30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 2

Special Felix Schütz
30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 2
Quelle: PC Games

Drei Jahrzehnte, 362 Hefte, Dutzende Autoren, Hunderte Kollegen, unzählige Spiele - das ist die bewegte Geschichte der PC Games. Wir laden euch ein auf einen Trip in die Vergangenheit, von unseren Anfängen bis in die Gegenwart: Im zweiten Teil unserer großen Rückblick-Serie begleiteten wir die PC Games auf ihrem Weg zum meistverkaufen PC-Spielemagazin Europas, erleben eine Kehrtwende und führen bizarre Tagebücher und Kolumnen ein.

Die Ausgabe 05/2002 bringt nicht nur einen nagelneuen Einkaufsführer, auch bei den Datenträgern tut sich was: Neben den beiden CD-ROMS erhalten die Leser nun auch eine DVD dazu, eine klassische Übergangslösung, die aber nach fünf Heften schon nicht mehr nötig ist: Viele Spieler hatten schneller nachgerüstet als erwartet. Eine CD-Ausgabe gibt es zwar noch für einige Jahre (und auch viele PC-Spiele werden noch lange auf CDs verkauft!), doch die DVD ist da schon nicht mehr aufzuhalten. Zum zehnjährigen Jubiläum landen sogar gleich zwei DVDs in der Ausgabe, darauf befinden sich Videos wie ein Rossi-Interview, ein Making of PC Games und exklusive Spielszenen aus Unreal Tournament 2003. Die Ausgabe mit knapp 200 Seiten kostet 4,99 Euro.

Angst vor Killerspielen

Das mit Abstand erschütterndste Thema in diesem Jahr: der Amoklauf von Erfurt, bei dem ein 19-jähriger Täter insgesamt 16 Menschen ermordet, bevor er sich selbst das Leben nimmt. Als Folge entfacht eine öffentliche Diskussion rund um Themen wie Jugend und Gewalt, in der besonders Computerspiele wie Counter-Strike immer wieder an den Pranger gestellt werden. Der Begriff "Killerspiele" bürgert sich ein, während einige Politiker zu einer Verschärfung des Jugendschutzgesetztes aufrufen, obwohl Untersuchungen keinen Zusammenhang zwischen Amokläufen und gewalthaltigen Spielen finden. Im nächsten Jahr müssen wir bestimmte Demos von der Heft-DVD streichen - aus Jugendschutzgründen. Wir behelfen uns mit einer Ab-18-Ausgabe, die man in Deutschland nur via Abo beziehen kann.

Aber es gibt auch schöne Nachrichten, etwa aus Leipzig: Dort startet im August 2002 zum ersten Mal die Games Convention, die sich schnell als Erfolg entpuppt und die Redaktion vor völlig neue Aufgaben stellt. Umso besser, dass sich das Team auch in diesem Jahr stark verändert: Mit Petra und Christian Müller an der Spitze besteht die Redaktion nun aus Harald Wagner, Rüdiger Steidle und Thomas Weiß, die auf drei Neuzugänge treffen: Justin Stolzenberg, David Bergmann und Dirk Gooding. Im nächsten Jahr werden außerdem noch Benjamin Bezold und Christian Sauerteig die Truppe ergänzen.
Im Einkaufsführer wird noch streng nach Untergenres getrennt. Die Redaktion präsentiert sich hier mit wechselnden Fotos. Quelle: PC Games Im Einkaufsführer wird noch streng nach Untergenres getrennt. Die Redaktion präsentiert sich hier mit wechselnden Fotos.


Millionenpublikum

2003 erhält PC Games wieder einen US-Korrespondenten: Heinrich Lenhardt kümmert sich nun um viele Entwicklerbesuche in den USA. Schon in der Ausgabe 06/2003 berichtet Heinrich über das umwerfende Half-Life 2 und liefert eine exklusive Preview zu einem weiteren vielversprechenden Shooter: Call of Duty. Auch die Redaktion in Fürth gibt Vollgas. Dirk Gooding beweist beispielsweise sein Faible für Screenshots, die Tests zu Far Cry oder Jedi Academy heben die Messlatte im Team deutlich an. In PCG 01/2003 startet zudem die neue Rubrik "Vor 10 Jahren", die uns bis heute erhalten geblieben ist (und nur diese Ausgabe kurz aussetzt).
Trotz sinkender Auflagen freut sich PC Games über wachsende Reichweiten: In Ausgabe 09/2002 erreicht das Magazin laut AWA-Studie 150.000 mehr Leser als im Vorjahr. Ein Jahr später steigen die Heftverkäufe leicht an, laut AWA wird die PC Games nun von 1,27 Millionen Menschen gelesen. Auch die DVD erfreut sich immer größerer Beliebtheit, auf der Disc finden sich nun längere Test-Videos, in denen die Redakteure oft selbst vor der Kamera stehen - ein Umstand, der zwar vielen Lesern, aber längst nicht jedem Kollegen gefällt. Während manche Redakteure regelrecht vor der Linse aufblühen, wünschen sich andere so schnell wie möglich an ihren Schreibtisch zurück.

Unspielbar: Diablo 2

Vollversionen im Heft gab es zwar schon vorher vereinzelt, doch 2003 kehrt eine Wende ein: Im Laufe des Jahres wird die Vollversion zum festen Bestandteil der DVD. Es beginnt eine Art Ausstattungsoffensive, mit der man die Konkurrenz am Zeitschriftenregal überflügeln will, schön zu sehen in der proppevollen 01/2004: Der Test zu Spellforce ziert das edle Gold-Cover, 3 Vollversionen plus Halo-Exklusiv-Demo auf der DVD, dazu 90 Minuten Videos, 250 Seiten Umfang, davon 50 allein für Tests - ein dickes Packet, das man da für 4,99 Euro bekommt. Ebenfalls auffällig: Die Qualität der Vollversionen nimmt stetig zu, in der Ausgabe 01/2005 schaufeln wir sogar Diablo 2 auf die Heft-DVD. Blöd nur, dass ausgerechnet diese Version einen unvorhersehbaren Bug mitbringt, der sich nur mit einer extra angefertigten Patch-CD ausbügeln lässt. Prädikat: nie wieder!

Hier geht's zum dritten Teil unseres großen Heftrückblicks, der mit gleich zwei Meilensteinen beginnt: Half-Life 2 und kurz darauf World of Warcraft gehen wie ein Erdbeben durch die PC-Gaming-Szene. Mit Steam beginnt langsam, aber sicher eine Trendwende im Einzelhandel, während Blizzards Kult-MMO binnen weniger Monate jeder Konkurrenz davonjagt und völlig neue Spieler anlockt. In unserem Special zeigen wir euch, wie PC Games mit den vielen Veränderungen umgegangen ist, was gut funktioniert hat - und was nicht.

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