Overwatch 2: Fokus auf Neueinsteiger und Mikrotransaktionen - Seite 2

Special Antonia Dreßler
Overwatch 2: Fokus auf Neueinsteiger und Mikrotransaktionen - Seite 2
Quelle: Blizzard

Bereits vor Release haben wir Overwatch 2 im Early-Access gespielt. In unserer Vorschau geht es um die neuen Helden, den Battlepass und wie Blizzard den Fokus weg von Veteranen auf Neueinsteiger verschiebt.

Auf welche Gruppe Blizzard aktuell seinen Fokus legt, wird klar, wenn man sich die weiteren Features für Neueinsteiger ansieht. Ein brandneues Ping-System soll den Sprachchat für alle obsolet machen, die auf direkten Austausch verzichten möchten. Das ist zwar keine bahnbrechende Neuerung für Online-Spiele, setzt aber ein klares Zeichen, wer die Hauptzielgruppe ist. Nicht mehr die Veteranen und Liga-Spieler, sondern die breite Masse an Gelegenheitsspielern, die nach dem Feierabend keine Lust auf großen Austausch mit Randoms in der Online-Lobby haben.

Da passt auch die Umstellung auf ein Free2Play-System. Ohne Hemmschwelle, erst mal Geld hinlegen zu müssen, wird es voraussichtlich viele neue Nutzer geben. Die möchte Blizzard erst mal bedienen und vor Langzeitspielern abschirmen.

Seid lieb zueinander

Mit Blick auf die neuen Spieler und Gelegenheitszocker setzen die Overwatch-Macher einige Hebel in Bewegung, damit sich keiner auf den Schlips getreten fühlt. So gibt es keine Level mehr, wie noch im Vorgänger, wo der Rang prominent vor Spielstart neben dem Namen angezeigt wurde. Stattdessen wird der Fortschritt mit Bannern und Visitenkarten ausgewiesen. Blizzard will so verhindern, dass Spieler mit wenig Erfahrung vorverurteilt und in Matches unfair behandelt werden.

Aus ähnlichen Gründen gibt es keinen Sprachchat mehr innerhalb der Menüs. Das Verhalten der Spieler muss außerhalb der Matches wohl unerfreulich gewesen sein, denn Blizzard begründet diesen Schritt folgendermaßen: "Wir entfernen den allgemeinen Chat der Spielmenüs aus dem Spiel, da wir in diesem Bereich häufiger störendes Verhalten feststellen konnten".
Eine Rüge an die eigene Community kommt nie gut an. Der Schritt, eine sichere Umgebung zu schaffen, in der auch neue Spieler Spaß haben, ist aber nicht falsch. Das Anerkennungssystem aus dem ersten Teil wurde zu ebendiesem Zwecke eingeführt und soll auch in modifizierter Form weiter bestehen.

Nach einem Match kann man seinen Teamkameraden Anerkennung geben, die dadurch bis zu fünf Anerkennungsstufen erhalten und damit Battlepass-Punkte. Zuvor konnte man Anerkennung in drei Kategorien verteilen, nun gibt es nur noch eine Art von Anerkennung. Das System wirkt dadurch aufgeräumter, inwiefern es zu einer positiveren Erfahrung im Vergleich zum Vorgänger beiträgt, haben wir selbst nicht so ganz verstanden.
Mit gewonnener Anerkennung seiner Mitspieler (unten links) kann man seine Anerkennungsstufe erhöhen. Durch sie bekommt man Battlepass-Punkte und schaltet Gegenstände frei. Quelle: PC Games Mit gewonnener Anerkennung seiner Mitspieler (unten links) kann man seine Anerkennungsstufe erhöhen. Durch sie bekommt man Battlepass-Punkte und schaltet Gegenstände frei.

Die Änderungen könnten einige vor den Kopf stoßen. Wer vorher schon dabei war, wird dem Spiel aber voraussichtlich nicht den Rücken kehren, so vermutlich die Logik Blizzards. In einem Free2Play hat außerdem niemand mehr so wirklich Anspruch darauf, mitzureden.

Das bringt uns direkt zum Thema Geld. Denn nicht nur eine stabile Spieleranzahl ist wichtig, das Ganze muss sich auch irgendwie rechnen. Statt über den Verkauf des Shooters finanziert man sich jetzt über Skin-Verkäufe und - essenziell - den Battlepass.

Ein bewährtes Monetarisierungsmodell

Alle neun Wochen startet eine neue Saison in Overwatch 2, beginnend mit dem 04. Oktober. Solange bleibt der jeweilige Battlepass bestehen, in dem Spieler via Herausforderungen aufsteigen und Gegenstände erspielen. Für rund zehn Euro erhält man Zugriff auf die Premium-Version und kann alle enthaltenen Sachen freispielen - die kostenlose Variante bietet einen begrenzten Umfang. Bis dahin ist das ein ganz klassischer Battlepass, wie wir ihn schon zigmal gesehen haben.
Im Battlepass bekommen wir hauptsächlich kosmetische Gegenstände. Regelmäßig wird sich aber auch ein Overwatch-held darin befinden, der im Bezahlmodell direkt freigeschaltet wird, andernfalls erst auf Stufe 55. Quelle: Blizzard Im Battlepass bekommen wir hauptsächlich kosmetische Gegenstände. Regelmäßig wird sich aber auch ein Overwatch-held darin befinden, der im Bezahlmodell direkt freigeschaltet wird, andernfalls erst auf Stufe 55. Wären die Belohnungen rein kosmetischer Natur, würde vermutlich kein Hahn danach krähen. Blizzard hat sich aber für ein kontrovers diskutiertes Modell entschieden und packt jede zweite Saison einen neuen Helden in den Battlepass. Dieser steht für Bezahlkunden sofort zur Verfügung, alle anderen müssen den Charakter erst einmal freispielen.

Auf Stufe 55 von insgesamt 80 ist das voraussichtlich kein leichtes Unterfangen. Wie schnell man die Punkte erhält, können wir noch nicht einschätzen, da die Match-Suche während des Presse Early-Access mit einer sehr begrenzten Spielerzahl von überaus langwieriger Natur ist - wenn wir denn überhaupt eine Partie finden.

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