der wir Schluchten, Flüsse und andere Hindernisse überwinden. Das Talent ist aber auch in den temporeichen und teils extrem fordernden Nahkämpfen nützlich. Schon wenige Treffer läuten unseren Pixeltod ein! Umso wichtiger ist es, ständig in Bewegung zu bleiben und Angriffen auszuweichen. Zusätzliche Facetten gewinnt das Kampfsystem durch sammelbare Schusswaffen und Granaten, deren Einsatz jedoch aufgrund der wendigen Gegner perfekt koordiniert werden muss. Wer sich reinfuchst, den belohnt Hyper Light Drifter mit einem faszinierenden, acht- bis zehnstündigen Abenteuer, das man so schnell nicht vergisst!
(Empfohlen von: Max Falkenstern)

Entwickler: Heart Machine
Preis: ca. 20 Euro

Thumper

Thumper (Drool) Quelle: Drool Thumper (Drool) Was für ein Höllenritt! Das Rhythmus-Action-Rennspiel Thumper zählt zu den wildesten Indie-Titeln des letzten Jahres. Wir lenken darin einen silbernen Space-Käfer (ist so!), der wie von Sinnen auf festen Bahnen durch die Levels brettert, stets mit dem Ziel, am Ende jeder Stage einen Endboss zu besiegen. Thumper ist brutal schnell und nicht minder schwer: Es gilt, im perfekten Augenblick bestimmte Tasten zu drücken, um im Vorbeidüsen Schalter zu drücken, Geschosse zu aktivieren, Hindernissen auszuweichen und sich im Affenzahn elegant in Kurven zu legen. Dabei hilft der düstere, elektronische Soundtrack, der uns einen perfekten Rhythmus vorgibt und nebenbei das Geschehen mal ruhig und mysteriös, dann wieder aggressiv und treibend untermalt. Passend dazu erstrahlen die Levels in spektakulären Farbenspielen und Formen, die wie in einer einzigen psychedelischen Albtraumsequenz wild ineinander morphen. Besonders in Verbindung mit VR-Brillen (Oculus Rift und HTC Vive werden unterstützt) eine audiovisuelle Achterbahnfahrt, die jeden aufgeschlossenen Spieler kräftig aus dem Sessel blasen dürfte.
(Empfohlen von: Felix Schütz)

Entwickler: Drool
Preis: ca. 20 Euro

Candle

Selbst wenn Candle ein schlechtes Spiel wäre, hätte es alleine für seine wundervolle handgezeichnete Aquarell-Optik eine Erwähnung verdient. Doch hinter der Edel-Grafik steckt auch ein stimmungsvolles, knackiges Adventure, das bislang nicht die Aufmerksamkeit bekommen hat, die es verdient! In Candle steuern wir den jungen Teku, der sich aufmacht, den verschleppten Schamanen seines Dorfes zu retten. Dabei sackt er hier und da nützliche Items ein, löst fordernde Rätsel, hüpft über Abgründe, klettert Leitern hinauf, überlistet Krieger des bösen Wakcha-Stammes und hilft Freunden aus der Patsche. Gekämpft wird nicht, hier und da müssen wir aber Gegner mit unsanften Tricks ausschalten - trotz der niedlichen Aufmachung ist Candle eher ein ernstes Spiel. Sämtliche Charaktere sind zwar stumm, doch dafür führt ein toller englischer Sprecher motiviert durch die Handlung, die bis zu zehn Stunden beschäftigt. Ungewöhnlich: Gespielt wird komplett per Tastatur oder Gamepad - die Maus kommt nicht zum Einsatz. Einziger Wermutstropfen: Trotz der leichten Jump&Run-Note reagiert die Steuerung ein wenig träge.
(Empfohlen von: Felix Schütz)

Entwickler: Teku Studios
Preis: ca. 13 Euro Candle (Teku Studios) Quelle: Daedalic Ent., Teku Candle (Teku Studios)

The Witness

The Witness (Thekla, Inc.) Quelle: Games Aktuell The Witness (Thekla, Inc.)

"Was soll dieser Scheiß eigentlich?", fragten wir einst im Test und tatsächlich - die Sinnsuche in The Witness liefert keine befriedigenden Ergebnisse. Es gibt keine Geschichte, kein klassisches Ende - nur ein paar philosophisch angehauchte Vorträge und Fetzen von Metaphern, über deren Bedeutung man trefflich mit anderen Spielern in Foren streiten kann. So bleibt die Lösung der 600 Rätsel die einzige Belohnung für eifrige Kopfnussknacker. Wer nicht mittendrin frustriert aufgibt, dem werden die Augen geöffnet - denn The Witness schult die Beobachtungsgabe und punktet mit etlichen "Ach, so geht das!"-Momenten. Braid-Entwickler Jonathan Blow und sein Team gelingt etwas Einzigartiges: Die farbenprächtige Inselwelt von The Witness mit ihren Bäumen, Felsen und Seen lässt sich mit der Zeit wie eine Geheimsprache lesen, um aus der Umgebung selbst Hinweise zur Lösung der Puzzles zu ziehen.

Das ist ebenso beeindruckend wie schwierig zu beschreiben, ohne das Beste an The Witness vorwegzunehmen. Das ungewöhnliche Design funktioniert besonders dann, wenn man einfach losspielt, ohne zuvor allzu viel über The Witness gelesen zu haben. Bei dieser Vorgehensweise nimmt man freilich auch eine beachtliche Portion Frust in Kauf, denn The Witness ist anspruchsvoll; an manchen Denkaufgaben beißt man sich unter Umständen stundenlang die Zähne aus. Wem der Fortschritt zur nächsten, noch komplizierteren Kopfnuss ausreichend Lohn für dieses zähe Ringen um die Lösung ist, der findet aktuell allerdings kein vergleichbares Spiel auf dem PC.
(Empfohlen von: Peter Bathge)

Entwickler: Thekla, Inc.
Preis: ca. 38 Euro

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The Witness: Komplettlösung und Rätsel-Tipps

Steamworld Heist

Steamworld Heist (Image & Form) Quelle: PC Games Steamworld Heist (Image & Form) Man nehme eine ordentliche Portion XCOM, verfrachte das Konzept in einen tollen 2D-Grafikstil und garniere es mit einer Horde durchgeknallter Roboterpiraten im Weltall - fertig ist der Indie-Hit Steamworld Heist! Zwar stellt das Spiel den geistigen Nachfolger zum gelungenen Jump & Run Steamworld Dig dar, allerdings bedienen die Entwickler diesmal ein völlig anderes Genre: Trotz des schicken 2D-Comicstils ist Steamworld Heist nämlich ein lupenreines Rundentaktikspiel, in dem wir Zug um Zug unsere Blechsoldaten kommandieren, um mit ihnen feindliche Raumschiffe zu kapern und ordentlich Beute zu machen. Im Verlauf der etwa 15 Stunden langen Einzelspielerkampagne erhalten wir Zugriff auf Scharfschützen, Nahkämpfer, Sprengmeister und andere Spezialisten, die wir mit neuen Waffen ausstatten und mit der Zeit aufleveln. So ist unsere Robotercrew gerüstet für die zunehmend kniffligeren Einsätze, in denen wir uns oftmals sputen müssen: Meistens wird nach ein paar Runden nämlich Alarm ausgelöst, durch den weitere Feinde in die Levels spawnen - es gilt also, sich zügig zum Missionsziel vorzuarbeiten! Spielerisch interessant: Es gibt keine Kampfautomatik, die unsere Trefferchance wie in XCOM berechnet. Stattdessen müssen wir die Waffen unserer Robotercrew von Hand auf die Gegner ausrichten, können so beispielsweise Projektile gezielt von Wänden und Decken abprallen lassen und so bei Bedarf um die Ecke zielen. Sympathische Charaktere und fünf wählbare Schwierigkeitsgrade runden das originelle Gesamtpaket ab.
(Empfohlen von: Felix Schütz)

Entwickler: Image & Form
Preis: ca. 20 Euro

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Inside

Inside (Playdead) Quelle: PC Games Inside (Playdead) Kurz, düster und unheimlich intensiv: Der finstere 2D-Plattformer Limbo war eines der besten Spiele des Jahres 2011. Fünf Jahre später wollten die Entwickler Playdead ihren Erfolg mit einem ähnlichen Spiel wiederholen - und übertrafen sich selbst! Ihr zweites Werk Inside spielt sich zwar ähnlich, ist aber auch eine ganze Ecke besser als Limbo: Erneut steuern wir einen kleinen Jungen durch eine finstere, graue Welt, diesmal in kunstvoller 3D-Kulisse dargestellt, obwohl das Gameplay genauso zweidimensional bleibt wie im geistigen Vorgänger. Allerdings erkunden wir in Inside nicht die Hölle, sondern eine deprimierende, dystopische Zukunft, in der Menschen wie Vieh abtransportiert, selektiert, in Fabriken gesteckt oder für Versuche verwendet werden. Es sind beklemmende, verstörende Bilder, die man da sieht und die einen mit einer Mischung aus Abscheu und Neugier immer tiefer in die sensationell designte Welt abtauchen lassen. Wie in Limbo besteht das gesamte Abenteuer aus einem riesigen nahtlosen Level, vollgepackt mit kniffligen Puzzles, spannenden Verfolgungsjagden und unheimlichen Taucheinlagen.

Besonderes Lob verdient auch das Sounddesign: Die finstere Klangkulisse sorgt mit behutsam eingesetzter Musikuntermalung für eine faszinierende Atmosphäre bis zum Schluss! Apropos: Das aufwühlende Finale zählt zu den bizarrsten, überraschendsten und kontroversesten Szenen, die man 2016 in einem Videospiel erleben durfte. Was man hier sieht und spielt, hallt noch lange nach - und tröstet ein wenig darüber hinweg, dass dieses Meisterwerk schon nach etwa dreieinhalb Stunden vorbei ist. Wer den hohen Kaufpreis aber nicht scheut, wird mit einem der besten Spiele des letzten Jahres belohnt.
(Empfohlen von: Felix Schütz)

Entwickler: Playdead
Preis: ca. 20 Euro

Hier geht's zum Test von Inside! Inside (Playdead) Quelle: PC Games Inside (Playdead)

Oxenfree

Oxenfree (Night School Studio) Quelle: PC Games Oxenfree (Night School Studio)

Fünf Teenies begeben sich zum Spaß auf einer verlassene Militärinsel und entdecken dort ein finsteres Geheimnis - was grässlich nach abgedroschenem Horrortrash klingt, entpuppt sich in Oxenfree als ungewöhnliches und erstaunlich intensives Mystery-Drama! Das Indie-Adventure überrascht mit gut geschriebenen, angenehm kitschfreien Charakteren, die in eine clevere Gruselgeschichte verwickelt werden - ganz ohne axtschwingenden Mörder oder blutsaugenden Dämon. Stattdessen stoßen die Teenager unabsichtlich eine Tür zu etwas auf - und mehr soll dazu auch nicht verraten werden, denn die rund fünfstündige Mystery-Story mündet in ein echtes Gänsehaut-Finale, das wir sogar selbst beeinflussen dürfen. Oxenfree bietet dazu ein dynamisches, flüssiges Dialogsystem, in dem wir schnell aus mehreren Antworten wählen müssen. Rätsel oder Action gibt es dafür nicht, Oxenfree konzentriert sich ganz auf seine gut gemachten Dialoge und gruseligen Einfälle. Das wirkt anfangs etwas lahm, entfaltet nach einer Weile jedoch eine erstaunliche Wirkung. Vorsicht: Gute Englischkenntnisse sind Pflicht, es gibt keine deutschen Untertitel!(
(Empfohlen von: Felix Schütz)

Entwickler: Night School Studio
Preis: ca. 20 Euro

Hier geht's zum Test von Oxenfree!

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