30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 4
Special
Drei Jahrzehnte, 362 Hefte, Dutzende Autoren, Hunderte Kollegen, unzählige Spiele - das ist die bewegte Geschichte der PC Games. Wir laden euch ein auf einen Trip in die Vergangenheit, von unseren Anfängen bis in die Gegenwart. Im vierten und letzten Teil unserer großen Rückblick-Serie erleben wir eine turbulente Zeit, die von tiefgreifenden Veränderungen geprägt ist - und die uns zu der Marke machen, die ihr heute kennt.
In der Gamesgroup arbeiten wir nun im fliegenden Wechsel an mehreren Plattformen. Egal ob PC, Xbox One oder PS4, alles wird getestet. (Einzig Nintendo klammern wir zu der Zeit noch aus, da unsere Themen schlichtweg nicht auf Wii U und 3DS stattfinden.) Das Magazin entwickeln wir nur noch in Details weiter, oft genügt es völlig, die Seiten etwas zu entschlacken oder hier und da ein Detail anzupassen. Die wertvolle Zeit, die wir dadurch gewinnen, wollen wir lieber in die Themen stecken, denn 2012 werden wir dank Steam regelrecht von einer Lawine an Spielen überrollt, auch Retro wird endgültig zum Dauerbrenner. In unseren Videos taucht nun oftmals Mháire Stritter vor der Kamera auf, auch bei Interviews und Entwicklerbesuchen ist die Rollenspielexpertin häufig zur Stelle. Viele ihrer Beiträge findet ihr auch heute noch auf unserer Website.
In Gedenken: Christoph P. Schuster
Zu dieser Zeit hat sich Christoph Peter Schuster bereits zu einem beliebten Mitglied der PC Games entwickelt. Der sympathische Kollege, den wir oft "CPS" oder "Schusterjunge" nennen, verfasst Dutzende Tests und Previews, besucht Messen, steht vor der Kamera, hat auch beim Podcast viele Fans. Im Oktober 2012 erreicht uns dann die Schockmeldung: Der junge Kollege erliegt einem schweren Krebsleiden. Von unseren Lesern und aus der Industrie erreichen uns zahlreiche Beileidsbekundungen.
Teamwork
In diesem Artikel
- Seite 1 30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 3
- Seite 2 30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 4
- Seite 3 30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 4
- Seite 4 30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 4
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Nach rund 17 Jahren wird die PC Action im Jahr 2013 eingestellt. Für uns bedeutet das: Ein Heft weniger im Monat. Das schafft Freiräume, die wir nun nutzen wollen. Wir zählen zum Beispiel zu den ersten Redaktionen weltweit, die The Witcher 3 noch vor der offiziellen Ankündigung in Aktion erleben. Dabei wäre die Story um ein Haar geplatzt: Während des Fluges verlieren die Entwickler blöderweise ihren High-End-PC, auf dem ein sehr früher Build des Spiels installiert war. In einer Nacht-und-Nebelaktion schraubt uns die PC Games Hardware schnell einen Höllenrechner zusammen, während sich die Entwickler fieberhaft das Spiel von einem Server aus Polen ziehen. Eine heikle Aktion, die sich aber lohnt: Das Spiel sieht brillant aus und die Preview wird ein voller Erfolg: Mit der Ausgabe 03/13 sind wir die einzige deutschsprachige Redaktion, die über The Witcher 3 berichten kann.
Quelle: PC Games
Exklusive Titelstory: Wir zählen weltweit zu den ersten Redaktionen, die The Witcher 3 noch vor der Ankündigung in Aktion erleben.
Auch mit Fallout 4 haben wir einen Riesenspaß, da wir hier eine regelrechte Task Force bilden, in der Hefte, Video, Online und Hardware Hand in Hand arbeiten - so wie es sein soll. Rund um den Test entstehen so zig Specials, Guides, Gewinnspiele und Umfragen, die deutlich über das übliche Maß hinausgehen. Diese kleinen Erfolge tun unserer Motivation gut. Trotzdem werden auch in den nächsten Jahren einige Kollegen das Schiff verlassen, langjährige Begleiter wie Robert Horn, Toni Opl, Max Falkenstern oder Sebastian Stange brechen zu neuen Ufern auf.
Mach mal was für online!
Quelle: PC Games
Der Horn des Monats war eine monatliche Fehlerrubrik, die wir irgendwann mal abgeschafft haben. Trotzdem stehen auch heute noch zig Trinkhörner im Verlag herum.
Das restliche Team beginnt verstärkt damit, eigene Meldungen für die Website zu schreiben, es entstehen News, Kolumnen, Tests, kleine Gewinnspiele und Verlosungen. Die Website, immer noch unter der Leitung von Florian Stangl, blüht nun kräftig auf. Endlich! Doch ein anderes Thema bereitet uns intern große Sorgen: Um Zeit zu sparen, wird für unsere Vorschau- und Testvideos festgelegt, dass zwei Redakteure frei über das Thema plaudern sollen, das heißt: Klassische Sprechertexte, die vor einem Mikrofon eingesprochen werden, gibt es nicht mehr. Das Experiment "Freivertonung" scheitert krachend, viele Zuschauer auf YouTube wenden sich ab. Am Ende gelingt es zwei Redakteuren, die Chefredaktion umzustimmen. So kehren wir zu unseren gewohnten Vertonungen zurück, der sprunghafte Anstieg der Qualität wird von den Zuschauern dankend registriert. Nebenbei schleicht sich ein junger Österreicher immer häufiger auf unsere Heftseiten: Lukas Schmid feiert Ende 2013 seinen Einstand als stolz bemähnter Volontär und träumt schon mal davon, eines Tages die Leitung der Games Group zu übernehmen. (Spoiler-Warnung: Neun Jahre später wird es ihm gelingen!)
Lange haben wir darüber diskutiert, am 12. August 2013 steht der Beschluss dann endlich fest: Nach rund 21 Jahren ändern wir die Leseransprache von "Sie" auf "ihr". Das Siezen, wie es seit den Anfängen der PC Games zum guten Ton gehörte, hat damit ein Ende. Den meisten Lesern ist es recht und auch wir atmen auf: Endlich brauchen wir unsere Texte nicht mehr extra für Heft und Website umzuschreiben.
In Gedenken: Margit Koch-Weiß
Im Frühjahr 2014 müssen wir dann ein weiteres Mal Abschied nehmen: Margit Koch-Weiß, die PC Games schon seit 1997 als Chef-Lektorin begleitet und dabei unzählige Texte gerettet hat, verstirbt nach schwerer Krankheit. Viele Kollegen und ehemalige Mitstreiter nehmen an der Trauerfeier teil.
Das Ende einer Ära
Noch im gleichen Jahr überrollt uns Petra Fröhlich mit dieser Nachricht: Nach mehr als 22 Jahren verlässt unsere Chefin den Verlag und stellt sich neuen Herausforderungen. Damit verliert PC Games sein mit Abstand bekanntestes Gesicht. 2015 beschließt auch Florian Stangl, seine Zelte endgültig abzubrechen und übergibt die Leitung der Online-Redaktion an David Bergmann. Kurz darauf geschieht, was viele schon nicht mehr für möglich hielten: Die bislang getrennten Gruppen für Print und Online werden endlich miteinander verschmolzen. Dadurch werden ehemalige "Onliner" wie Matthias Dammes nun Teil der Gamesgroup und stemmen neue Aufgaben. Wir freuen uns riesig über diesen Schritt - auch wenn sich alle einig sind, dass er schon seit Jahren überfällig ist
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2016 bis heute
Nach Petras Weggang kümmert sich Wolfgang Fischer eine Weile darum, dass Hefte und Seiten in Schuss bleiben. Schließlich wechselt Maria Bayer-Fistrich von buffed.de zu uns in die Gamesgroup, wo sie in den nächsten Jahren alle unsere Online-Auftritte leitet und weiterentwickelt, während sich Sascha Lohmüller darum kümmert, dass die Hefte pünktlich ausgeliefert werden. Gut für uns: Die Hierarchien werden flacher, die Kommunikationswege kürzer. Gut für euch: Die Website gewinnt weiter an Qualität. Auch unsere Redaktionswerkzeuge, mit denen wir hinter den Kulissen arbeiten, um Artikel online zu stellen, werden in dieser Zeit stark verbessert, so dass wir heute viel schneller und effektiver arbeiten können also noch vor zehn Jahren.
