30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 4
Special
Drei Jahrzehnte, 362 Hefte, Dutzende Autoren, Hunderte Kollegen, unzählige Spiele - das ist die bewegte Geschichte der PC Games. Wir laden euch ein auf einen Trip in die Vergangenheit, von unseren Anfängen bis in die Gegenwart. Im vierten und letzten Teil unserer großen Rückblick-Serie erleben wir eine turbulente Zeit, die von tiefgreifenden Veränderungen geprägt ist - und die uns zu der Marke machen, die ihr heute kennt.
Mit der Ausgabe 13/09 bringen wir einen runderneuerten Einkaufsführer zurück ins Heft. Wichtigste Maßgabe: Eine Empfehlung im EKF ist nicht länger an Alter oder Wertung gebunden. Hier kommt wirklich nur rein, was man - aus unserer Sicht - unbedingt gespielt haben sollte. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. (Fun fact: In unserer Jubiläumsausgabe mussten wir den Einkaufsführer ausnahmsweise aussetzen! Der Grund ist dieser Artikel, den ihr gerade lest: Der Rückblick auf die Heftgeschichte geriet doppelt so lang wie geplant. Doch das Heft war bereits voll! Um keine fertigen Artikel rauszuwerfen, beschloss Sascha deshalb kurzerhand, den Einkaufsführer ausnahmsweise für eine Ausgabe auszusetzen. So wurden die nötigen Seiten frei. Ab dem nächsten Heft ist die Rubrik aber wieder wie gewohnt mit dabei.)
Als Eintagsfliege entpuppt sich dagegen unser neues Projekt PC Games Powerplayer. Liegt's am Heftkonzept? Der Diablo-Titelstory? Oder an der legendären Tagline "Das geheime Wissen der Spiele-Profis?", bei der selbst gestandenen Kollegen die Haare zu Berge stehen? Wir wissen es nicht. Nach vier Ausgaben war jedenfalls Schluss. Gute Nachrichten gibt's dagegen von der Online-Front: Im März 2010 legt pcgames.de einen erfolgreichen Relaunch hin. Das Online-Team unter der Leitung von Flo Stangl wird nun in der nächsten Zeit spürbar wachsen, auch dank fleißiger Kollegen wie David Martin oder Maik Koch, die heute noch mit an Bord sind.
Quelle: PC Games
Alberne Kästen wie unser Ranking machten uns damals einen Heidenspaß. Oft wurden sie aber erst am letzten Abgabetag gestrickt und sorgten deshalb für Stress: "Hey wer macht das Ranking? Muss in einer Stunde raus! Ich war letzte Ausgabe schon, diesmal macht's einer von euch!"
In diesem Artikel
- Seite 1 30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 3
- Seite 2 30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 4
- Seite 3 30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 4
- Seite 4 30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 4
- Seite 5 Bildergalerie
Im September 2010 zieht unser Verlag in ein neues Firmengebäude. Das liegt zwar nur auf der anderen Straßenseite, fällt aber kleiner aus als unsere alte Bude. Dadurch müssen wir ein wenig enger zusammenrücken, doch das entpuppt sich nach einigen Monaten regelrecht als Segen: PC-Redakteure sitzen nun direkt neben den Kollegen der Konsolenhefte, das macht den täglichen Austausch deutlich leichter und die Laune hebt es obendrein. Den spürbar gestiegenen Lärmpegel muss man allerdings erst mal verkraften. Nicht nur in dieser Hinsicht macht sich Kollege Schlütter einen Namen: Er liefert seine Artikel nicht nur in Rekordzeit ab, sondern hämmert sie auch mit solcher Inbrunst in die Tasten, dass man ihn problemlos noch im Nebenzimmer hört. (Kann sein, dass ihm zwei Kollegen deshalb heimlich die Tastatur durch ein leiseres Modell ausgetauscht haben, aber pssssst!) Ein halbes Jahr später verlässt uns Christian leider, um sein Glück bei einem deutschen Spiele-Entwickler zu versuchen. Seine Nachfolge tritt Viktor Eippert an, der auch heute wieder mit an Bord ist. Und schon in der nächsten Ausgabe dürfen wir auch Peter Bathge in unseren Reihen begrüßen, der uns in den folgenden Jahren mit fundierten Tests und polarisierenden Kolumnen versorgt.
PCG wird Multiplattform
Für den Test zu The Witcher 2 fliegen Felix Schütz und ein wackerer Praktikant nach Warschau und quartieren sich dort drei Tage bei CD Projekt ein. Direkt im Entwicklerstudio spielen sie das Rollenspiel bis tief in die Nacht, am Ende schaffen sie es beide komplett durch. Schlaf? Überbewertet. Geradezu prophetisch wird's dann in Ausgabe 07/2011: In einem Report gehen wir der Frage nach, ob Downloads eines Tages das Retail-Geschäft ablösen können. Heute wissen wir: Sie können. Steam, GOG, PSN, Microsoft Store, Epic Store, Nintendo eShop, Google Play und Humble Bundle haben den Markt für immer verändert. Wer sich heute ein Spiel kaufen will, ist nur einen Klick entfernt, selbst Abo-Dienste wie der Xbox Game Pass sind nicht mehr wegzudenken. Kurz darauf verabschiedet sich auch Sebastian Weber von seinem Team: Unser Phrasenweber folgt Christian Schlütter zu Publisher Kalypso.
Quelle: PC Games
Für uns immer eine tolle Erfahrung: Auf der Gamescom geben sich Spaß und Stress die Klinke in die Hand.
In den nächsten Jahren werden wir noch viele schöne Momente erleben, einige davon davon können wir mit euch im Heft und auf der Website teilen. Wir besuchen mit Ron Gilbert den Nürnberger Weihnachtsmarkt, erleben einen fröhlichen (und ziemlich hochprozentigen) Abend mit dem Torchlight-Erfinder Max Schaefer, empfangen einen Tag lang treue Leser in unserer Redaktion. Die alljährliche Gamescom besuchen wir mit einem Großaufgebot, begrüßen Leser an unserem Stand und arbeiten uns durch unzählige Termine, die wir bis in die Nacht zu frischen Artikeln verarbeiten. Unseren 20. Geburtstag feiern wir dann mit einer großen Rückblick-Serie plus Riesen-Gewinnspiel, als Vollversion packen wir als weltweit erstes Magazin The Elder Scrolls 4: Oblivion auf die DVD. Wer die Premium-Ausgabe kauft, bekommt noch ein Poster, Komplettlösung und einen Mod-Workshop obendrauf. Wir sind stolz auf dieses Jubiläum. Die sinkenden Auflagen? Nimmt man mittlerweile mit Galgenhumor.
Die Zeiten ändern dich
Was man dem Heft nun deutlich anmerkt: Der Layout-Aufwand aus früheren Jahren wurde sichtbar zurückgeschraubt. Die Seiten präsentieren sich aufgeräumt und große Themen - etwa Reportagen oder Titelstorys - werden immer noch mit viel Hingabe gestaltet. Doch bei normalen Tests und kleineren Previews versuchen wir nun, einen gesünderen Mittelweg zu finden. (Einen, der Redakteure und Layouter nicht mehr regelmäßig an die Belastungsgrenze treibt.) Dem Heft tut das gut und uns auch. Ein positiver Nebeneffekt: Die Artikel lassen sich einfacher auch für die Website umsetzen, auch wenn es hier leider noch einige gegensätzliche Ansichten gibt, die uns unnötig ausbremsen. Bis wirklich alle an einem Online-Strang ziehen, wird also noch etwas Zeit vergehen.
