Nvidias Leistungsanalyse: Leistungsanforderungen von Games und unser Fazit
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Nvidia hat eine große Datenanalyse zum Zusammenhang zwischen der Kill-Death-Ratio bei Battle Royale-Games und schneller Hardware durchgeführt. Wir konnten den dazu bei Nvidia veröffentlichten Artikel als einziges Magazin in Deutschland exklusiv vorab unter die Lupe nehmen. Die Kernaussage: 144-Hz-Monitore sind enorm wichtig, und auch hohe FPS-Werte durch gute Hardware sind ein messbarer Vorteil.
Leistungsanforderungen von Batte Royale-Games
Die Daten lassen den Schluss zu, dass vor allem der Monitor wichtig sei und heutzutage 144 Hertz unterstützen sollte. Je mehr FPS die Grafikkarte dann auch noch schafft, desto besser ist die Basis, damit ihr in Battle Royale-Games einen technischen Vorteil habt, der einen Effekt auf die KD-Ratio zu haben scheint.
In diesem Artikel
Bevor man sich eine teure Grafikkarte kauft, sollte man aber wie erwähnt zuerst versuchen, mit der vorhandenen Grafikkarte hohe FPS-Werte zu erreichen, indem man die Spieledetails anpasst. Um Spielern, die mit einem Neukauf einer Grafikkarte liebäugeln, Anhaltspunkte zu geben, hat Nvidia für die beliebten Battle Royale-Games überprüft, wie viel FPS die aktuellen GeForce-Grafikkarten erreichen und ob sie die wichtigen Werte knacken, die Monitore je nach Modell bieten: 120 FPS für 120 Hz, 144 FPS für 144 Hz und 240 FPS für 240 Hz. Die Ergebnisse, welche Grafikkarte welche der Grenzen erreicht oder übertrifft, haben wir in der folgenden Tabelle zusammengefasst.
| Battle Royale-Titel | GTX 1660 Ti | RTX 2060 | RTX 2070 | RTX 2080 | RTX 2080 Ti |
|---|---|---|---|---|---|
| Apex Legends | über 120 FPS | über 120 FPS | über 144 FPS | über 144 FPS | über 144 FPS |
| Call of Duty: Black Ops 4 | über 144 FPS | über 144 FPS | über 144 FPS | ca 240 FPS | über 240 FPS |
| Fortnite | ca 144 FPS | über 144 FPS | über 144 FPS | ca 240 FPS | über 240 FPS |
| Playerunknown's Battlegorunds | ca 120 FPS | über 120 FPS | ca 144 FPS | über 144 FPS | über 144 FPS |
Ein Hinweis zu AMD-Grafikkarten zum Vergleich: Die AMD RX Vega 56 ist ein wenig stärker als Nvidias GeForce GTX 1660 Ti, die AMD RX Vega 64 ein wenig stärker als die GeForce RTX 2060 - beide AMD-Grafikkarten sind allerdings auch deutlich stromhungriger. Ansonsten hat AMD keine Alternativen zu bieten, die nicht schwächer als eine GeForce GTX 1660 Ti (hier übrigigens unsere Leistungsanalyse zur neuen Grafikkarte) oder zu teuer sind: Die Radeon VII ist zwar stark, aber zu teuer, denn sie wendet sich eher an Anwender, die auch kompatible Profiprogramme außerhalb von Games betreiben.
Unser Fazit
Sicher möchte Nvidia mit der Veröffentlichung der Analyse auch die neuen Grafikkarten schmackhafter machen. In unserem Telefonchat betonte Gerardo Delgado allerdings auch, dass es ihm wichtig sei Spieler anzusprechen, die nicht aufrüsten wollen oder können, aber in Battle Royale das Optimum herausholen wollen.
Quelle: Nvidia
Nvidia-Analyse: Die FPS erreichen, hier am Beispiel von Fortnite, je nach Grafikkarte die zu Monitoren passenden Grenzwerte
Denn mit der durch die Daten untermauerten Aussage, dass mehr FPS ein Vorteil in kompetitiven Spielen sind, ist der einfachste Rat: Man sollte seinen bestehenden PC optimieren und bewusst bei den Details auf optische Schmankerl verzichten, wenn man durch höhere FPS-Werte seine KD-Ratio in den entsprechenden Titeln verbessern möchte. Hinzu kommt, dass der Faktor Monitor ebenfalls enorm wichtig sei und ein Modell mit nur 60Hz nicht mehr zeitgemäß für jemanden ist, der in Online-Games um den Sieg mitspielen will. Das heißt: Vor allem dann, wenn die Grafikkarte ohnehin eindeutig mehr als 60 FPS schaffen kann, sollte man zuerst nach einem neuen Monitor mit mindestens 144 Hz Ausschau halten, anstatt eine teure moderne Grafikkarte mit einem alten 60Hz-Modell zu betreiben. Gerade die technisch meist nicht so anspruchsvollen MMO-Games benötigen ja auch keine modernste Hardware, um mit hohen FPS-Werten aufzuwarten.
Kritikpunkte sehen wir bei der Datenbasis der Spielerwerte, derer sich Nvidia aber auch bewusst ist. Die bestehenden Daten haben nämlich einige Faktoren, die sich schwer beurteilen lassen. Zwar hat Nvidia respektive Gerardo Delgado beispielsweise versucht, den Effekt herauszurechnen, durch den teure Hardware nur deswegen weit oben in der Statistik landet, weil ohnehin gute Spieler sich on top eine gute Grafikkarte anschaffen. Ob der Effekt aber komplett aus dem Spiel ist, kann man von außen nicht genau beurteilen. Ebenso fehlen natürlich in der Analyse Spieler, die sich beim Spielen nicht haben erfassen lassen, da sie die entsprechende Nvidia-Software nicht nutzen.
Durch die hohe Masse an Datensätzen kann man aber bei vielen Effekten davon ausgehen, dass sich Ausreißer nach oben und unten weitestgehend ausgleichen und keine entscheidende Rolle spielen. Eine große kontrollierte Studie wäre zwar noch verlässlicher, ist aber kaum zu bewerkstelligen. Man müsste dafür eine sehr große Anzahl an Spielern organisierten, die kontrolliert über Wochen hinweg die für sie typische tägliche Spielzeit absolvieren. Zudem müsste man den Spielern dabei auch wechselnde Hardware zur Verfügung stellen und eine Weile damit spielen lassen, um zu verifizieren, dass der gleiche Spieler mit verschiedener Hardware auch unterschiedliche KD-Ratios aufweist. Strenggenommen dürften die Spieler noch nicht einmal wissen, ob sie nach einem Hardwarewechsel eine schwächere oder schnellere Hardware erhalten haben. Ihr seht: Einen exakten Nachweis per Studie durchzuführen wäre enorm aufwändig.
Quelle: Epic Games
Die Helden heben ab in Fortnite
Die Trends durch die von Nvidia erfassten Daten sind aber eindeutig: Spieler mit einer stärkeren Grafikkarte oder einem schnellen Monitor haben tendenziell auch dann eine höhere KD-Ratio, wenn man sie mit anderen Spielern vergleicht, die ähnlich häufig spielen, aber schwächere Grafikkarten oder 60-Hz-Monitore verwenden. Natürlich schließt dies nicht aus, dass man auch mit schwächerer Hardware trotzdem weit vorne in den Ranglisten landen kann - aber der Verdacht liegt nahe, dass eine stärkere Hardware einen weiteren Schub bringen würde. Aus einem Gamer mit zwei linken Händen wird wiederum selbst ein SLI-Gespann aus zwei GeForce RTX 2080 Ti und einem 240-Hz-Monitor keinen Pro-Gamer machen. Die Frage bei der ganzen Sache ist freilich, ob das Hobby einem es auch wert sich, viel Geld in Hardware zu investieren, nur um etwas erfolgreicher zu spielen. Eine weitere ganz andere Frage, die wir abschließend in den Raum (und auch in unsere Community) werfen: Wäre es nicht, wenn man die Ergebnisse von Nvidias Analyse als valide akzeptiert, fair, wenn entsprechende Multiplayer-Games auf nicht allzu hohe FPS-Werte begrenzt wären, damit die Spieler möglichst gleichgestellt sind und sich einzelne Spieler nicht einen Vorteil erkaufen können?
